Spurenelemente bei Kindern mit ADHS

Zink und ADHS

Forscher aus China untersuchten bei 419 Kindern mit ADHS und bei 395 Kontrollpersonen die Konzentrationen verschiedener Spurenelemente und fanden bei den ADHS-Patienten im Vergleich zur Kontrollgruppe niedrigere Zinkspiegel. Die niedrigen Zinkspiegel waren mit Symptom-Scores von ADHS assoziiert.

Referenz:
Yang R et al.: Blood Levels of Trace Elements in Children with Attention-Deficit Hyperactivity Disorder: Results from a Case-Control Study. Biol Trace Elem Res. 2018 Jun 16.


Vitamin D und ADHS

ADHS und Vitamin D

Bei ADHS ist von einer komplexen Pathophysiologie auszugehen, bei der auch die Versorgung mit Vitamin D eine Rolle spielen dürfte. Wissenschaftler aus dem Iran und aus Australien haben diesbezüglich einen Fachartikel publiziert. Vitamin D hat einen bedeutenden Schutzeffekt gegen Entzündungen und oxidativen Stress und erleichtert auch dopaminerge und serotonerge Funktionen. Die Vitamin-D-Spiegel sind bei Kindern mit ADHS niedriger als bei gesunden Kindern. Vitamin D hat eine neuroprotektive Funktion über verschiedene molekulare Mechanismen.

Referenz:
Saedisomeolia A et al.: Vitamin D’s Molecular Action Mechanism in Attention-Deficit/ Hyperactivity Disorder: A Review of Evidence. CNS Neurol Disord Drug Targets. 2018;17(4):280-290.


Zusammenhang zwischen ADHS-Symptomen und Eisenmangelanämie

ADHS und Eisenmangelanämie
Wissenschaftler aus der Türkei untersuchten bei 83 Patienten mit Eisenmangelanämie und 70 gesunden Kontrollpersonen das Vorhandensein von Symptomen des Erwachsenen-ADHS. Sie konnten zeigen, dass bei Patienten mit Eisenmangelanämie Erwachsenen-ADHS häufiger auftrat. Die Spiegel von Eisen und Ferritin zeigten eine negative Korrelation mit den Scores der Wender Utah Rating Scale (WURS).

Referenz:
Demirci K et al.: The Investigation of Symptoms and Diagnoses of Adult-Attention Deficit/ Hyperactivity Disorder in Women with Iron Deficiency Anemia. Noro Psikiyatr Ars. 2017 Mar;54(1):72-77.


Mängel an Zink, Magnesium und Eisen wiederholt mit ADHS in Verbindung gebracht

ADHS
Eine Forschergruppe aus Saudi-Arabien untersuchte bei Kindern mit AHDS die Konzentrationen von Zink, Magnesium und Eisen im Plasma und verglich sie mit den Werten einer Kontrollgruppe. Die Kinder mit ADHS hatten niedrigere Konzentrationen von Zink, Magnesium und Eisen im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen, was mit den Störungen bei ADHS in Zusammenhang stehen könnte.

Referenz:
Shahida A Khan: Levels of Zinc, Magnesium and Iron in Children with Attention Deficit Hyperactivity Disorder. Electronic Journal of Biology, 2017, Vol.13(2): 183-187


Mikronährstoffe und Hirnleistungsfähigkeit bei Schulkindern

Hirnleistung und Ernährung

Australische Wissenschaftler publizierten einen Übersichtsartikel über den Effekt einer Mikronährstoffsupplementierung auf die Hirnleistungsfähigkeit bei Schulkindern. In die Auswertung wurden 19 Studien einbezogen. Es wurde einheitlich über eine Verbesserung der fluiden Intelligenz bei Kindern mit Mikronährstoffdefiziten durch eine Supplemntierung berichtet.

Referenz:
Lam LF et al.: Feeding the brain – The effects of micronutrient interventions on cognitive performance among school-aged children: A systematic review of randomized controlled trials. Clin Nutr. 2017 Aug;36(4):1007-1014.


Vitaminspiegel bei Erwachsenen mit ADHS

Wissenschaftler aus Norwegen untersuchten bei Erwachsenen mit der Diagnose ADHS die Serum-Konzentrationen von acht Vitaminen und verglichen sie mit den Konzentrationen einer Kontrollgruppe. Sie konnten nachweisen, dass niedrigere Spiegel der Vitamine B2, B6 und Folsäure mit der Diagnose ADHS assoziiert waren. Die Konzentrationen von Vitamin B2 und Vitamin B6 korrelierten auch mit dem Schweregrad der Symptomatik. Raucher hatten niedrigere Werte von Vitamin B2 und Folsäure.

Referenz:
Elisabeth Toverud Landaas et al.: Vitamin levels in adults with ADHD. BJPsych Open. 2016 Nov; 2(6): 377–384.


ADHS und Eisenstatus – eine Metaanalyse

ADHS und Eisen

Eisenstoffwechel und ADHS

Chinesische Wissenschaftler veröffentlichten im Januar 2017 eine Metaanalyse und einen systematischen Übersichtsartikel zum Thema Eisenstoffwechsel und ADHS. Insgesamt wurden elf Studien, die vor Juli 2016 publiziert worden waren, in die Metaanalyse einbezogen.

Die Auswertung der Daten ergab Folgendes:
Niedrige Ferritinkonzentrationen waren mit ADHS bei Kindern assoziiert. Die Eisenkonzentrationen korrelierten nicht mit ADHS.

Eisen und Dopamin

Die Autoren befassten sich in dem Fachartikel mit den möglichen Zusammenhängen zwischen einem Eisenmangel und der ADHS-Symptomatik: Eisen ist z. B. ein Haupt-Cofaktor der Tyrosinhydroxylase, die für die Dopaminsynthese benötigt wird. Ein Eisenmangel ist auch mit einer verminderten Dopamintransporterdichte und -aktivität verbunden, was zu erhöhten extrazellulären Dopaminkonzentrationen und einer reduzierten Dopaminrezeptordichte im Striatum führt.

ADHS und Nervenbotenstoffe

Ein Eisenmangel könnte auch eine Dysfunktion der Basalganglien bewirken. Außerdem spielt für die Entstehung der ADHS-Symptomatik das Gleichgewicht zwischen inhibitorischen und exzitatorischen Nervenbotenstoffen eine wichtige Rolle. GABA ist der wichtigste inhibitorische Neurotransmitter, der auch die Eisenkonzentrationen im Blut beeinflusst. Die GABA-Konzentrationen sind bei ADHS-Patienten niedriger als bei gesunden Kontrollpersonen, was dann auch mit niedrigeren Eisenkonzentrationen in den Basalganglien einhergeht.

Bei ADHS-Kindern wurden mittels Kernspintomographie auch niedrigere Eisenspiegel im Thalamus nachgewiesen.

Referenzen:
•    wang Y, Huang L et al.: Iron Status in Attention-Deficit/Hyperactivity
Disorder: A Systematic Review and Meta-Analysis; PLoS One 2017 Published:
January 3, 2017,

•    http://dx.doi.org/10.1371/journal.pone.0169145


Vitamin D bei ADHS

Sonnenlicht und Vitamin D

Forscher aus dem Iran untersuchten bei 62 Kindern im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren mit der Diagnose ADHS, inwieweit Vitamin D als adjuvante Therapie die Symptomatik der Erkrankung beeinflusste. Die Kinder erhielten zusätzlich zu Methylphenidat entweder 2000 I.U. Vitamin D oder ein Placebopräparat über einen Zeitraum von acht Wochen. Es zeigte sich, dass durch die Vitamin-D-Supplementierung vor allen Dingen die abendlichen ADHS-Symptome beeinflusst wurden. Die Autoren der Studie empfehlen Studien zur Klärung der Vitamin-D-Effekte als Monotherapie bei ADHS.

Referenz:
Mohammadpour N et al.: Effect of vitamin D supplementation as adjunctive therapy to methylphenidate on ADHD symptoms: A randomized, double blind, placebo-controlled trial. Nutr Neurosci. 2016 Dec 7:1-8.


Kinder mit Lernstörungen haben niedrigen Eisenstatus

Lernstörungen und Eisenmangel

Brasilianische Wissenschaftler führten bei Schulkindern im Alter von acht Jahren eine Fallkontrollstudie durch. Es bestanden zwei Subgruppen, nämlich Kindern mit Leseschwäche und eine Kontrollgruppe mit Kindern ohne Leseschwäche. Die Hämoglobin- und die Serum-Ferritin-Spiegel waren bei Kindern mit Leseschwäche statistisch niedriger als bei Kindern der Kontrollgruppe. Die Leseschwäche war statistisch mit einem erhöhten Anämierisiko assoziiert.

Referenz:
Arcanjo FP et al.: Schoolchildren with Learning Difficulties Have Low Iron Status and High Anemia Prevalence. J Nutr Metab. 2016;2016:7357136.


Glycin und Glutamat bei ADHS

Glycin, Glutamat, ADHS
Wissenschaftler aus den USA untersuchten bei 23 Kindern mit ADHS und bei 22 Kontrollpersonen die Nährstoffaufnahme. Sie konnten nachweisen, dass eine höhere Aufnahme von Glycin mit einer größeren Wahrscheinlichkeit für ADHS assoziiert war, während eine höhere Aufnahme der Aminosäure Glutamat das ADHS-Risiko verminderte. Bei ADHS-Patienten war auch die Aspartataufnahme signifikant höher als bei den Kontrollpersonen.

Referenz:
Kathleen F Holton et al.: The Association of Dietary Glycine and Glutamate with ADHD; The FASEB Journal vol. 30 no. 1 Supplement 679.8, April 2016


Eisenspiegel im Blut und ADHS

IQ und kognitive Funktionen und Eisen
Wissenschaftler aus Korea untersuchten bei 50 ADHS-Kindern und 45 Kontrollpersonen die Eisenkonzentrationen im Blut und führten verschiedene neuropsychologische Testverfahren durch. Die Bluteisenspiegel waren bei den ADHS-Patienten signifikant niedriger als bei den Kontrollpersonen. Niedrigere Eisenkonzentrationen hatten auch einen Einfluss auf den IQ und auf neurokognitive Funktionen. Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass bei ADHS-Patienten zur Einschätzung des Schweregrades der Symptome und der neurokognitiven Funktionen die Eisenspiegel bestimmt werden sollten.

