ADHS ist mit allergischen Symptomen assoziiert

ADHS und Allergien
Wissenschaftler aus Taiwan untersuchten bei 216 Kindern mit der Diagnose ADHS und bei 216 Kontrollpersonen verschiedene Blutwerte und auch Symptome von allergischen Erkrankungen. Die Kinder mit ADHS zeigten beträchtlich niedrigere Hämoglobinspiegel, außerdem niedrigere Serotoninkonzentrationen, höhere IgE-Spiegel und eine höhere Zahl eosinophiler Granulozyten. Daraus kann geschlossen werden, dass ADHS offensichtlich mit einer erhöhten allergischen Reaktionsbereichtsbereitschaft verbunden ist.

Kommentar:
Da bei den ADHS-Kindern der Hämoglobinspiegel zu niedrig ist, sollte doch vermehrt der Eisenstatus beachtet werden, nachdem auch bereits viele Studien gezeigt haben, dass die ADHS-Symptomatik mit einem Eisenmangel zusammenhängt.

Referenz:
Wang LJ et al.: Attention deficit-hyperactivity disorder is associated with allergic symptoms and low levels of hemoglobin and serotonin. Sci Rep. 2018 Jul 6;8(1):10229.


Spurenelemente bei Kindern mit ADHS

Zink und ADHS

Forscher aus China untersuchten bei 419 Kindern mit ADHS und bei 395 Kontrollpersonen die Konzentrationen verschiedener Spurenelemente und fanden bei den ADHS-Patienten im Vergleich zur Kontrollgruppe niedrigere Zinkspiegel. Die niedrigen Zinkspiegel waren mit Symptom-Scores von ADHS assoziiert.

Referenz:
Yang R et al.: Blood Levels of Trace Elements in Children with Attention-Deficit Hyperactivity Disorder: Results from a Case-Control Study. Biol Trace Elem Res. 2018 Jun 16.


Vitamin D und ADHS

ADHS und Vitamin D

Bei ADHS ist von einer komplexen Pathophysiologie auszugehen, bei der auch die Versorgung mit Vitamin D eine Rolle spielen dürfte. Wissenschaftler aus dem Iran und aus Australien haben diesbezüglich einen Fachartikel publiziert. Vitamin D hat einen bedeutenden Schutzeffekt gegen Entzündungen und oxidativen Stress und erleichtert auch dopaminerge und serotonerge Funktionen. Die Vitamin-D-Spiegel sind bei Kindern mit ADHS niedriger als bei gesunden Kindern. Vitamin D hat eine neuroprotektive Funktion über verschiedene molekulare Mechanismen.

Referenz:
Saedisomeolia A et al.: Vitamin D’s Molecular Action Mechanism in Attention-Deficit/ Hyperactivity Disorder: A Review of Evidence. CNS Neurol Disord Drug Targets. 2018;17(4):280-290.


Spurenelemente bei Kindern mit ADHS

Wissenschaftler aus China untersuchten den Spurenelementstatus bei Kindern mit ADHS und ohne ADHS. In die Studie wurden 419 Kindern mit ADHS und 395 normale Kontrollpersonen einbezogen.

Die chinesischen Wissenschaftler fanden bei den ADHS-Kindern niedrigere Zinkspiegel als bei den Kontrollpersonen. Die Zinkspiegel waren negativ mit der Elterneinschätzung von Unaufmerksamkeit assoziiert. Bei den anderen gemessenen Spurenelementen (Kupfer, Eisen, Magnesium und Blei) zeigte sich in dieser Studie keine Auffälligkeiten bei den ADHS Kindern.

Referenz:
Yang R, Zhang Y et al.: Blood Levels of Trace Elements in Children with Attention-Deficit Hyperactivity Disorder: Results from a Case-Control Study; Biol Trace Elem Res. 2018 Jun 16.


Mikronährstoffe wichtig für die Hirnentwicklung des Kindes

Hirnentwicklung und Mikronährstoffe

Mikronährstoffe spielen eine zentrale Rolle für die Entwicklung des zentralen Nervensystems

In der Schwangerschaft und im Kleinkindesalter sollte deswegen unbedingt eine gute Versorgung mit Mikronährstoffen gewährleistet sein. Bei einer unzureichenden Aufnahme von Mikronährstoffen kann es zu schwerwiegenden Entwicklungsstörungen des Gehirns kommen.

Eisen ein wichtiges Spurenelement

Eisen ist essenziell für die Bildung der Myelinscheiden. Ein Eisenmangel führt zu einer unzureichenden Myelinisierung der Nerven und zu einem Mangel an Dopaminrezeptoren, was die Nervenimpulsübertragung verschlechtert. Bei Kindern mit Eisenmangelanämie wurde z.B. eine Verlangsamung der Nervenimpulsübertragung im Hirnstamm nachgewiesen. Der Eisenstoffwechsel hat auch eine wichtige Bedeutung für die Bildung der Omega-3-Fettsäure DHA. Ein Eisenmangel beeinträchtigt die Aktivität des Enzyms Delta-6-Desaturase, die für die DHA-Bildung benötigt wird.

Zink unabdingbar für die Entwicklung des Gehirns

Auch Zink ist für die Hirnentwicklung wichtig. Einige Studien zeigten einen Zusammenhang zwischen der Zinkkonzentration der Mütter und der motorischen und kognitiven Entwicklung im frühen Kindesalter. Ein weiteres wichtiges Spurenelement ist Kupfer, das für die Bildung der Myelinscheiden benötigt wird.