Referenz:
Song Ii Ahn, MD et al.: The Relation of Blood Iron Level with Frontal Function in Children with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder; J Korean Neuropsychiatr Assoc 2016;55(1):51-59


ADHS, Blutdruck und Vitamin D

Vitamin D, Blutdruck, ADHS

Anhand der Daten der deutschen KiGGS-Studie wurde nachgewiesen, dass ein niedriger Blutdruck bei Jugendlichen mit einer ADHS-Symptomatik assoziiert war. Eine wichtige Rolle spielte in diesem Zusammenhang auch die Vitamin-D-Konzentration, die den systolischen Blutdruck bei ADHS-Patienten beeinflusste.

Referenz:
Thomas Meyer et al.: Attention deficit-hyperactivity disorder is associated with reduced blood pressure and serum vitamin D levels: results from the nationwide German Health Interview and Examination Survey for Children and Adolescents (KiGGS); European Child & Adolescent Psychiatry, 19.05.2016


ADHS und Mikronährstoffmedizin

NEWS - ADHS und Mikronährstoffe

Es wäre sicherlich übertrieben, ADHS als reine Mikronährstoffmangelerkrankung einzustufen. Dennoch hat ein Mangel an bestimmten Mikronährstoffen beträchtliche Konsequenzen für die psychische Befindlichkeit und für das Verhalten. Ein Ausgleich von Mikronährstoffdefiziten ist, unabhängig von anderen erforderlichen Therapien, immer eine notwendige und sinnvolle Maßnahme und sollte in jedem Fall in Betracht gezogen werden.

Lesen Sie dazu unseren NEWS mit aktuellen Fakten zum Thema ADHS und Mikronährstoffe.

 


Pränataler Eisenmangel beeinträchtigt Hirnentwicklung

pränateler Eisenmangel und Hirnentwicklung
Wissenschaftler aus China untersuchten bei 115 gesunden chinesischen Kindern, bei denen Blutparameter der Mutter und des Nabelschnurbluts bekannt waren, elektrophysiologische Signale der Entwicklung des auditorischen Systems. Sie konnten nachweisen, dass ein Eisenmangel vor der Geburt die Entwicklung des zentralen Nervensystems und des auditorischen Systems nachteilig beeinflusste – erkennbar am verzögerten Auftreten bestimmter elektrophysiologischer Signale des Gehirns.

Referenz:
Lou J, Mai X et al.: Prenatal Iron Deficiency and Auditory Brainstem Responses at 3 and 10 Months: A Pilot Study; Hong Kong J Paediatr. 2016;20(2):71-79.


Zink ist wichtig für die Entwicklung des Gehirns

Zink und Gehirn

Zinkmangel weit verbreitet

Weltweit leiden etwa 40 Prozent der Menschen unter Zinkmangel. Während der Schwangerschaft sollte die werdende Mutter unbedingt auf eine optimale Zinkversorgung achten. Prof. Hans Konrad Biesalski beschreibt in seinem Buch “Mikronährstoffe als Motor der Evolution” eindrucksvoll, warum eine optimale Zinkversorgung für die Hirnentwicklung des Fötus enorm wichtig ist.

Zink und Hippocampus

Ein Zinkmangel in der Schwangerschaft kann bei dem Kind zu einer eingeschränkten psychomotorischen Entwicklung führen. Außerdem ist Zink, wie Eisen auch, für die Entwicklung des Gehirns unabdingbar. Der Hippocampus, ein wichtiger Teil des limbischen Systems, ist für die Funktion von Gedächtnisprozessen und für die räumliche Orientierung erforderlich. Der Hippocampus ist die Hirnregion mit der höchsten Zinkkonzentration. Bei einem Zinkmangel fällt auch die Zinkkonzentration im Hippocampus ab.

Eisen und Zink in der Schwangerschaft

Leiden schwangere Frauen an einem Eisen- und Zinkmangel, und nehmen sie diese Mikronährstoffe während der Schwangerschaft ein, resultiert daraus eine bessere kognitive Entwicklung der Kinder im Vergleich zu Kinder der Frauen, die während der Schwangerschaft diese nicht einnehmen. Kinder von indischen Müttern, die im zweiten und dritten Trimenon ausreichend Zink bekamen, profitierten davon mit einer guten Lern- und Gedächtnisleistung.

Bei einem Mangel an Zink ist die Differenzierung der Stammzellen neuronaler Zellen beeinträchtigt und damit die Plastizität des Hippocampus. Unter neuronaler Plastizität versteht man die Eigenschaft von Synapsen, Nervenzellen oder auch ganzen Hirnarealen, sich in Abhängigkeit von der Verwendung in ihren Eigenschaften anzupassen. Außerdem ist die Proliferation neuronaler Zellen, also die Zellteilung, beeinträchtigt.

Referenz:
Hans Konrad Biesalski: Mikronährstoffe als Motor der Evolution


Eisen – für Kinder essentiell

Eisenmangel

Ein Eisenmangel ist der häufigste Mikronährstoffmangel weltweit

Kinder und Jugendliche benötigen sehr viel Eisen. So ist zum Beispiel der Eisenbedarf eines zwölfjährigen Jungen um 25 Prozent höher als bei seinem Vater. Über die Ernährung lässt sich dieser Mehrbedarf oftmals nicht decken, deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass gerade Kinder und Jugendliche häufig an einem Eisenmangel leiden. In Europa und Nordamerika ist jedes vierte Kind bzw. jeder vierte Jugendlicher von einem Eisendefizit betroffen. Lustlosigkeit, Müdigkeit und erhöhte Infektanfälligkeit können die Folge sein. Meist sind Kinder mit einem Eisenmangel auch reizbarer und unaufmerksamer als Kinder ohne Eisenmangel. Sie lassen sich schnell ablenken und sind nicht so leistungsfähig. Ein Eisendefizit wirkt sich negativ auf die Lernfähigkeit und motorische sowie geistige Entwicklung aus.

Anmerkung:
Eisen hat sehr vielfältige Funktionen im Körper und ist für ein gesundes Wachstum und eine gesunde Entwicklung des Kindes erforderlich. Eisen ist auch für die Hirnentwicklung von großer Bedeutung und spielt auch eine wichtige Rolle für die Bildung von Nervenbotenstoffen wie Dopamin und Serotonin. Ein Eisenmangel in der frühen Kindheit kann  zu verschiedenen Störungen der Hirnfunktion, unter anderem auch zu Lern- und Verhaltensstörungen führen, die nur bedingt rückbildungsfähig sind. Deswegen sollte bei Kindern und Jugendlichen besonders auf einen guten Eisenstatus geachtet werden und ein Eisenmangel im Vorfeld vermieden werden.

Referenz:
Dr. Lothar Burgerstein et al.: Burgersteins Handbuch Nährstoffe. 12 Auflage, 2012 TRIAS Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG, Calbe (Saale)


Zink und Schlafqualität bei Kindern

Schlaf

Schlafen Kinder mit guter Zinkkonzentration besser?

US-Wissenschaftler untersuchten, ob es bei Schulkindern einen Zusammenhang zwischen der Zinkkonzentration und der Schlafqualität gibt. In die Studie wurden 1.295 Kinder der China Jintan Child Cohort Study einbezogen. Im Alter zwischen drei und fünf Jahren und zwischen elf und fünfzehn Jahren wurde Zink im Blut bestimmt, außerdem wurden Daten zur Schlafqualität erhoben. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigten, dass die Zinkkonzentrationen im Blut bei Kindern im Vorschulalter die Schlafeffektivität beeinflussten. Je niedriger die Zinkkonzentration, desto schlechter war die Schlafeffektivität. Bei Heranwachsenden bedingten ungenügende Zinkkonzentrationen eine schlechtere Schlafqualität. Die Zinkversorgung scheint also eine wichtige Rolle für die Schlafqualität zu spielen.

Referenz:
Ji X, Liu J: Associations between Blood Zinc Concentrations and Sleep Quality in Childhood: A Cohort Study.; Nutrients 2015;7(7):5684-5696. Epub 2015 Jul 13.


Besser Lernen mit einer optimalen Mikronährstoffversorgung

lernen, studieren

Lernstörungen – Legasthenie und Dyskalkulie

In Deutschland leiden etwa fünf Prozent der Kinder an einer Lernstörung, wie z.B. Legasthenie oder Dyskalkulie. Unter Legasthenie versteht man eine Lese-Rechtschreibschwäche, unter Dyskalkulie eine Rechenstörung. Die Ursachen beider Lernstörungen sind noch nicht hinreichend geklärt. Klar ist, dass diese Lernstörungen keineswegs Ausdruck einer mangelnden Intelligenz sein müssen, möglicherweise arbeiten die Gehirne einfach anders.

Vielleicht fehlen dem kindlichen Gehirn aber auch jene Biomoleküle, die für eine optimale Gehirnleistung erforderlich sind? Die Orthomolekulare Medizin bietet einen sinnvollen und logischen Ansatzpunkt, den Hirnstoffwechsel zu verbessern. Das Gehirn als sehr stoffwechselaktives Organ ist auf eine hohe Energiezufuhr angewiesen. Dazu sind die Makronährstoffe und viele Mikronährstoffe erforderlich.

Fehlen dem Organismus wichtige Mikronährstoffe wie Aminosäuren, Vitamine, Spurenelemente etc.?

Neurotransmitter sind wichtig für Lernen, Denken, Konzentration, Kreativität, Motivation etc. und auch hier gilt: Sind alle für die Bildung der Botenstoffe relevanten Mikronährstoffe in ausreichender Menge im Stoffwechsel vorhanden?

Aminosäuren

Insbesondere sollte auch auf die Aminosäuren geachtet werden, die entweder selbst als Botenstoffe fungieren oder deren Vorstufen sind oder für anderweitige Prozesse im Nervensystem herangezogen werden. Die Aminosäure Serin ist z.B. die Vorstufe des Neurotransmitters Acetylcholin. Acetylcholin ist u.a. notwendig für Lernen und Gedächtnisbildung. Aus Arginin wird Stickstoffmonoxid gebildet, das für die Nervenimpulsübertragung notwendig ist und am Langzeitgedächtnis beteiligt ist. Bei einem Mangel an Glutaminsäure kann es zu Lernstörungen kommen. Die Aminosäure Glutamin kann als Energiesubstrat herangezogen werden, wenn dem Stoffwechsel Glukose fehlt. Die Aminosäure Tyrosin ist Ausgangsstoff für Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin – den Katecholaminen, die u.a. für die Motivation und Konzentration wesentlich sind. Aus der Aminosäure Tryptophan wird der Botenstoff Serotonin gebildet, der auch bei Kindern eine wichtige Rolle für Ausgeglichenheit, Stimmung und geruhsamen Schlaf spielt.