Vitamine und ihre Bedeutung für die Hirnentwicklung

Der Hirnstamm und das Kleinhirn sowie das limbische System reagieren besonders empfindlich auf einen Vitamin-B1-Mangel. Eine unzureichende Vitamin-B1-Zufuhr im Kleinkindesalter kann zu bleibenden Hirnschäden führen. Vitamin B6 ist erforderlich für die Bildung verschiedener Neurotransmitter. Auch Folsäure ist am Neurotransmitterstoffwechsel beteiligt und darüber hinaus von zentraler Bedeutung für alle Wachstumsvorgänge, da essenziell für die DNA-Synthese. Vitamin B12 ist neben Eisen und Kupfer ebenfalls an der Myelinsynthese beteiligt.

Ein Vitamin-C-Mangel kann die Reifung des Gehirns und die Nervenzelldichte negativ beeinflussen. Vitamin D induziert die Bildung des Nervenwachstumsfaktors und fördert das Wachstum der Nervenzellen. Ein Vitamin-D-Mangel in der Schwangerschaft kann mit Veränderungen einiger Strukturen des zentralen Nervensystems beim Kind verbunden sein. Ein Vitamin-D-Mangel während der Hirnentwicklungsphase vermag zu Störungen von Verhalten, Gedächtnis und Lernvermögen führen. Auch Vitamin E ist ein wesentlicher Mikronährstoff für die Hirnfunktion, da es die empfindlichen Strukturen des Gehirns vor Oxidation schützt.

Laboranalyse und Therapie mit Mikronährstoffen

Mikronährstoffdefizite in der Schwangerschaft, im Säuglings- und im Kleinkindesalter können zu Entwicklungsstörungen führen. Eine Beeinträchtigung der Hirnentwicklung bei Kleinkindern durch Mikronährstoffmängel kann bleibende Schäden nach sich ziehen, die dann auch noch im Erwachsenenalter nachweisbar sind.

Um dies zu vermeiden sollten Mikronährstoffdefizite rechtzeitig erkannt und behoben werden, dazu empfehlen wir die Durchführung des DCMS-Neuro-Checks.

Referenz:
González HF et al.: Micronutrients and neurodevelopment: An update. Arch Argent Pediatr. 2016 Dec 1;114(6):570-575.

Weitere Infos:
– Praxis für Mikronährstoffmedizin –
Diagnostisches Centrum für Mineralanalytik
und Spektroskopie DCMS GmbH
Löwensteinstraße 9
D-97828 Marktheidenfeld
Tel. +49/ (0)9394/ 9703-0
www.diagnostisches-centrum.de


Vitamin-D-Mangel und ADHS

Vitamin D und ADHS
ADHS ist die häufigste neuropsychiatrische Störung im Kindesalter. Neuerdings ergaben sich auch Hinweise, dass möglicherweise ein Vitamin-D-Mangel bei der Entstehung von ADHS beteiligt ist. Die Studiengruppe umfasste 105 Kinder mit ADHS; 95 gesunde Kinder bildeten eine Kontrollgruppe. Bei den Studienteilnehmern wurde 25-OH-Vitamin-D3, Parathormon, Calcium, Phosphat und alkalische Phosphatase bestimmt. Bei den Kindern mit ADHS wurden ein Vitamin-D-Mangel sowie verminderte Konzentrationen von Calcium und Phosphat beobachtet. Bei den Kindern mit ADHS zeigte sich kein Zusammenhang zwischen 25-OH-Vitamin-D3 und dem Parathormonspiegel, wohingegen bei den gesunden Kontrollpersonen höhere 25-OH-D3-Konzentrationen mit niedrigeren Parathormonspiegeln verbunden waren. Offensichtlich ist bei ADHS-Patienten die Rückkoppelung zwischen Vitamin D und Parathormon gestört.

Referenz:
Avcil S et al.: Vitamin D Deficiency and a Blunted Parathyroid Hormone Response in Children with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder. Clin Lab. 2017 Mar 1;63(3):435-443.


Vitamin D als Begleittherapie bei ADHS

Vitamin D und ADHS

Wissenschaftler aus dem Iran untersuchten bei 62 Kindern im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren mit der Diagnose ADHS, inwieweit 2000 I.E. Vitamin D3 zusätzlich zu Methylphenidat die ADHS-Symptomatik beeinflusste. Sie konnten nachweisen, dass durch die Vitamin-D3-Supplementierung die abendlichen Symptome von ADHS gebessert wurden.

Referenz:
Mohammadpour N et al.: Effect of vitamin D supplementation as adjunctive therapy to methylphenidate on ADHD symptoms: A randomized, double blind, placebo-controlled trial. Nutr Neurosci. 2016 Dec 7:1-8


Oxidativer Stress bei AHDS

oxidativer Stress

Wenn im Körper mehr freie Radikale gebildet werden als  Radikalfänger vorhanden sind, entsteht ein Ungleichgewicht – man spricht von oxidativem Stress. Antioxidantien wie z.B. Vitamin C, E, Coenzym Q10 sind solche Radikalfänger. Sie reagieren mit freien Radikalen und machen diese unschädlich – sie schützen sozusagen die Zellen vor Oxidation.

In einer Studie wurden bei 76 Kindern mit ADHS und bei 78 gesunden Kindern verschiedene Parameter des oxidativen Stresses bestimmt. Es zeigte sich, dass die Kinder mit ADHS im Vergleich zu den Kontrollpersonen einen signifikant erhöhten oxidativen Stress hatten.

Referenz:
Sezen H, Kandemir H et a.: Increased oxidative stress in children with attention deficit hyperactivity disorder; Redox Rep. 2016 Feb 17


Besser Lernen mit einer optimalen Mikronährstoffversorgung

lernen, studieren

Lernstörungen – Legasthenie und Dyskalkulie

In Deutschland leiden etwa fünf Prozent der Kinder an einer Lernstörung, wie z.B. Legasthenie oder Dyskalkulie. Unter Legasthenie versteht man eine Lese-Rechtschreibschwäche, unter Dyskalkulie eine Rechenstörung. Die Ursachen beider Lernstörungen sind noch nicht hinreichend geklärt. Klar ist, dass diese Lernstörungen keineswegs Ausdruck einer mangelnden Intelligenz sein müssen, möglicherweise arbeiten die Gehirne einfach anders.