B-Vitamine

Die Gruppe der B-Vitamine übt ebenfalls vielfältige Funktionen im Hirnstoffwechsel aus. Auch sie sind vor allem für die Bildung von Botenstoffen und für die Energiegewinnung erforderlich, und das Gehirn hat, wie gesagt, einen sehr hohen Energiebedarf. Vitamin B1 ist notwendig, um aus Glukose Energie zu gewinnen. Ein B1-Mangel kann deshalb zu Leistungsabfall und Müdigkeit führen. Vitamin B3 ist wichtig für die Energiebildung in den Mitochondrien der Zelle. Die Vitamine B6, B12 und Folsäure sind erforderlich für so genannte Methylierungsreaktionen, die für die Bildung fast aller Neurotransmitter notwendig sind. Ein B12-Mangel kann sich z.B. in starken Gedächtnisstörungen äußern.

Eisen

Eisen hat mehrere Funktionen im Stoffwechsel des Gehirns. Es ist für die Myelinsynthese, für den Energiestoffwechsel der Nervenzellen, für die Ausbildung von Synapsen und Dendriten und auch für die Bildung von Dopamin und Serotonin erforderlich. Bei einem Eisenmangel kann es zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Hirnstoffwechsels kommen. Ein Eisenmangel in der Kindheit wird auch heutzutage leider oftmals unterschätzt und kann neben körperlichen Entwicklungsstörungen zu nicht wiedergutzumachenden kognitiven Störungen führen. Bitte lieber einmal einen Eisenwert zu viel als zu wenig bestimmen!

Therapie mit Mikronährstoffen bei Lernstörungen

Dies waren einige Beispiele dafür, warum eine optimale Versorgung mit Mikronährstoffen für den Schüler und für die Schülerin so wesentlich ist. Um herauszufinden, welche Mikronährstoffe dem Stoffwechsel fehlen, kommt man an einer Laboranalyse nicht vorbei. Wir empfehlen bei Lernstörungen und Konzentrationsstörungen etc. die Durchführung des DCMS-Neuro-Checks. Auf der Grundlage dieser Mikronährstoffanalyse kann dann eine gezielte, individuelle Supplementierung mit Mikronährstoffen erfolgen.


ADHS und Mikronährstoffe

ADHS - Mikronährstoffe

Zink, Selen und Kupfer bei ADHS:

Wissenschaftler aus der Slowakei untersuchten bei 58 ADHS-Kindern und bei 50 gesunden Kindern im Alter zwischen 6 und 14 Jahren die Plasmakonzentrationen von Kupfer, Zink und Selen. Außerdem wurde die Bleikonzentration im Vollblut gemessen. Bei den Kindern mit der Diagnose ADHS wurden im Vergleich zur Kontrollgruppe niedrigere Zinkspiegel gemessen. Die Kupferkonzentration war bei den ADHS-Kindern höher als in der Gruppe mit den gesunden Kindern. Die Zinkspiegel korrelierten mit der Einschätzung der Eltern und Lehrer bezüglich der Unaufmerksamkeit der Kinder.

Kommentar:
Zink ist ein essentielles Spurenelement und Cofaktor von über 300 Enzymen. Zink spielt eine wichtige Rolle im Stoffwechsel der Nervenbotenstoffe, wie z.B. Glycin, GABA, Glutamat und Dopamin. Ein Zinkmangel kann deswegen zu Hirnleistungsstörungen und Aufmerksamkeitsstörungen führen.

Referenz:
Viktorinova A, Ursinyova M et al.: Changed Plasma Levels of Zinc and Copper to Zinc Ratio and Their Possible Associations with Parent- and Teacher-Rated Symptoms in Children with Attention-Deficit Hyperactivity Disorder; Biol Trace Elem Res. 2015 Jun 12.


Magnesium und Zink beeinflussen Verhalten von Heranwachsenden

Verhalten, aggressiv
Eine ausreichende Zufuhr von Zink und Magnesium könnte für die Prävention und Behandlung von mentalen Gesundheitsproblemen bedeutsam sein. Forscher aus Australien untersuchten in einer Studie, wie sich die Aufnahme von Zink und Magnesium auf Verhaltensprobleme bei Heranwachsenden auswirkte. Dabei zeigte sich, dass eine höhere Magnesiumaufnahme signifikant mit reduzierten externalisierten Verhaltensweisen assoziiert war. Als  externalisierte Störungen bezeichnet man Verhaltensweisen wie z.B. körperliche und verbale Aggressivität. Auch eine höhere Zufuhr von Zink könnte tendenziell externalisierte Verhaltensweisen verbessern.

Referenz:
Black LJ. et al.: Low dietary intake of magnesium is associated with increased externalising behaviours in adolescents. Public Health Nutr. 2015 Jul;18(10):1824-30.doi:


Vitamin-B12-Mangel bei Kindern beeinträchtigt Schulleistungen

Vitamin B12

Wissenschaftler aus Kolumbien haben bei 3156 Kindern im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren verschiedene hämatologische Parameter und Mikronährstoffe bestimmt. Dabei zeigte sich, dass ein Vitamin-B12-Mangel erhebliche Auswirkungen auf die Schulleistungsfähigkeit hatte. Kinder mit einem Vitamin-B12-Mangel mussten häufiger die Klasse wiederholen und neigten auch häufiger dazu dem Unterricht fernzubleiben.

Referenz:
Duong MC, Mora-Plazas M et al.: Vitamin B-12 Deficiency in Children Is Associated with Grade Repetition and School Absenteeism, Independent of Folate, Iron, Zinc, or Vitamin A Status Biomarkers. J Nutr. 2015 Jul;145(7):1541-8.


Eisen und ADHS

Eisen und ADHS

Ferritinspiegel und ADHS-Symptomatik

Französische Wissenschaftler untersuchten, ob es einen Zusammenhang zwischen der Ferritinkonzentration im Serum und dem Schweregrad einer ADHS-Symptomatik gibt. In die Studie wurden 53 Kinder mit ADHS und 27 gesunde Kinder einbezogen.

Es zeigte sich, dass die Serumferritinspiegel bei den ADHS-Kindern deutlich niedriger waren als bei den Kontrollpersonen. Bei 84 Prozent der Kinder mit ADHS lag der Ferritinspiegel unterhalb des Normbereiches (<30 ng/ml); bei den gesunden Kindern waren es nur 18 Prozent.  Niedrige Serumferritinspiegel korrelierten mit dem Schweregrad einer ADHS-Symptomatik und auch mit größeren kognitiven Defiziten. Das Ergebnis dieser Studie legt nahe, das ein Eisenmangel eine ADHS-Symptomatik verstärken kann und ADHS-Kinder von Eisensupplementen profitieren könnten.

Referenz:
Konofal E et al.: Iron deficiency in children with attention-deficit/hyperactivity disorder. Arch Pediatr Adolesc Med. 2004 Dec;158(12):1113-5.


Zink und ADHS

Zink und ADHS
Zink spielt für die Bildung des Nervenbotenstoffes Dopamin eine wichtige Rolle. Ein Mangel dieses Spurenelements kann zu Beeinträchtigungen im Neurotransmitterstoffwechsel führen.

In einer sechswöchigen Doppelblindstudie bekamen 44 ADHS-Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren zusätzlich zu Ritalin entweder 55 mg Zinksulfat täglich oder ein Placebopräparat. Die Kinder der Zinkgruppe schnitten in den Verhaltensbewertungen signifikant besser ab als die Kinder aus der Placebogruppe.

Referenz:
•    Akhondzadeh S. et al.: Zinc sulfate as an adjunct to methylphenidate for the treatment of attention deficit hyperactivity disorder in children: a double blind and randomized trial; BMC Psychiatry. 2004 Apr 8;4:9.
•    LifeExtension: Health Concerns: Attention Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD):  http://www.lef.org/Protocols/Emotional-Health/Attention-Deficit-Hyperactivity/Page-09


Vitamin B6 und Magnesium

Hyperaktivität - ADHS

Vitamin B6 ist bekanntlich an der Bildung von Serotonin beteiligt. Eine Einnahme von Vitamin B6 kann den Serotoninspiegel günstig beeinflussen. In einer Ernährungsumfrage wurde bei 150 Patienten mit ADHS und bei 100 gesunden Personen die tägliche Vitamin-B6-Aufnahme über die Nahrung ermittelt und verglichen. Die Vitamin-B6-Aufnahme war bei den ADHS-Patienten deutlich geringer als bei den gesunden Kontrollpersonen.

In einer Studie mit 40 ADHS-Kindern führte eine achtwöchige Vitamin-B6- und Magnesiumsupplementierung zu einer Verbesserung der Hyperaktivität und der schulischen Aufmerksamkeit. Interessanterweise verschlechterten sich die Symptome einige Wochen nach Behandlungsende wieder.

Dieselben Forscher führten zu einem früheren Zeitpunkt bei 52 hyperaktiven Kindern eine ähnliche Studie durch. Die Kinder bekamen über 6 Monate ein Kombipräparat aus Magnesium und Vitamin B6. Während der Behandlung verbesserten sich Symptome wie z.B. Aggressivität; außerdem waren die Kinder in allen Schulfächern aufmerksamer.

Studien haben gezeigt, dass ein Magnesiummangel häufig mit einer ADHS-Symptomatik assoziiert ist. In einer Placebo-kontrollierten Studie bekamen sieben- bis zwölfjährige Kinder mit ADHS über einen Zeitraum von sechs Monaten 200 mg Magnesium pro Tag. Durch die Einnahme von Magnesium kam es bei den Kindern zu einer signifikanten Abnahme der Hyperaktivität.

Referenz:
LifeExtension: Health Concerns: Attention Deficit/Hyperactivity Disorder (ADHD):  http://www.lef.org/Protocols/Emotional-Health/Attention-Deficit-Hyperactivity/Page-09


Wachstumsfaktor (BDNF) und kognitive Funktionen bei Kindern mit Eisenmangelanämie

IQ
Es ist schon länger bekannt, dass eine Eisenmangelanämie einen negativen Einfluss auf die Hirnleistung hat, die verschiedenen Mechanismen dieser Effekte sind jedoch noch umstritten. BDNF ist ein wichtiger Nervenwachstumsfaktor und spielt eine wichtige Rolle für Gedächtnisfunktionen und das Lernen.