Vielleicht fehlen dem kindlichen Gehirn aber auch jene Biomoleküle, die für eine optimale Gehirnleistung erforderlich sind? Die Orthomolekulare Medizin bietet einen sinnvollen und logischen Ansatzpunkt, den Hirnstoffwechsel zu verbessern. Das Gehirn als sehr stoffwechselaktives Organ ist auf eine hohe Energiezufuhr angewiesen. Dazu sind die Makronährstoffe und viele Mikronährstoffe erforderlich.

Fehlen dem Organismus wichtige Mikronährstoffe wie Aminosäuren, Vitamine, Spurenelemente etc.?

Neurotransmitter sind wichtig für Lernen, Denken, Konzentration, Kreativität, Motivation etc. und auch hier gilt: Sind alle für die Bildung der Botenstoffe relevanten Mikronährstoffe in ausreichender Menge im Stoffwechsel vorhanden?

Aminosäuren

Insbesondere sollte auch auf die Aminosäuren geachtet werden, die entweder selbst als Botenstoffe fungieren oder deren Vorstufen sind oder für anderweitige Prozesse im Nervensystem herangezogen werden. Die Aminosäure Serin ist z.B. die Vorstufe des Neurotransmitters Acetylcholin. Acetylcholin ist u.a. notwendig für Lernen und Gedächtnisbildung. Aus Arginin wird Stickstoffmonoxid gebildet, das für die Nervenimpulsübertragung notwendig ist und am Langzeitgedächtnis beteiligt ist. Bei einem Mangel an Glutaminsäure kann es zu Lernstörungen kommen. Die Aminosäure Glutamin kann als Energiesubstrat herangezogen werden, wenn dem Stoffwechsel Glukose fehlt. Die Aminosäure Tyrosin ist Ausgangsstoff für Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin – den Katecholaminen, die u.a. für die Motivation und Konzentration wesentlich sind. Aus der Aminosäure Tryptophan wird der Botenstoff Serotonin gebildet, der auch bei Kindern eine wichtige Rolle für Ausgeglichenheit, Stimmung und geruhsamen Schlaf spielt.

B-Vitamine

Die Gruppe der B-Vitamine übt ebenfalls vielfältige Funktionen im Hirnstoffwechsel aus. Auch sie sind vor allem für die Bildung von Botenstoffen und für die Energiegewinnung erforderlich, und das Gehirn hat, wie gesagt, einen sehr hohen Energiebedarf. Vitamin B1 ist notwendig, um aus Glukose Energie zu gewinnen. Ein B1-Mangel kann deshalb zu Leistungsabfall und Müdigkeit führen. Vitamin B3 ist wichtig für die Energiebildung in den Mitochondrien der Zelle. Die Vitamine B6, B12 und Folsäure sind erforderlich für so genannte Methylierungsreaktionen, die für die Bildung fast aller Neurotransmitter notwendig sind. Ein B12-Mangel kann sich z.B. in starken Gedächtnisstörungen äußern.

Eisen

Eisen hat mehrere Funktionen im Stoffwechsel des Gehirns. Es ist für die Myelinsynthese, für den Energiestoffwechsel der Nervenzellen, für die Ausbildung von Synapsen und Dendriten und auch für die Bildung von Dopamin und Serotonin erforderlich. Bei einem Eisenmangel kann es zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Hirnstoffwechsels kommen. Ein Eisenmangel in der Kindheit wird auch heutzutage leider oftmals unterschätzt und kann neben körperlichen Entwicklungsstörungen zu nicht wiedergutzumachenden kognitiven Störungen führen. Bitte lieber einmal einen Eisenwert zu viel als zu wenig bestimmen!

Therapie mit Mikronährstoffen bei Lernstörungen

Dies waren einige Beispiele dafür, warum eine optimale Versorgung mit Mikronährstoffen für den Schüler und für die Schülerin so wesentlich ist. Um herauszufinden, welche Mikronährstoffe dem Stoffwechsel fehlen, kommt man an einer Laboranalyse nicht vorbei. Wir empfehlen bei Lernstörungen und Konzentrationsstörungen etc. die Durchführung des DCMS-Neuro-Checks. Auf der Grundlage dieser Mikronährstoffanalyse kann dann eine gezielte, individuelle Supplementierung mit Mikronährstoffen erfolgen.


Wachstumsfaktor (BDNF) und kognitive Funktionen bei Kindern mit Eisenmangelanämie

IQ
Es ist schon länger bekannt, dass eine Eisenmangelanämie einen negativen Einfluss auf die Hirnleistung hat, die verschiedenen Mechanismen dieser Effekte sind jedoch noch umstritten. BDNF ist ein wichtiger Nervenwachstumsfaktor und spielt eine wichtige Rolle für Gedächtnisfunktionen und das Lernen.

In der Ambulanz der Kinderklinik der Ain Shams University wurde zwischen Mai 2009 und März 2010 eine Querschnitts-Fallkontroll-Studie durchgeführt, zur Klärung eines möglichen Zusammenhangs zwischen der BDNF-Konzentration und der kognitiven Funktion bei Kindern mit einer Eisenmangelanämie.

An der Studie nahmen 27 Kinder mit einer Eisenmangelanämie teil. Das Alter der Kinder lag zwischen fünf und elf Jahren. Die Eisenmangelanämie wurde wie folgt definiert: Hämoglobinwert kleiner als 11 g/ dl und Ferritinwert kleiner als 12 ng/ ml.