In der Ambulanz der Kinderklinik der Ain Shams University wurde zwischen Mai 2009 und März 2010 eine Querschnitts-Fallkontroll-Studie durchgeführt, zur Klärung eines möglichen Zusammenhangs zwischen der BDNF-Konzentration und der kognitiven Funktion bei Kindern mit einer Eisenmangelanämie.

An der Studie nahmen 27 Kinder mit einer Eisenmangelanämie teil. Das Alter der Kinder lag zwischen fünf und elf Jahren. Die Eisenmangelanämie wurde wie folgt definiert: Hämoglobinwert kleiner als 11 g/ dl und Ferritinwert kleiner als 12 ng/ ml.

Neben der ausführlichen Anamnese und klinischen Untersuchung wurde der komplette Blutstatus ermittelt und zusätzlich Ferritin und BDNF im Serum bestimmt. Für die kognitive Bewertung führten die Wissenschaftler den Wechsler-Intelligenztest durch. In die Studie wurde eine Kontrollgruppe mit 50 gesunden Kindern mit einbezogen.

Das Ergebnis der Studie war Folgendes:
Die Kinder mit einer Eisenmangelanämie schnitten im Vergleich zur den gesunden Kindern bei dem Wechsler-Intelligenztest schlechter ab. Sie hatten niedrigere Werte im Gesamt-IQ-Test und eine schlechtere sprachliche Leistungsfähigkeit. Der Gesamt-IQ-Score korrelierte signifikant mit dem Hämoglobinwert. Die BDNF-Konzentrationen waren bei den Patienten mit Eisenmangelanämie nicht signifikant niedriger als in der Kontrollgruppe, zeigten aber dennoch eine positive Übereinstimmung mit dem Wechsler-IQ-Test dieser Patienten.

Kommentar:
Eisen ist für die Hirnentwicklung bei Kindern und Jugendlichen von zentraler Bedeutung. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, den Eisenstatus bestimmen zu lassen, um rechtzeitig den negativen Auswirkungen eines Eisenmangels entgegenzuwirken.

Referenz:
Nassar, M. F. et al.: Brain derived neurotrophic growth factor and cognitive function in children with iron deficiency anemia. British Journal of Medicine and Medical Research 2014 Vol. 4 No. 18 pp. 3561-3570


Zink und ADHS

Zink - ADHS

Kroatische Wissenschaftler beschäftigten sich in einem Fachartikel mit der Bedeutung von Zink in der Behandlung von ADHS. Zink ist ein essentieller Cofaktor von mehr als 100 Enzymen. Zink spielt eine wichtige Rolle im Stoffwechsel der Neurotransmitter, der Prostaglandine und für den Erhalt der Hirnstruktur und Hirnfunktion. Dopamin ist einer der wichtigsten Faktoren in der Pathophysiologie bei ADHS. Das Hormon Melatonin spielt eine wichtige Rolle für die Regulierung von Dopamin. Zink wiederum ist für den Stoffwechsel von Melatonin notwendig, woraus sich ergibt, dass Zink auch ein bedeutender Faktor für die Behandlung von ADHS darstellt. Außerdem ist Zink ein Coenzym des Enzyms Delta-6-Desaturase, das für den Aufbau mehrfach ungesättigter Fettsäuren benötigt wird, die wiederum für die Bildung der Nervenzellmembrane essentiell sind. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass eine Zinksupplementierung zu einer Besserung der ADHS-Symptomatik führt, auch als zusätzliche Medikation zu Methylphenidat.

Referenz:
Dodig-Ćurković et al.: The role of zinc in the treatment of hyperactivity disorder in children. Acta medica Croatica (1330-0164) 63(4) (2009); 305-311


Eisen, Vitamin D und ADHS

Eisen, Vitamin D, ADHS

Wissenschaftler aus Katar und Großbritannien untersuchten bei 630 Kindern und Jugendlichen mit der Diagnose ADHS verschiedene Parameter des Eisenstoffwechsels sowie die Konzentrationen von 25-OHD, Calcium, Magnesium und Phosphor. Das Alter der Kinder und Jugendlichen lag zwischen fünf und achtzehn Jahren. In der Kontrollgruppe waren es ebenfalls 630 Kinder und Jugendliche.

Zwischen den beiden Gruppen konnten verschiedene signifikante Unterschiede bezüglich der Konzentrationen von Vitamin D, Serumeisen, Ferritin, Hämoglobin, Magnesium, Calcium und Phosphor festgestellt werden. Durch eine detailliertere statistische Auswertung konnte Folgendes aufgezeigt werden: Niedrige Eisenkonzentrationen im Serum, verminderte Ferritinwerte und ein Vitamin-D-Mangel waren mit ADHS assoziiert.

Referenz:
Bener A et al.: Higher prevalence of iron deficiency as strong predictor of attention deficit hyperactivity disorder in children; Annals of Medical and Health Sciences Research, Sep-Oct 2014, Vol 4, Special Issue 3


Eisentherapie bei Schulkindern

Eisentherapie
In einer Metaanalyse australischer Wissenschaftler wurden 32 Studien mit insgesamt 7098 Grundschulkindern ausgewertet. Eine orale Eisentherapie war mit signifikanten Verbesserungen der Hirnleistungs-Scores assoziiert und bei anämischen Kindern mit einer signifikanten Verbesserung des Intelligenzquotienten verbunden. Andere Faktoren wie Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit zeigten ebenfalls Verbesserungen durch eine orale Eisentherapie. Die meisten der Kinder in diesen Studien waren anämisch. Eine Eisentherapie besserte die Anämie und führte auch zu einer Besserung des Körpergewichts sowie zu einer Steigerung der Körpergröße.

Referenz:
Michael Low MBBS BMedSci et. al.: Effects of daily iron supplementation in primary-school-aged children: systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. © Canadian Medical Association or its licensors, CMAJ, November 19, 2013, 185(17)


Spurenemlemente und Vitamin E bei ADHS

ADHS und freie Radikale
Türkische Wissenschaftler untersuchten bei 53 Kindern mit ADHS die Serumkonzentrationen von Selen, Kupfer, Zink und Vitamin E und verglichen die gemessenen Werte mit denen von 53 gesunden Kindern. Das Durchschnittsalter der ADHS-Kinder lag bei 9,6 Jahren. Die Serumkonzentrationen von Selen, Zink, Kupfer und Vitamin E waren in der ADHS-Gruppe signifikant niedriger als bei den gesunden Kindern. Möglicherweise könnte also bei ADHS auch eine Schädigung durch freie Radikale eine Rolle spielen. Aus diesem Grund sollte der Zusammenhang zwischen Spurenelementen, antioxidativem System und freien Radikalen bei ADHS untersucht werden.

Referenz:
Ersan, Etem Erdal et al.: Research of some trace elements and E vitamin levels in some children with attention deficit disorder with hyperactivity. HealthMed. 2013, Vol. 7 Issue 5, p1533-1537.5p. 4 Charts.


Folgen eines frühkindlichen Eisenmangels

Eisenmangel
Mit 25 Jahren wurden 33 Personen untersucht, die in der Kindheit unter einem chronischen Eisenmangel litten. Es wurden Faktoren wie Bildung, Beschäftigung, Familienverhältnisse sowie körperliche und psychische Gesundheit untersucht. Bei den Personen mit frühkindlichem Eisenmangel waren u.a. folgende Faktoren auffällig: weniger hohe Schulbildung, weniger Bildungsmaßnahmen, häufig Leben als Single. Außerdem berichteten die betroffenen Personen über eine schlechtere psychische Befindlichkeit und über mehr negative Gefühle. Das Ergebnis der Studie zeigt einen substanziellen Verlust des menschlichen Potentials. Es sollte mehr in Betracht gezogen werden, dass viele Erwachsene weltweit bereits als Kleinkind einen chronischen Eisenmangel aufwiesen. Ein Eisenmangel kann vermieden oder behandelt werden, bevor er chronisch oder schwer wird.

Referenz:
Lozoff B. et al.: Functional significance of early-life iron deficiency: outcomes at 25 years. J Pediatr. 2013 Nov; 163(5):1260-6.


Zink verbessert Hirnleistungsfähigkeit

Zink und Hirnleistung
Brasilianische Wissenschaftler untersuchten bei 36 Schulkindern im Alter zwischen 6 und 9 Jahren den Einfluss einer Zinksupplementierung auf verschiedene Testverfahren, die sich mit Intelligenz und Hirnleistungsfähigkeit beschäftigten. Nach 3 Monaten zeigte sich, dass eine Zinksupplementierung spezifische kognitive Fähigkeiten verbesserte und dadurch die Leistungsfähigkeit von Schulkindern.

Referenz:
De Moura JE et al.: Oral zinc supplementation may improve cognitive function in schoolchildren. Biol Trace Elem Res. 2013 Oct;155(1):23-8.


Vitamin-D-Status bei Kindern mit ADHS

Bei 60 ADHS-Patienten und 30 gesunden Kontrollpersonen im Alter zwischen sieben und achtzehn Jahren wurden die Spiegel von 25-OH-D, Calcium, Phosphor und alkalischer Phosphatase bestimmt. Die Serumspiegel von 25-OH-D waren bei den Kindern und Jugendlichen mit ADHS signifikant niedriger als bei den gesunden Kontrollpersonen. Die Ergebnisse der Studie legen also nahe, dass es einen Zusammenhang zwischen niedrigen 25-OH-D-Konzentrationen und ADHS im Kindes- und Jugendalter gibt.

Referenz:
Goksugur SB et al.: Vitamin D status in children with attention deficit hyperactivity disorder. Pediatr. Int. 2014 Jan 13.


Vitamin D und ADHS

 

Vitamin D und ADHS
ADHS ist die häufigste Verhaltensstörung bei Kindern. Es gibt zunehmend Hinweise, dass niedrige Vitamin-D-Spiegel und das Auftreten von ADHS zusammenhängen. Wissenschaftler aus Katar untersuchten in einer großen Fallkontrollstudie, welcher Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Konzentration und ADHS besteht. In die Studie wurden 1331 Kinder mit ADHS und 1331 gesunde Kinder einbezogen. Die Studie zeigte, dass ein Vitamin-D-Mangel bei Kindern mit ADHS häufiger auftrat als bei den gesunden Kontrollpersonen. Eine Supplementierung mit Vitamin D könnte deshalb eine wirksame Maßnahme sein, um das Risiko für ADHS zu vermindern. In den letzten Jahren sind vermehrt Studien publiziert worden, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Vitamin D und neuropsychiatrischen Erkrankungen beschäftigen. Vitamin D ist wichtig für die Gehirnentwicklung, außerdem besitzt Vitamin D neuroprotektive und antiinflammatorische Eigenschaften.