Neben der ausführlichen Anamnese und klinischen Untersuchung wurde der komplette Blutstatus ermittelt und zusätzlich Ferritin und BDNF im Serum bestimmt. Für die kognitive Bewertung führten die Wissenschaftler den Wechsler-Intelligenztest durch. In die Studie wurde eine Kontrollgruppe mit 50 gesunden Kindern mit einbezogen.

Das Ergebnis der Studie war Folgendes:
Die Kinder mit einer Eisenmangelanämie schnitten im Vergleich zur den gesunden Kindern bei dem Wechsler-Intelligenztest schlechter ab. Sie hatten niedrigere Werte im Gesamt-IQ-Test und eine schlechtere sprachliche Leistungsfähigkeit. Der Gesamt-IQ-Score korrelierte signifikant mit dem Hämoglobinwert. Die BDNF-Konzentrationen waren bei den Patienten mit Eisenmangelanämie nicht signifikant niedriger als in der Kontrollgruppe, zeigten aber dennoch eine positive Übereinstimmung mit dem Wechsler-IQ-Test dieser Patienten.

Kommentar:
Eisen ist für die Hirnentwicklung bei Kindern und Jugendlichen von zentraler Bedeutung. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, den Eisenstatus bestimmen zu lassen, um rechtzeitig den negativen Auswirkungen eines Eisenmangels entgegenzuwirken.

Referenz:
Nassar, M. F. et al.: Brain derived neurotrophic growth factor and cognitive function in children with iron deficiency anemia. British Journal of Medicine and Medical Research 2014 Vol. 4 No. 18 pp. 3561-3570


Aktueller Filmtipp: „Ruhig gestellt und angepasst“

Filmtipp: Ruhig gestellt und angepasst
Am 18.09.2014 um 22 Uhr und am 19.09.2014 um 10.15 Uhr läuft auf alpha-Österreich nochmals die Fernsehdokumentation zum Thema ADHS: „Ruhig gestellt und angepasst – Warum 80 Millionen Kinder weltweit Drogen nehmen sollen“. In diesem Film werden verschiedenste Ursachen für ADHS erörtert, wie z.B. falsche Ernährungsweise, hoher Fernsehkonsum, Schadstoffbelastungen, Strahlenbelastungen, Impfungen, Bewegungsmangel und vieles mehr.

Der Film stellt auch kritische Fragen zu den gegenwärtigen Behandlungsstrategien bei ADHS, insbesondere zu Psychopharmaka. Alternative Behandlungsmöglichkeiten werden ausführlich dargestellt: z.B. Homöopathie, Bewegungstherapie etc. Zu den unterschiedlichen Behandlungsmethoden werden Kinderärzte und Kinderpsychiater und auch betroffene Eltern und Kinder befragt.

Die Mikronährstofftherapie wurde als sinnvoller Therapiebaustein beschrieben. Zahlreiche Mikronährstoffe können mit der heutigen Ernährung nicht mehr in ausreichender Menge aufgenommen werden, was dann zu ausgeprägten Mikronährstoffmängeln bei Kindern führen kann. Fehlen diese „hirnaktiven Stoffe“, wie Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren und Fettsäuren, kann es zu Störungen im Hirnstoffwechsel kommen. Liegt zum Beispiel ein Eisenmangel vor, dann kann dies zu einer Störung des Dopaminstoffwechsels führen.

Das Diagnostische Centrum für Mineralanalytik und Spektroskopie ist eines der wenigen Institute, die diese Spur verfolgt. Hier wurde schon das Blut vieler ADHS-Kinder hinsichtlich eines Mikronährstoffmangels genau untersucht und eine gezielte Mikronährstofftherapie eingeleitet.

Interesse geweckt? Hier der Link zur Programmvorschau

Referenz:
Programm.ard.de


N-Acetylcystein bei autistischen Störungen

N-Acetylcystein und Autismus
Wissenschaftler aus dem Iran untersuchten, inwieweit NAC zusätzlich zu Risperidon die Symptomatik bei autistischen Erkrankungen beeinflusst. In die Studie wurden 70 Kinder und Heranwachsende mit autistischen Störungen einbezogen. Die Hälfte der Studienteilnehmer erhielt zusätzlich zu Risperidon 1200 mg NAC, die andere Hälfte der Studienteilnehmer bekam ein Placebopräparat zusätzlich zur Standardmedikation. In der NAC-Gruppe kam es im Vergleich zur Placebogruppe zu einer deutlichen Verminderung der Irritabilität bei Kindern und Jugendlichen. Allerdings wurden die Kernsymptome des Autismus nicht beeinflusst.

Referenz:
Ghanizadeh A et al.: A randomized double blind placebo controlled clinical trial of N-Acetylcysteine added to risperidone for treating autistic disorder. BMC Psychiatry. 2013 Jul 25;13:196.

 

 


ADHS-Medikamente nicht immer wirksam und gar nicht so harmlos

ADHS-Medikamente
ADHS hat sich zu einem „Boom“ entwickelt: Mittlerweile liegt der Bundesdurchschnitt bei knapp 12 Prozent.

Die hohe Anzahl an Diagnosestellungen „ADHS“ wird durchaus kritisch zur Kenntnis genommen. Aufgrund der großen regionalen Unterschiede liegt der Verdacht nahe, dass nicht die Erkrankungen zunehmen, sondern die Diagnosen. In der Region Würzburg wurde beispielsweise im Jahr 2011 bei fast 19 Prozent aller Jungen zwischen 10 und 12 Jahren die Diagnose ADHS festgestellt.

Auch immer mehr junge Erwachsene bekommen laut Angabe der Techniker Krankenkasse (TK) Medikamente gegen ADHS verschrieben. Von 2011 bis 2012 ist die Zahl der Verschreibungen bei den 17- bis 20-Jährigen um 12 Prozent gestiegen.

Es mehren sich allerdings auch die kritischen Stimmen gegen die hohe Zahl der Medikamenteneinnahme bei ADHS:

US-Forscher haben herausgefunden, dass eine Langzeiteinnahme von Ritalin den Hirnstoffwechsel verändern kann. In einer Studie, die mit Erwachsenen durchgeführt wurde, haben die Forscher festgestellt, dass das Medikament Ritalin im Belohnungszentrum ausgerechnet eine Zunahme des Eiweißes nach sich zieht, was durch das Medikament eigentlich gehemmt werden sollte. Daraus könnte man schließen, dass sich eine Toleranz gegen das Mittel einstellen würde, und das Absetzen des Medikaments könnte dann die Symptomatik verstärken.

Bei den meisten Vorschulkindern scheint eine medikamentöse Behandlung gar nicht zu greifen. Das haben Wissenschaftler in einer Langzeitstudie mit 186 Kindern mit der Diagnose ADHS herausgefunden. Etwa zwei Drittel der Kinder wurden medikamentös behandelt, ein Drittel der Kinder bekam keine Medikamente. Nach sechs Jahren – am Ende der Studie – hatten 90 Prozent der Kinder wie zu Beginn der Studie immer noch ADHS-Symptome. Bezüglich der Ausprägung der ADHS-Symptomatik konnte bei beiden Gruppen keine Unterschiede festgestellt werden.

Referenzen:

  • Focus.de, 17.05.2013: Ritalin kann zu Langzeitfolgen im Gehirn führen
  • süddeutsche.de, 29.01.2013: Krankenkasse warnt vor „Generation ADHS“
  • welt.de, 29.05.2013: ADHS-Medikamente bei Vorschülern fast wirkungslos



Mikronährstoffbedarf bei Jugendlichen

Mikronährstoffbedarf bei Jugendlichen
Leider ist immer noch weitläufig die Meinung verbreitet, dass es in Deutschland bei „normaler“ Ernährung keine Mikronährstoffmängel gibt. Aber: Diese Annahme ist, schlicht und einfach, falsch. Denn: Mikronährstoffmängel sind in Deutschland relativ weit verbreitet, wie auch das Ergebnis der Nationalen Verzehrstudie II (NVS II) eindeutig aufzeigt.

Bei der Nationalen Verzehrstudie handelt es sich um eine bundesweite Befragung zur Ernährung von Jugendlichen und Erwachsenen. Es wurden umfassende Daten erhoben und mit der Zufuhrempfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung verglichen, mit den so genannten D-A-CH-Referenzwerten. Bei den D-A-CH-Referenzwerten handelt es sich um Empfehlungen, die eine ausreichende Mikronährstoffzufuhr bei gesunden Personen sicherstellen sollen. Bei kranken Menschen kann der Bedarf an Mikronährstoffen weitaus höher liegen, weswegen man diese Referenzwerte als absolute Mindestwerte ansehen sollte.

Über 90 Prozent der deutschen Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren erreichen nicht die empfohlene Tageszufuhr für Vitamin D. Bei Folsäure sieht es ähnlich aus: 65,9 Prozent der männlichen Jugendlichen und 77,8 Prozent der weiblichen Jugendlichen sind mit Folsäure unterversorgt. Außerdem zeigen sich Defizite bei der Zufuhr von Calcium (männlich: bei 50,6 %, weiblich:  bei 73,8 %) und Magnesium (m: 41,5 %, w: 56,4%). Die vollständigen Daten sind auf der Homepage des Max Rubner Instituts veröffentlicht. Gerade bei Jugendlichen ist aber eine optimale Versorgung an Mikronährstoffen von großer Bedeutung: Für das Wachstum, die kognitive und körperliche Entwicklung und allgemein für die Gesundheit.

Aufgrund der Nationalen Verzehrstudie haben wir den DCMS-Mangel-Check zusammengestellt, der die Mikronährstoffe beinhaltet, die in der NVZ II als kritisch zu bewerten sind:

Calcium
In der Wachstumsphase braucht der Organismus sehr viel Calcium für das Skelettsystem, um eine optimale Knochendichte zu gewährleisten. Auch für die Zähne wird Calcium benötigt. Außerdem spielt Calcium eine wichtige Rolle bei der Nervenreizübertragung und im Energiestoffwechsel.

Magnesium
Magnesium hat eine entspannende Wirkung und ist wichtig im Muskel- und Knochenstoffwechsel. Eine gute Magnesiumversorgung erhöht auch die Reaktionsschwelle für allergische Reize und kann bei Allergien hilfreich sein. Bei niedrigen Magnesiumkonzentrationen können sich vielfältige Symptome zeigen, wie z.B. Innere Unruhe, Schlafstörungen, Muskelkrämpfe, ADHS-Symptome und vieles mehr.

Zink
Zink ist wichtig für die Funktionsfähigkeit von Neurotransmittersystemen wie z.B. GABA, Glutamat, Dopamin, Glycin. Deswegen verbessert ein guter Zinkstatus die Hirnleistung und ist für die psychische Befindlichkeit von Bedeutung.  Ein Zinkmangel kann zu Wachstumsstörungen, Infektanfälligkeit, Hyperaktivität, Wundheilungsstörungen u.v.m. führen.

Selen
Selen spielt eine zentrale Rolle im Immunsystem, so sind z.B. Killerzellen selenabhängig.

Vitamin D
Vitamin D ist wichtig für den Knochenaufbau, außerdem bedeutend für das Immunsystem und für die Hirnentwicklung bei Kindern. Ein guter Vitamin-D-Status übt eine Schutzfunktion gegen Autoimmunkrankheiten, Infektionskrankheiten, Typ-1-Diabetes, Muskelschwäche, unzureichende Knochendichte, Hirnleistungsstörungen und noch vieles mehr aus.

Vitamin C
Vitamin C ist wichtig für die Immunabwehr, es ist ein wasserlösliches Antioxidans.