Referenz:
Abdulbari Bener et al.: Predict attention deficit hyperactivity disoreder? Evidence – based medicine. Global Journal of Health Science; Vol 6, No. 2; 2014


Eisenspiegel in der Schwangerschaft und seine Auswirkung auf die kindliche Hirnentwicklung

Bei schwangeren Frauen wurde in der 12 – 20 Schwangerschaftswoche Parameter des Eisenstoffwechsels untersucht. Eine Eisenmangelanämie in dieser Schwangerschaftsphase war mit mentalen Störungen bei den schwangeren Frauen assoziiert. Außerdem war die Hirnentwicklung bei den Kindern nach 6 Monaten deutlich vermindert. Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass eine Eisenmangelanämie und mentale Störungen in der ersten Schwangerschaftshälfte die kindliche Entwicklung nachteilig beeinflussen. Diese beiden Risikofaktoren sollten also mehr als bisher Beachtung finden.

Referenz:
Thach Duc Tran et al.: Impact on infants´cognitive development of antenatal exposure to iron deficiency disorder and common mental disorders. PLOS ONE, Sept 2013, Volume 8, Issue 9, e74876


Zusammenhang von Vitamin D und Autismus

Vitamin D und Autismus
Autismus ist eine komplexe Störung der Hirnentwicklung mit vielen genetischen Risikofaktoren und Umweltfaktoren. Möglicherweise ist ein Vitamin-D-Mangel ein Risikofaktor für Autismus. Kinder mit der Diagnose „Autismus“ hatten signifikant niedrigere Vitamin-D-Spiegel als gesunde Kinder.  Vitamin D spielt eine sehr bedeutende Rolle für die Embryogenese, für die Hirnentwicklung, für die Regulierung des Immunsystems, für die neurale Differenzierung, die Genregulation und vieles mehr. Ein Vitamin-D-Mangel während Schwangerschaft und in der frühen Kindheit könnte deswegen ein auslösender Faktor für Autismus sein.

Referenz:
Duan DY et al.: Relationship between vitamin D and autism spectrum disorder. Zhonggou Dang Dai Er Ke Za Zhi. 2013 Aug;15(8):698-702.


Eisen und psychiatrische Störungen bei Kindern und Jugendlichen

Eisen und psychiatrische Störungen
Eisen spielt eine bedeutende Rolle für die Hirnentwicklung, weil die Entwicklung des zentralen Nervensystems im hohen Maße von eisen-abhängigen Enzymen und Proteinen abhängt. Wissenschaftler aus Taiwan untersuchten Kinder und Jugendliche mit der Diagnose „Eisenmangelanämie“ hinsichtlich eines erhöhten Risikos für psychiatrische Erkrankungen und verglichen sie mit entsprechenden Kontrollpersonen. Die 2957 Patienten mit Eisenmangelanämie zeigten ein erhöhtes Risiko für zahlreiche psychiatrische Störungen, z.B. Depression, bipolare Störung, Angststörung, Autismus, ADHS, Tick-Störung und Entwicklungsverzögerung. Es zeigte sich auch ein Geschlechterunterschied: Bipolare Störungen und Tick-Störungen waren nur bei weiblichen Patienten erhöht.

Ein Eisenmangel erhöht also das Risiko für psychiatrische Störungen. Die Autoren der Studie empfehlen nun weitere Untersuchungen zur Klärung des Mechanismus zwischen Eisenmangelanämie und psychiatrischen Erkrankungen.

Referenz:
Chen MH et al.: Association between psychiatric disorders and iron deficiency anemia among children and adolescents: a nationwide population-based study. BMC Psychiatry. 2013 Jun 4; 13:161. doi

 

 


Ernährungsmängel fördern gewalttätiges Verhalten

Defizite der Vitamine A, D, K, B1, B3, B6, B12 und Folsäure sowie ein Mangel an Mineralstoffen und Spurenelementen (Jod, Kalium, Eisen, Magnesium, Zink, Chrom und Mangan) können zu einer mentalen Instabilität und zu gewalttätigem Verhalten beitragen. Eine Gesundheitswissenschaftlerin der Weston A. Price Foundation hat in einem umfangreichen Report die Bedeutung von Ernährungsfaktoren für das Verhalten des Menschen dargestellt. Die Autorin dieses Berichtes äußerte sich dahingehend, dass man zwar die Gewalt in den Medien reduzieren könne, es aber Tatsache sei, dass eine große Zahl von Amerikanern sich von Fertignahrungsmitteln ernähren würde, was auch mit Fehlernährung verbunden sei.

Aus dem Bericht geht hervor, dass die Ärzte in den USA sozusagen eine Rückkehr von Ernährungsmangelkrankheiten wie Skorbut und Pellagra  beobachten. Beide Krankheiten gelten seit Jahrzehnten als ausgerottet. Die Situation wird durch Excitotoxine wie Aspartam und Natriumglutamat, die häufig in der Nahrungskette zu finden sind, noch verschlimmert. Wer viel Fertignahrungsmittel zu sich nimmt und häufig Limonaden trinkt, nimmt diese Chemikalien in besonders hohem Maße zu sich. Andere Zusatzstoffe, die das Verhalten beeinflussen, sind Zucker, Farbstoffe, Geschmackstoffe, Koffein, Alkohol und Sojaprodukte.

Die Weston A. Price Foundation empfiehlt eine Kultur, in der der Verzehr von Fertignahrungsmitteln als uncool gilt und die Nahrungszubereitung zu Hause wieder als lebenswichtige Tätigkeit angesehen wird.

Referenz:
MNT, medicalnewstoday.com: Violent behavior linked to nutritional deficiencies, 03.09.2013


Eisen verbessert ADHS-Symptomatik

Eisen und ADHS-Symptomatik
Eine Störung des dopaminergen Systems ist ein wesentlicher Aspekt bei der Entstehung einer ADHS-Symptomatik. Eisen ist ein wichtiges Spurenelement im Dopaminstoffwechsel. Folglich könnte ein Eisenmangel ein wesentlicher Risikofaktor für die Entstehung einer ADHS-Symptomatik darstellen. Dieser Theorie gingen spanische Wissenschaftler nach. Sie untersuchten bei 60 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 6 und 14 Jahren den Zusammenhang zwischen der Eisenversorgung und ADHS-Symptomen wie Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulisivität. Dabei stellte sich heraus, dass über 75 Prozent der Studienteilnehmer an einem Eisenmangel litten, insbesondere die Patienten des unaufmerksamen Types. Den größten Erfolg einer Eisensupplementierung konnte beim unaufmerksamen Typ erzielt werden. Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass eine Eisentherapie bei ADHS-Patienten mit Eisenmangel in vielen Fällen eine Alternative darstellen kann, speziell beim unaufmerksamen Subtyp.

Referenz:
Soto-Insuga V et al.: Role of iron in the treatment of attention deficit-hyperactivity disorder; An Pediatr (Barc). 2013 Apr 10


Optimale Mikronährstoffversorgung – bessere Gedächtnisleistung

Mikronährstoffversorgung
Eine optimale Versorgung mit Vitamin B6, Zink und Jod in der Schwangerschaft verbessert die kognitiven Fähigkeiten des werdenden Kindes sowie die Motorik. Das geht aus einer wissenschaftlichen Studie der Harvard School of Health in Zusammenarbeit mit einer weiteren wissenschaftlichen Institution aus Indonesien und aus Großbritannien hervor.

In einer randomisiert durchgeführten Drei-Jahres-Follow-up-Studie mit 32.000 indonesischen Frauen untersuchten die Wissenschafter den Einfluss einer Mikronährstoffsupplementierung während der Schwangerschaft auf die kognitive Leistungsfähigkeit der werdenden Kinder.

Die drei- und eineinhalb-jährigen Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft Mikronährstoffe eingenommen hatten, wurden in zwei Gruppen eingeteilt:
Die MNN-Gruppe bildeten die Kinder, deren Mütter, während der Schwangerschaft folgende Mikronährstoffe erhielten: Vitamin D, E Retinol, Ascorbinsäure, Niacin, Zink, Kupfer, Selen, Jod, Vitamin B6 und 4 weitere B-Vitamine. Der anderen Gruppe waren die Kinder zugeordnet, deren Mütter als schwangere Frauen Eisen und Folsäure einnahmen (IFA-Gruppe).
Die Kinder der MNS-Gruppe zeigten im Vergleich zu denen der IFA-Gruppe einen signifikanten positiven Effekt hinsichtlich motorischer Entwicklung, visueller Aufmerksamkeit und räumlichem Vorstellungsvermögen – insbesondere dann, wenn die Mütter während der Schwangerschaft unterernährt oder anämisch waren.

Die Ergebnisse der Studie spiegeln die Bedeutung der Mikronährstoffe für die Entwicklung des Gehirns wieder und zeigen auf, wie sinnvoll entsprechende Supplemente insbesondere bei sozial Schwächeren sind.

Referenz:
HSPH News, 23. August, 2012: Studies explore micronutrients´effects in pregnant women and their children


Folsäurekonzentrationen beeinflussen kognitive Leistungsfähigkeit bei Kindern

Folsäure und Vitamin B12 sind in allen Altersgruppen wichtig für die Funktionsfähigkeit des Nervensystems. Obwohl verschiedene Studien einen Zusammenhang zwischen der Folsäure- bzw. der Vitamin-B12-Konzentration und der kognitiven Leistungsfähigkeit bei älteren Menschen aufzeigen, gibt es noch wenig Beweise, dass diese Vitamine auch für die kognitiven Funktionen bei Kindern bedeutsam sind.

Mit Hilfe von Daten von NHANES III untersuchten Wissenschaftler aus Philadelphia einen möglichen Zusammenhang zwischen der Folsäure- bzw. der Vitamin-B12-Konzentration und der kognitiven Leistungsfähigkeit bei Kindern. Höhere Serumkonzentrationen von Folsäure waren u.a. mit besseren Leseleistungen und bessere Leistungen im Block-Design-Test assoziiert.

Referenz:
Nguyen CT et al.: Serum folate but not vitamin B12 concentrations are positively associated with cognitive test scores in children aged 6 – 16 years; J Nutr. 2013 Feb. 6


Eisensupplemente vermindern ADHS-Symptomatik bei Kindern mit niedrigem Geburtsgewicht

Eisensupplemente, Geburtsgewicht
Schwedische Wissenschaftler verabreichten 285 Kindern mit grenzwertig niedrigem Geburtsgewicht von der sechsten Woche bis zum sechsten Monat entweder ein oder zwei Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht eines Eisensupplements. Die Kontrollgruppe erhielt kein Eisen.

Mit dreieinhalb Jahren wurden diese Kinder und 95 Kinder mit normalem Geburtsgewicht auf Intelligenz und Verhalten untersucht. Hinsichtlich der Intelligenz zeigten sich keine Unterschiede, aber bei Verhaltensproblemen wie ADHS war ein signifikanter Effekt der Eisensupplemente nachweisbar. Bei den Kindern, die kein Eisen erhalten hatten, zeigten 12,7 Prozent die Zeichen von Verhaltensproblemen, bei der Ein-Milligramm-Gruppe waren es 2,9 Prozent, bei der Zwei-Milligramm-Gruppe nur 2,7 Prozent.

Die Ergebnisse der Studie lassen den Schluss zu, dass eine frühe Eisensupplementierung bei Kindern mit niedrigem Geburtsgewicht gesundheitliche Vorteile bringt.

Referenz:
ScienceDaily, Dec. 10, 2012: Iron supplements reduce ADHS in low birth weight infants


Eisenmangel erkennen und behandeln

Eisenmangel
Dem Eisenstoffwechsel wird oft zu wenig Beachtung geschenkt –  sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie.

Um festzustellen, ob ein Eisenmangel vorliegt, reicht es nicht aus, nur die Eisenkonzentration im Blut zu messen, denn diese kann im Tagesverlauf stark schwanken. Man sollte auf jeden Fall das Ferritin bestimmen lassen. Ferritin ist ein Eisenspeicherprotein, das die Eisenversorgung am besten widerspiegelt.

Da Ferritin bei Entzündungen und Infekten ansteigt empfiehlt sich in diesen Fällen die Bestimmung weiterer Parameter wie Transferrinsättigung, löslicher Transferrin-Rezeptor und hsCRP. Nur dann kann wirklich eine Aussage getroffen werden, ob die Eisenversorgung ausreichend ist oder ein Mangel vorliegt. Weiterlesen


Eisenmangel und Verhaltensstörungen

Eisenmangel und Verhaltensstörungen
Die häufigste Mikronährstoff-Mangelerkrankung in den Entwicklungsländern ist die Eisenmangelanämie. Besonders schwangere Frauen und junge Kinder sind davon betroffen. Eisen ist ein bedeutsames Spurenelement, das unter anderem für die Bildung von Nervenbotenstoffen, für den Nervenstoffwechsel und für die Myelinbildung (Ummantelung, Isolierschicht der Nervenzellen) benötigt wird.

Indische Wissenschaftler untersuchten verschiedene Parameter des Eisenstoffwechsels bei 44 Kindern mit diagnostizierten Verhaltensstörungen und verglichen diese mit entsprechenden Kontrollpersonen. Weiterlesen


Eisenmangel und ADHS

Italienische Wissenschaftler beschäftigten sich in einem Fachartikel mit der Frage, ob die Behandlung eines Eisenmangels ADHS-Symptome verbessern und gleichzeitig die Risiken von ADHS-Medikamenten vermindern kann.

Es gibt vermehrt Hinweise, dass bei Patienten mit ADHS ein Eisenmangel im Gehirn vorliegt. Für den verminderten Eisengehalt im Gehirn ist neben einem peripheren Eisenmangel auch eine Fehlfunktion der Blut-Hirn-Schranke in Betracht zu ziehen.

Beobachtungen zeigen, dass Personen mit ADHS während ihrer Behandlung häufiger zu schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen neigen. Auch fällt die Prognose bei Herzversagen mit einem Eisenmangel schlechter aus. Deswegen liegt die Vermutung nahe, dass ein Eisenmangel sowohl den Schweregrad einer ADHS-Symptomatik erhöht als auch das Risiko für kardiovaskuläre Notfälle steigen lässt. Weiterlesen


Zink und Hirnleistungsfähigkeit

Zink und Hirnleistung
Im April 2005 wurde eine Studie des Agriculture Department´s Human Nutrition Research Center publiziert, in der der Effekt einer Zinksupplementierung bei Schulkindern untersucht wurde. 209 Jungen und Mädchen erhielten einen Fruchtsaft, der entweder pur oder mit 10 mg oder mit 20 mg Zink verabreicht wurde. Die Studie erstreckte sich über einen Zeitraum von 10 bis 12 Wochen. Zu Beginn und am Ende der Studie führten die Schulkinder verschiedene kognitive Tests am Computer durch. Die Kinder, die zusätzlich 20 mg Zink erhalten hatten, wiesen deutlich bessere Testresultate auf als die Nur-Saftkonsumenten. Die Ergebnisse für 10 mg Zink lagen dazwischen. Die Zinkanreicherung verbesserte auch das Erinnerungsvermögen und die Hand-Augen-Koordination. Weiterlesen


Vitamin B12 und Hirnstoffwechsel

Vitamin B12 und Hirnstoffwechsel
Es gibt mindestens zwei Beobachtungsstudien mit Kindern mit Vitamin-B12-Mangel. In der ersten Studie zeigten Kinder von Müttern, die sich makrobiotisch ernährten, eine verzögerte Entwickung der Motorik und des Sprachvermögens. Im Alter von 12 Jahren kam es bei den Kindern zu einer höheren Ausscheidung der Methylmalonsäure, eines typischen Markers für einen Vitamin-B12-Mangel. Schulkinder in Guatemala mit einem Vitamin-B12-Mangel zeigten langsamere Reaktionszeiten bei neuropsychologischen Tests und hatten vermehrt Probleme hinsichlich der Schulleistungen sowie Verhaltensauffälligkeiten. Ein Vitamin-B12-Mangel ist also mit einer schlechteren kognitiven Leistungsfähigkeit assoziiert. Weiterlesen


Zink und Dopamintransporter

Zink und Dopamin
Bekanntlich liegt bei ADHS eine Dysfunktion des Dopamintransporters vor. Der Dopamintransporter besitzt eine Zink-Bindungsstelle, mit deren Hilfe die Transporterfunktion beeinflusst werden kann. Es ist naheliegend, davon auszugehen, dass eine Zinksupplementierung bei ADHS-Patienten mit Zinkmangel den Zink-Bindungsstatus am Dopamintransporter verbessert. Geplant ist eine Studie zur Klärung der Frage, inwieweit Zink die Dopaminspiegel erhöhen kann. Weiterlesen


Erneut Mikronährstoffmängel bei ADS/ ADHS-Kindern festgestellt

Bei ägyptischen Kindern mit der Diagnose ADHS wurden die Spiegel von Zink, Ferritin und Kupfer bestimmt und mit den Werten einer Kontrollgruppe verglichen. An der Studie nahmen 58 Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis fünfzehn Jahren teil, die im Minia University Hospital behandelt wurden. Die Kontrollgruppe bestand aus 25 gesunden Kindern. Die Zink-, Ferritin- und Magnesiumspiegel waren bei den ADS-/ADHS-Kindern signifikant niedriger als bei den Kontrollpersonen; bei Kupfer zeigte sich keine signifikante Differenz. Weiterlesen


Mikronährstoff-Studie bei Erwachsenen mit ADHS-Symptomen

Wissenschaftler der Universität Canterbury, Neuseeland, untersuchten in einer Pilotstudie den Einfluss von Mikronährstoffen, hauptsächlich bestehend aus Vitaminen und Mineralstoffen, auf neurokognitive Funktionen bei 14 Erwachsenen mit ADHS-Symptomatik und starken Befindlichkeitsstörungen. An der Studie nahmen auch 14 gesunde Erwachsene als Kontrollgruppe teil, die keine Mikronährstoffpräparate einnahmen.

Bei allen Teilnehmern wurden jeweils zu Beginn und am Ende der Studie Tests hinsichtlich Gedächtnisleistung und exekutiver Funktionen durchgeführt. Nach Abschluss der achtwöchigen Studie konnten die Wissenschaftler feststellen, dass bei der ADHS-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe nach der Mikronährstoff-Therapie verschiedene Verbesserungen auftraten; diese bezogen sich auf verbales Lernen, kognitive Flexibilität etc. Die neurokognitiven Verbesserungen waren erheblich und gingen mit einer verbesserten psychischen Befindlichkeit einher.

Aufgrund der Studienergebnisse halten die Autoren zur Klärung der Frage, inwieweit eine Verbesserung der neurokognitiven Leistungsfähigkeit auch zu einer Verbesserung der psychiatrischen Symptome beitragen kann, weitere klinische und experimentelle Studien für erforderlich.

Referenz:
Julia J. Rucklidge, PhD et al.: Can micronutrients improve neurocognitive functioning in adults with ADHD and severe mood dysregulation? A pilot study; The Journal of alternative and complementary medicine; online ahead of print: Nov. 23, 2011

 


Bei ADHS: Mikronährstoffmängel beheben und Störfelder erkennen

Bei ADHS: Mikronährstoffmängel beheben und Störfelder erkennen

In Deutschland sind mehr als 5 Prozent der unter 17-Jährigen von einem ADHS-Syndrom betroffen, so ein Bericht von Spiegel online vom 05.09.2011. Sie sind zappelig, unkonzentriert, unaufmerksam, vorlaut oder verträumt, und aufgrund ihres Chaos im Kopf können sie dem Unterricht nicht folgen. Darunter leiden Erzieher, Lehrer und Mitschüler, doch am meisten natürlich die betroffenen Kinder und Jugendlichen selbst.