Vitamin B12
Ein Mangel an Vitamin B12 kann zu Anämie, Hirnleistungsstörungen und psychischen Befindlichkeitsstörungen führen.

Folsäure
Folsäure wird für den Nervenbotenstoffwechsel benötigt und ist wichtig für die DNA-Synthese und –Reparatur und für das Immunsystem. Ein Mangel an Folsäure kann zu einer Anämie führen.

Der DCMS-Mangel-Check ist ein Basischeck, der einen Einblick in die Mikronährstoffversorgung gibt. Mängel können dadurch gezielt behoben werden. Der DCMS-Mangel-Check eignet sich gut als Prävention wie auch bei schon bestehenden Beschwerden.

Referenzen:
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz/ Max Rubner Institut: Nationale Verzehrstudie II
diagnostisches-centrum.de: DCMS-Mangel-Check
diagnostisches-centrum.de: Unzureichende Mikronährstoffversorgung


Es werden zu viele ADHS-Medikamente verschrieben

ADHS-Medikamente
Kinder mit Verdacht auf ADHS erhalten zu häufig Psychopharmaka verschrieben. Zu diesem Konsens kommen Experten, die sich zum Jahreskongress der Gesellschaft der Kinder- und Jugendpsychiater Anfang März 2013 in Rostock getroffen haben.

Es wird bemängelt, dass etwa die Hälft der Rezepte für Psychopharmaka von Kindern- und Hausärzten ausgestellt werden, dabei sei eine gesicherte Diagnose nicht immer garantiert. Die Psychiater verlangen von allen Ärzten eine konsequentere Einhaltung der Leitlinien in Hinblick auf die Verschreibung von Psychopharmaka. Mit den Kindern müsse sorgsamer umgegangen werden.

Referenz:
Welt.de, 10.03.2013: ADHS-Kinder erhalten zu häufig Psychopharmaka


Transfette können aggressives Verhalten auslösen

Forscher der University of California in San Diego haben herausgefunden, dass eine Ernährungsweise mit viel Tansfetten aggressiv macht. Die Wissenschaftler nahmen die Essgewohnheiten von 1000 Menschen unter die Lupe. Die Personen, die Kekse, frittierte Speisen und Margarine bevorzugten, waren aggressiver im Vergleich zu den Personen, die sich gesünder ernährten und Transfette eher mieden. Die Autoren der Studie kommen sogar zu dem Schluss, dass Transfette ein stärkeres Aggressionsverhalten auslösen als Alkohol. Weiterlesen


Neurotransmitter

Neurotransmitter

Neurotransmitter sind von zentraler Bedeutung für die Übertragung von Nervenimpulsen. Störungen des Neurotransmittermetabolismus sind deshalb meist mit Störungen der Hirnleistungsfähigkeit, der psychischen Befindlichkeit, des Verhaltens etc. assoziiert. Einige Neurotransmitter sind Aminosäuren wie z.B. Glycin, Glutamat und Aspartat, andere werden aus Aminosäuren gebildet wie z.B. Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin, Serotonin und Histamin. Für die Bildung und den Abbau der Neurotransmitter wiederum sind verschiedene Vitamine und Spurenelemente erforderlich, z.B. Folsäure, Vitamin C, Eisen, Kupfer, Vitamin B2, Vitamin B6 etc.
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Komplementäre Medizin bei ADHS

In der Fachzeitung Alternative Medicine Review, einem renommierten Periodikum mit dem Schwerpunkt Komplementärmedizinische Verfahren, erschien 2011 ein großer Übersichtsartikel zum Thema ADHS. Unter dem Stichwort „komplementäre und alternative Therapieformen“ werden u.a. aufgeführt: eine Therapie mit Vitamin B6 und Magnesium, Eisen und Zink, Calcium und Magnesium, Acetyl-Carnitin, Glycin, Tyrosin, Taurin u.v.m. Weiterlesen


Bei ADHS: Mikronährstoffmängel beheben und Störfelder erkennen

Bei ADHS: Mikronährstoffmängel beheben und Störfelder erkennen

In Deutschland sind mehr als 5 Prozent der unter 17-Jährigen von einem ADHS-Syndrom betroffen, so ein Bericht von Spiegel online vom 05.09.2011. Sie sind zappelig, unkonzentriert, unaufmerksam, vorlaut oder verträumt, und aufgrund ihres Chaos im Kopf können sie dem Unterricht nicht folgen. Darunter leiden Erzieher, Lehrer und Mitschüler, doch am meisten natürlich die betroffenen Kinder und Jugendlichen selbst.

Bei ADS/ ADHS gehen die Wissenschaftler von einer Veränderung des Botenstoffwechsels, insbesondere von Dopamin, Noradrenalin und Serotonin, aus. Botenstoffe sind Signalmoleküle, die z.B. die Stimmung, die Aufmerksamkeit, die Kreativität oder die Lernfähigkeit stark beeinflussen. Die Veranlagung für ein ADS-/ ADHS-Syndrom können genetisch bedingt sein; zwischenzeitlich werden immer mehr Faktoren bekannt, die ebenfalls mit einem ADHS-Syndrom in Zusammenhang gebracht werden, wie z.B. Lebensmittelunverträglichkeiten, Umweltgifte und Mikronährstoffmängel.

Nach Ulf Sauerbrey von der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik und Theorie der Sozialpädagogik) verursachen einige Umweltgifte ähnliche Symptome wie ADHS. Eine Belastung mit Umweltgiften kann demnach zu neurobiologischen Auffälligkeiten und zu Verhaltensproblemen führen. Zu den Umweltgiften zählen u.a. Tabakrauch, Pestizide, polychlorierte Biphenyle (PCB) und Schwermetalle. Weiterlesen


Radiosendung zum Thema Ernährung und Lernfähigkeit

Hirnleistung
Im ORF/ Radio Burgenland wurde am 13.09.2011 eine Sendung zum Thema „Ernährung und Lernfähigkeit“ ausgestrahlt.