Bei ADS/ ADHS gehen die Wissenschaftler von einer Veränderung des Botenstoffwechsels, insbesondere von Dopamin, Noradrenalin und Serotonin, aus. Botenstoffe sind Signalmoleküle, die z.B. die Stimmung, die Aufmerksamkeit, die Kreativität oder die Lernfähigkeit stark beeinflussen. Die Veranlagung für ein ADS-/ ADHS-Syndrom können genetisch bedingt sein; zwischenzeitlich werden immer mehr Faktoren bekannt, die ebenfalls mit einem ADHS-Syndrom in Zusammenhang gebracht werden, wie z.B. Lebensmittelunverträglichkeiten, Umweltgifte und Mikronährstoffmängel.

Nach Ulf Sauerbrey von der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik und Theorie der Sozialpädagogik) verursachen einige Umweltgifte ähnliche Symptome wie ADHS. Eine Belastung mit Umweltgiften kann demnach zu neurobiologischen Auffälligkeiten und zu Verhaltensproblemen führen. Zu den Umweltgiften zählen u.a. Tabakrauch, Pestizide, polychlorierte Biphenyle (PCB) und Schwermetalle. Weiterlesen


Bei ADHS und Lernstörungen: Mikronährstoffhaushalt testen lassen!

Bei ADHS und Lernstörungen auf eine optimale Mikronährstoffersorgung achten

Jetzt zu Schulbeginn rückt für viele Eltern wieder das Problem mit ihrem Sohn oder ihrer Tochter in den Vordergrund: Das Kind ist zappelig, verträumt, aggressiv, hat Konzentrations- und/ oder Lernschwierigkeiten – und es leidet selbst am meisten darunter.

Laut einer Veröffentlichung der Techniker Krankenkasse werden immer mehr Psychopharmaka gegen ADHS verschrieben. Im Jahr 2009 nahmen ca. 27 von 1000 bei dieser Kasse versicherten Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 6 und 18 Jahren das Medikament Ritalin (Methylphenidat) ein. Über 1,7 Tonnen dieses Wirkstoffes gingen 2009 über den Apotheker-Ladentisch. Im Jahr 2006 waren es noch 1,2 Tonnen, was einer Steigerung von 42 Prozent entspricht.

Die TK warnt allerdings vor einer voreiligen Diagnose und medikamentösen Behandlung bei ADHS. “Denn die Langzeitfolgen von Ritalin und Co. sind noch nicht erforscht und die Nebenwirkungen sehr umstritten.” Bei einer falschen Dosierung können Angstzustände, Appetitlosigkeit oder auch Wachstumsstörungen die Folge sein. Psychopharmaka sollten deshalb nicht voreilig verschrieben werden, und es sollte immer zuerst überprüft werden, ob noch andere Ursachen vorliegen.

Wesentlich sanfter ist der Versuch, mit einer gezielten Mikronährstofftherapie den Hirnstoffwechsel wieder in Balance zu bringen: Bei ADS/ ADHS gehen Fachleute davon aus, dass der Stoffwechsel und das Gleichgewicht der Nervenbotenstoffe – insbesondere Dopamin – gestört sind. Es gibt zunehmend Hinweise, dass auch andere Neurotransmitter wie Noradrenalin und/ oder Serotonin beteiligt sind. In einer richtig angewandten orthomolekularen Therapie wird überprüft, ob dem Stoffwechsel überhaupt alle notwendigen Bausteine zur Verfügung stehen, um diese Botenstoffe zu bilden. Anschließend werden die fehlenden Mikronährstoffe gezielt in der richtigen Dosierung verabreicht. Einige Aminosäuren sind unmittelbar an der Bildung bestimmter Botenstoffe beteiligt. So werden aus der Aminosäure Tyrosin die Katecholamine Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin gebildet; und aus der Aminosäure Tryptophan entsteht der stimmungsaufhellende Botenstoff Serotonin. Natürlich sind noch weitere Mikronährstoffe am Stoffwechsel der Botenstoffe beteiligt, wie z.B. Vitamin C,  Vitamin B6, Eisen und Zink.

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Studie über Mikronährstofftherapie bei ADHS

ADHS
Forscher der University of Canterbury, Christchurch, untersuchten die Wirkung eines Mikronährstoffpräparates mit 36 Wirkstoffen, hauptsächlich Mineralstoffen und Vitaminen, in Bezug auf ADHS und starken Befindlichkeitsstörungen. An der achtwöchigen Open-Label-Studie nahmen 14 Erwachsene im Alter zwischen 18 und 55 Jahre teil, die an ADHS oder SMD litten und nicht mit entsprechenden Medikamenten behandelt wurden.

Eine Minderheit berichtete über vorübergehende leichte Nebenwirkungen. Signifikante Verbesserungen konnten u.a. hinsichtlich Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität, Impulsität, Stimmung, Stress und Ängstlichkeit beobachtet werden, insbesondere wenn die entsprechenden Symptome mittelgradig oder stark ausgeprägt waren.

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Vitamin-B1-Mangel und Sprachentwicklung

In einer israelischen Studie wurde untersucht, wie sich ein Vitamin-B1-Mangel im Säuglingsalter auf die kognitiven Fähigkeiten auswirkt. An der Studie nahmen 59 Kinder im Alter von 5-7 Jahren teil, die während ihres ersten Lebensjahres ein Vitamin-B1-armes Milchersatzpräparat zu sich genommen hatten. In der Kontrollgruppe befanden sich 35 Kinder gleichen Alters, die als Säugling mit unterschiedlichen Milcharten gefüttert worden waren.

Es wurden insgesamt 7 Tests durchgeführt betreffend Auffassungsgabe, Vorstellungsvermögen, Wortverständnis, Begreifen, Sprachentwicklung, Sprachbegabung etc.

Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass ein Vitamin-B1-Mangel in der Kindheit zu schweren lang anhaltenden Sprachstörungen führen kann: 57 der 59 Kinder, die in früher Kindheit an einem Vitamin-B1-Mangel gelitten hatten, zeigten Sprachstörungen. Im Vergleich dazu waren es in der Kontrollgruppe nur 3 von 35 Kindern.


Referenz:
Iris Fattal et al.: The crucial role of thiamine in the development of syntax and lexical retrieval: a study of infantile thiamine deficiency; Oxford Journals Medicine Brain/ Volume 134/ Issue 6/ Pp.1720-1739


Wirkung von essentiellen Fettsäuren bei ADHS-Kindern mit Eisenmangel und Schlafstörungen

Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität bilden die Hauptmerkmale bei ADHS-Patienten. Üblicherweise leiden diese Kinder an Schlafstörung und Mangelernährung, welche in Kombination mit einer Anämie und einem Mangel an mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, depressiver Verstimmung und schlechtem Essverhalten führen können.

In einer Studie mit ADHS-Kindern zwischen 9 und 12 Jahren wurde untersucht, welche Auswirkung eine 10-wöchige Supplementierung von ungesättigten Fettsäuren auf das Verhalten der Kinder hat. Beurteilt wurden die sechs Kriterien: Kooperation, Stimmung, Konzentration, Hausaufgabenerledigung, Müdigkeit und Schlafqualität. Der Eisenstatus wurde ebenfalls untersucht. Das Ergebnis der Studie zeigt, dass eine Supplementierung mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu einer signifikanten Verbesserung von Lebensqualität, Konzentrationsfähigkeit, Schlafqualität und Hämoglobinkonzentration führt.

Referenz:
S. Yehuda et al.: Effects of essential fatty acids in iron deficient and sleep-disturbed attention deficit hyperactivity disorder (ADHD) children, European Journal of Clinical Nutrition, 18.05.2011


Mikronährstoffanalysen bei ADS/ ADHS

Mikronährstoffanalysen bei ADHS

Verhaltensauffälligkeiten, ob in Richtung hyperaktiv oder eher verträumt, sind für die Kinder und auch für die Betreuer sehr belastend, und viele Eltern suchen nach Alternativen zu den herkömmlichen Behandlungsmethoden mit Psychopharmaka.

Bei ADHS/ ADS gehen die Experten davon aus, dass der Stoffwechsel der Botenstoffe Noradrenalin, Dopamin und Serotonin gestört ist. Die Orthomolekulare Medizin vermag den Stoffwechsel dieser und weiterer Botenstoffe in vielen Fällen positiv zu beeinflussen, insbesondere dann, wenn ein Mangel an bestimmten Aminosäuren, Magnesium, Zink, B-Vitaminen u.a. vorliegt.

Die Basis für eine gezielte Therapie mit Mikronährstoffen bildet immer eine Blutanalyse, die es ermöglicht, eine genaue Therapieempfehlung auszusprechen. Das Diagnostische Centrum für Mineralanalytik und Spektroskopie DCMS GmbH, ist eine Praxis für Mikronährstoffmedizin, die sich auf orthomolekulare Laboruntersuchungen spezialisiert hat. Das DCMS bietet insbesondere auch bei ADS, ADHS, Lernstörungen etc. entsprechende Mikronährstoffanalysen mit einer entsprechenden Therapieemfpehlung an. Weitere Infos

Bild: Archiv, Autor: Karin ©


Die Rolle von Vitamin B6 bei ADHS

Vitamin B6 ist ein wasserlösliches Vitamin, das an einer ganzen Reihe von biologischen Prozessen beteiligt ist, wie Protein-Stoffwechsel, Immunfunktion, Hämoglobin-Synthese, Regulierung des Blutzuckerspiegels u.a. Von Interesse im Rahmen einer Mikronährstofftherapie bei ADHS ist, dass Vitamin B6 für die Bildung der Botenstoffe Dopamin, Noradrenalin und Serotonin erforderlich ist.

Bislang sind noch wenige Studien über den Einsatz von Vitamin B6 bei ADHS bekannt.  In der März-Ausgabe der Zeitung „Magnesium Research“ findet man allerdings den Hinweis auf eine Studie, über die Behandlung mit Vitamin B6 in der Kombination mit Magnesium durch die sich die ADHS-Symptomatik verbessert hat .
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Eisen ist wichtig für Lernfähigkeit und Gedächtnisbildung

https://blog.adhs-ernaehrung.com/files/2014/03/Schultafel_Gerd-Altmann_pixelio-B.jpg
Eisen ist für die Hirnfunktion unerlässlich. Dazu eine Studie, die Anfang 2011 publiziert wurde:

Chilenische Wissenschafter untersuchten bei Hippocampuszellen den Einfluss von Eisenionen auf neurobiologische Prozesse. Der Hippocampus ist die Gehirnstruktur, die für die Merkfähigkeit und die Gedächtnisbildung eine zentrale Rolle spielt. Dem Lernen liegt neurobiologisch eine Langzeitpotenzierung zugrunde (LTP). Im Rahmen der LTP werden Signalwege und biochemische Reaktionen in Gang gesetzt, die dann ein längerfristiges Abspeichern von Informationen ermöglichen. Weiterlesen


Cholin und Gedächtnisbildung

Cholin ist ein wichtiger Mikronährstoff und kann im Körper selbst hergestellt werden. Dazu müssen jedoch die Aminosäuren Serin und Methionin in entsprechender Menge zur Verfügung stehen. Ein Mangel an diesen Aminosäuren kann dazu führen, dass Cholin nicht ausreichend gebildet werden kann.