Mit Beginn des neuen Schuljahres ist es besonders wichtig, dass das Gehirn effizient arbeiten kann. Dazu bedarf es entsprechender Nährstoffe. Makro- und Mikronährstoffe haben einen unmittelbaren Einfluss auf die Gehirnzellen, da sie auch für die Bildung von Neurotransmittern unentbehrlich sind. Neurotransmitter sind chemische Botenstoffe, die Signale von Zelle zu Zelle weiterleiten. Im Gehirn dirigieren die Neurotransmitter auch Gedächtnis, Sprache, Aufnahmefähigkeit und logisches Denken. Kein anderes Organ ist gegenüber groben Ernährungsfehlern sensibler als das Gehirn. Die grauen Zellen können Nährstoffe leider nicht speichern und brauchen ständigen Nachschub. Eine Hauptenergiequelle für die Gehirnzellen sind die Kohlenhydrate, wobei es nicht entscheidend ist, in welcher Menge die Kohlenhydrate aufgenommen werden, sondern in welcher “Verpackung”. Optimale Energie liefern komplexe Kohlenhydrate, z.B. Getreide, Kartoffeln, Nudel- oder Gemüsegerichte. Auch die Eiweißversorgung spielt eine wichtige Rolle, da einige Eiweißbausteine, bestimmte Aminosäuren, für den Aufbau von Neurotransmittern benötigt werden.

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Vitamin C, Eisen und ADHS-Symptomatik

In einer koreanischen Studie wurde untersucht, inwieweit die Entstehung von ADHS mit den Ernährungsgewohnheiten und der Qualität der Nahrung zusammenhängt. Insgesamt nahmen 112 Fünftklässler, 58 Jungen und 54 Mädchen, daran teil. Anhand von zwei verschiedenen Fragebögen wurden Daten erhoben: Die Lehrer, die einen der Bögen ausfüllten beurteilten den Grad der Hyperaktivität, Impulsivität und das Verhalten der Schüler. Im zweiten, sehr umfangreichen Bogen gaben die Schüler Auskunft über Essverhalten, Ernährungsgewohnheiten, Vorliebe für Süßes, Häufigkeit und Regelmäßigkeit der Mahlzeiten etc.

Die Auswertung der Studie ergab Folgendes:
Bei der täglichen Energie- und Proteinzufuhr gab es keine nennenswerte Differenzen zwischen der „normalen Gruppe“ und der ADHS-Risiko-Gruppe.

Es waren jedoch Unterschiede in der täglichen Mineral- und Vitaminaufnahme zu erkennen. Die Vitamin-C-Zufuhr lag in der Risiko-Gruppe signifikant niedriger. Die Schüler ohne ADHS nahmen täglich im Durchschnitt 100,7 mg Vitamin C zu sich, die der Risiko-Gruppe nur 45,9 mg. In beiden Gruppen lag die Zufuhr von B1 und B6 in der Höhe der empfohlenen Mindestaufnahmemenge, während sich die Aufnahme von Calcium und Vitamin A als ungenügend darstellte. Speziell die Risikogruppe zeigte eine zu geringe Zufuhr an Calcium, Eisen und Vitamin C, und der Vitamin-C- und Eisenmangel am ausgeprägtesten waren.

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Eisenmangel im Gehirn

Eisenmangel
In verschiedenen Studien wurde bereits ein Zusammenhang zwischen dem Eisenstatus und einer ADHS-Symptomatik festgestellt. Gemessen wurde dazu stets das Eisenspeicherprotein Ferritin, welches sehr gut die periphere Eisenspeicherversorgung widerspiegelt.

In einer neuen Studie sollte nun der Eisengehalt im Gehirn festgestellt und geklärt werden, inwieweit ein Eisenmangel im Gehirn und die Ferritinkonzentration korrelieren. Es wurden insgesamt 36 Kinder untersucht, 18 mit und 18 ohne ADHS. Bei den Teilnehmern wurde der Ferritinspiegel im Blut bestimmt und der Eisengehalt im Gehirn mittels MRT festgestellt.

Das Ergebnis war Folgendes:
ADHS-Kinder wiesen deutlich niedrigere Eisenkonzentrationen im Gehirn und niedrigere Ferritinkonzentrationen auf als die gesunden Kinder. Die Studie zeigt auf, dass niedrige Eisenspiegel im Gehirn mit ADHS-Symptomen in Verbindung gebracht werden können.

Fazit:
Für einen gut funktionierenden Hirnstoffwechsel ist ein guter Eisenstatus unabdingbar. Eine Ferritinmessung im Blut gibt Hinweise, ob ein Eisenmangel besteht und Eisen supplementiert werden sollte.

Referenz:
Cotese S et al.: Brain iron levels in attention-deficit/ hyperactivity disorder; Word J. Biol Psychiatry, 17.05.2011
Autor: Michi ©


Mikronährstoffanalysen bei ADS/ ADHS

Mikronährstoffanalysen bei ADHS

Verhaltensauffälligkeiten, ob in Richtung hyperaktiv oder eher verträumt, sind für die Kinder und auch für die Betreuer sehr belastend, und viele Eltern suchen nach Alternativen zu den herkömmlichen Behandlungsmethoden mit Psychopharmaka.

Bei ADHS/ ADS gehen die Experten davon aus, dass der Stoffwechsel der Botenstoffe Noradrenalin, Dopamin und Serotonin gestört ist. Die Orthomolekulare Medizin vermag den Stoffwechsel dieser und weiterer Botenstoffe in vielen Fällen positiv zu beeinflussen, insbesondere dann, wenn ein Mangel an bestimmten Aminosäuren, Magnesium, Zink, B-Vitaminen u.a. vorliegt.