Dieser Mangelzustand bleibt natürlich nicht ohne Folgen. Cholin ist an sehr vielen Vorgängen im Körper beteiligt. Aus Cholin und Serin wird z.B. der Neurotransmitter Acetylcholin gebildet. Dieser Nervenbotenstoff ist für die Gedächtnisbildung und Konzentrationsfähigkeit von großer Bedeutung.

Außerdem findet man Cholin in der Großhirnrinde, wo es dafür verantwortlich ist, Milliarden Zellen am Leben zu erhalten. Ein Mangel an Cholin führt in diesem Teil des Gehirns zum Zelluntergang (die so genannten cholinergen Neurone sterben ab), und es kommt zu Ablagerungen und Plaques im Gehirn. Vergesslichkeit und Konzentrationsschwäche sind die Folge.

Cholin ist eines der besten natürlichen Beruhigungsmittel und hat eine entspannende Wirkung. Anzeichen, die auf einen Cholinmangel hinweisen können, sind z.B.: Vergesslichkeit, Gedächtnisschwäche, Konzentrationsstörungen, Gereiztheit, Schlafstörungen, Kreislaufbeschwerden etc.

Referenzen:
Fit durch Vitamine, Klaus Oberbeil, Südwest Verlag 2003
Cholin, Wikipedia.de
Autor:admin-Michi ©


Eisen und Lernstörungen

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass weltweit etwa 25 % der Weltbevölkerung eine Anämie hat. Global liegt bei Kindern im Vorschulalter das Risiko, an einer Anämie zu leiden, bei 47,4 % und bei schulpflichtigen Kindern bei 25,4%. Eine wesentliche Ursache ist der Eisenmangel.

Eine ganze Reihe von Fall-Kontroll-Studien zeigt, dass Säuglinge mit Eisenmangel-Anämien im Gegensatz zu Säuglingen mit normalen Eisenwerten in der Bewertung der geistigen Entwicklung deutlich schlechter abschnitten. Eine Eisenmangelanämie wird mit unglücklicheren, vorsichtigeren und anhänglicheren Kindern in Verbindung gebracht.

Die Wichtigkeit eines guten Eisenstatus zeigte auch eine englischen Doppelblindstudie: Die 18 Monate alten Kinder, die während eines Zeitraumes von 2 Monaten Eisenpräparate erhielten, nahmen mehr an Gewicht zu und zeigten eine bessere psychomotorische Entwicklung als erwartet.

Die Studie in Flordia zeigt die langfristigen Folgen eines Eisenmangels im Säuglingsalter auf. Es bestand ein enger Zusammenhang zwischen leichten bis mäßigen Lernstörungen im Alter von 10 Jahren und einer Eisenmangelanämie im Säuglingsalter.

Referenz:
The influence of dietary status on the cognitive performance of children, David Benton, Department of Psychology, University of Swansea, Wales, UK, Mol. Nutr. Food Res 2010

 


Mikronährstoffe verbessern ADHS-Symptomatik

Es ist schon länger bekannt, dass langkettige Omega-3-Fettsäuren wie EPA und DHA eine zentrale Rolle für das zentrale Nervensystem spielen. Sie sind essentiell für eine normale Hirnfunktion, einschließlich Aufmerksamkeit und anderer neuropsychologischer Fähigkeiten.

Wissenschaftler der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz untersuchten jetzt bei 810 Kindern im Alter von 5 bis 12 Jahren den Effekt einer Mikronährstoff-Supplementierung auf die ADHS-Symptomatik über einen Zeitraum von 3 Monaten. Die Kinder und Jugendlichen nahmen in dieser Zeit eine Kombination von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sowie Zink und Magnesium ein.

Die klinischen Symptome der ADHS-Symptomatik wurden über standardisierte Fragebögen erfasst. Außerdem wurde die Akzeptanz der Nahrungsergänzungstherapie dokumentiert.

Nach zwölf Wochen zeigte sich eine deutliche Besserung der ADHS-Symptomatik. Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass eine Kombination aus Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, Zink und Magnesium einen günstigen Effekt auf Verhaltens- und emotionale Probleme bei Kindern und Jugendlichen hat. In Anbetracht der positiven Verhaltensänderungen und des geringen Risikos, kann eine Supplementierung von ungesättigten Fettsäuren in Kombination mit Zink und Magnesium empfohlen werden.

Referenzen:
Supplementation of polyunsaturated fatty acids, magnesium and zinc in children seeking medical advice for attention-deficit/hyperactivity problems – an observational cohort study, Michael Huss et al.: lipidworld.com, 24 September 2010
Bild: Archiv; Autor: Dr. med. Hans-Günter Kugler ©


Mit gesunden Ölen die Lernfähigkeit und Gehirnentwicklung unterstützen

Dass es gute und schlechte Öle gibt, ist heutzutage im Allgemeinen bekannt. Eine wichtige Rolle spielen die Omega-3- und die Omega–6-Fettsäuren, langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Die Alpha-Linolensäure (Omega 3) und die Linolsäure (Omega 6) sind essentiell, das bedeutet, dass sie dem Körper über die Nahrung zugeführt werden müssen, da dieser sie nicht selber herstellen kann.

Eine gute Versorgung mit diesen Fetten ist unter anderem für das Nervensystem und für das Gehirn wichtig. Sie wirken sich positiv auf die Lernfähigkeit, die Gedächtnisbildung und die psychische Befindlichkeit aus. So ist z.B. die Docosahexaensäure (DHA), welche zu den Omega-3-Fettsäuren gehört, an der Übermittlung von Signalen im Gehirn beteiligt. DHA kommt in großen Mengen in den Membranen menschlicher Gehirnzellen vor und sorgt für ein gut funktionierendes Gehirn.

Zu den guten Speiseölen gehören z.B. Öle aus Sonnenblumenkernen, Leinsamen, Hanf, Raps und Nüssen (Walnussöl), aber auch Distelöl und Olivenöl. Wichtig ist, auf gute Qualität zu achten. Das Öl sollte nicht über 40 Grad erhitzt worden sein, am besten kalt gepresst. Auch sollten die Öle aus biologischem Anbau stammen, da Pestizide und viele Schadstoffe fettlöslich sind und so in unseren Körper gelangen. Gesunde Öle sind trüb, also niemals gebleicht.

Aber auch die richtige Mischung ist wichtig:
Ungefähr 80 Prozent der Weltbevölkerung leidet unter einem Mangel an Omega-3-Fettsäuren, hingegen die Omega-6-Fettsäuren meist im Überfluss verzehrt werden. Lag das Verhältnis früher noch bei 1:1, so ist es heute bei 1:20-25. Ein Mischungsverhältnis von 2:1 wäre empfehlenswert. Gute Omega-3-Quellen sind Leinöl, Walnüsse, Hanföl, Leinsamen oder Algenpräparate. Ein Verzehr von Fisch ist nicht zu empfehlen, da dieser oft quecksilberbelastet ist.

Referenz:
Ernährung – Öle die helfen, Öle die heilen, Zeitschrift Bio, 2010/4
Jörg Blech, Ernährung – Dünger fürs Gehirn, Spiegel Online, 20.12.2008
Burgersteins Handbuch Nährstoffe, Haug Verlag, 2007


Vitamin B12 und Folsäure und die Hirnentwicklung bei Kindern

Hirnentwicklung, Vitamin B12
Folsäure und Vitamin B12 sind im Stoffwechsel eng verbunden, so dass ein Mangel des einen Vitamins auch die Funktionsfähigkeit des anderen Vitamins beeinflusst.

Erwachsene haben eine Vitamin-B12-Reserve, die meist deutlich länger als ein Jahr anhält. Neugeborene verfügen nur über einen begrenzten Speicher. Wenn die werdende Mutter gut mit Vitamin B12 versorgt ist, kommt der Säugling mit einem Vitamin-B12-Speicher auf die Welt, der für einige Monate reicht.Ein Vitamin-B12-Mangel wirkt sich auch auf die Myelinisierung der Nerven aus. Die Myelinscheiden sind die Ummantelung der Nerven. Außerdem ist bei einem Vitamin-B12-Mangel der Stoffwechselweg des Homocysteins beeinträchtigt, was sich wiederum auf die Bildung von Nervenbotenstoffen auswirkt.

Homocystein ist ein Stoffwechselprodukt, das natürlicherweise im Stoffwechsel der Aminosäure Methionin entsteht. Da Homocystein in höheren Dosen schädlich ist, muss es schnell abgebaut werden. Bei einem Vitamin-B12-Mangel kann es auch zu einem Ungleichgewicht zwischen neurotrophen und neurotoxischen Zytokinen (Zytokine = Botenstoffe des Immunsytems) kommen. Neurotrophine sind Nervenwachstumsfaktoren, die zur Gedächtnisbildung beitragen.Außerdem kann es zu einer Anreicherung von Milchsäure (Laktat) in den Hirnzellen kommen.

Ein Vitamin-B12-Mangel in der Kindheit hat möglicherweise langfristige Konsequenzen. Man konnte nachmessen, dass eine unzureichende Vitamin-B12-Versorgung im 6. Lebensjahr die fluide Intelligenz in der Pubertät vermindern kann – auch dann, wenn später ausreichend Vitamin-B12 zugeführt wird. Ein langdauernder Vitamin-B12-Mangel kann zu schweren bleibenden Hirnschäden führen.Eine ausreichende Folsäurezufuhr während der Schwangerschaft ist von zentraler Bedeutung zur Vermeidung von Neuralrohrdefekten. Es konnte auch nachgewiesen werden, das ein Folsäuremangel der Mutter während der Schwangerschaft zu einer abnormalen oder verzögerten Entwicklung des Kindes führt.

Referenz:
David Benton: The influence of dietary status on the cognitive performance of children; Mol. Nutr. Food Res. 2010, 54, 457-470
Autor: Dr. med. Hans-Günter Kugler ©