Die Basis für eine gezielte Therapie mit Mikronährstoffen bildet immer eine Blutanalyse, die es ermöglicht, eine genaue Therapieempfehlung auszusprechen. Das Diagnostische Centrum für Mineralanalytik und Spektroskopie DCMS GmbH, ist eine Praxis für Mikronährstoffmedizin, die sich auf orthomolekulare Laboruntersuchungen spezialisiert hat. Das DCMS bietet insbesondere auch bei ADS, ADHS, Lernstörungen etc. entsprechende Mikronährstoffanalysen mit einer entsprechenden Therapieemfpehlung an. Weitere Infos

Bild: Archiv, Autor: Karin ©


Filmtipp aktuell: „Ruhig gestellt und angepasst“

Ruhig gestellt und angepasst
Am 24.03.2011 lief im Saarländischen Rundfunk eine Fernsehdokumentation zum Thema ADHS. In diesem Film werden viele Ursachen für ADHS erörtert, die zum Nachdenken anregen, z.B. Bewegungsmangel, Impfungen, Strahlenbelastung, Schadstoffe, zu viel Fernsehen, Ernährungsweise etc. Der Film stellt kritische Fragen zu den gegenwärtigen Behandlungsstrategien bei der ADHS-Symptomatik, insbesondere zu Psychopharmaka. Mögliche alternative Behandlungsmethoden zu Psychopharmaka werden hier ausführlich dargestellt: Homöopathie, Bewegungstherapie, Therapie mit Tieren etc.

Die Mikronährstofftherapie wurde als sinnvoller Therapiebaustein beschrieben. Zahlreiche Mikronährstoffe können mit der heutigen Ernährung nicht mehr ausreichend aufgenommen werden. Das kann bei vielen Kindern zu einem ausgeprägten Mikronährstoffmangel führen. Es fehlen ihnen „hirnaktive Stoffe“ wie Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren und Fettsäuren. Fehlt z.B. der Baustein Eisen, dann kann es zu einer Störung des Dopaminstoffwechsels kommen. Das Diagnostische Centrum für Mineralanalytik und Spektroskopie ist eine Praxis für Mikronährstoffmedizin, die diese Spur verfolgt. Hier wurde schon das Blut vieler ADHS-Kinder hinsichtlich eines Mikronährstoffmangels genau untersucht.
Der Film kann in voller Länge im der Mediathek des SR-Fernsehsenders angesehen werden.
sr-online.de, 24.03.2011: Ruhig gestellt und angepasst
Bild: Archiv


Kinder: Immer häufiger verhaltensauffällig

In Bayern zeigt jedes fünfte Kind im Kindergartenalter Verhaltensauffälligkeiten. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Ausgewertet wurden die Vorsorgeuntersuchungs-Daten vier- und fünfjähriger Kinder von 90 Betriebskrankenkassen Bayerns. Der BVKJ teilte mit, dass von 4318 untersuchten Kindern 942 Kinder verhaltensauffällig waren.

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ADHS-Gefahr durch Pestizide

Kinder, die vermehrt mit Pestiziden in Kontakt kommen, haben ein erhöhtes Risiko für eine ADHS-Symptomatik. Die österreichische Umweltorganisation GLOBAL 2000 macht auf eine Studie aufmerksam, die den Zusammenhang aufzeigt.

Die Studie wurde mit 1139 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen acht und fünfzehn Jahren durchgeführt. Dabei wurden die Pestizidrückstände im Urin bestimmt und hinsichtlich des Auftretens von ADHS untersucht. Die Wissenschaftler konnten hierbei einen signifkanten Zusammenhang zwischen einer ADHS-Erkrankung und dem nachgewiesenen Pestizidgehalte im Urin feststellen.

Viele verwendete Pestizide enthalten Organophosphate, die eine Störung des Neurotransmitterstoffwechsels hervorrufen können. Daniela Hoffmann, Pestizidexpertin von GLOBAL 2000 warnt: „Auch viele der in Österreich verwendeten Pestizide basieren auf diesen Wirkstoffen, die das menschliche Nervensystem massiv schädigen können.“ – „Lebensmittel sind häufig damit kontaminiert, denn Wirkstoffe auf Organophosphatbasis, wie zum Beispiel das Pestizid Chlorpyrifos, werden in der konventionellen Landwirtschaft in großen Mengen verwendet. Zudem ist der Wirkstoff extrem persistent, d.h. er wird in der Umwelt nur sehr langsam abgebaut.“ Weiterlesen


Schlafstörungen bei Kindern

Einer neuen Studie zufolge haben 20 Prozent der Kinder Schlafstörungen. Der daraus entstehende Schlafmangel kann zu zahlreichen gesundheitlichen Problemen führen wie z.B. Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit und Reizbarkeit. Langfristiger Schlafmangel kann sogar zu Angststörungen und Depressionen führen.

Der Leiter des Kinderschlaflabors am Rostocker Südstadtklinikum, Frank Kirchhoff sagt, dass der Schlaf enorm wichtig für die Gedächtnisleistung ist. Schulkinder hätten einen Mindestschlafbedarf von acht bis zehn Stunden täglich. Die Ursachen für Schlafstörungen seien sehr unterschiedlich, so können z. B. Übergewicht, nächtliche Krampfanfälle und Schnarchen wegen zu großer Polypen oder Mandeln der Auslöser einer Schlafstörung sein. Aber auch ein Mangel an bestimmten Mikronährstoffen kann zu Schlafstörungen führen: Ein Kind, das abends nie einschlafen konnte und sich nachts häufig selbst durch heftige Beinbewegungen im Tiefschlaf störte, hatte einen Eisenmangel. Wegen des Schlafmangels war es am Tag stets müde und unkonzentriert. Weiterlesen


Aminosäuren verbessern ADHS-Symptomatik

Aminosäuren und ADHS
US-Wissenschaftler untersuchten bei 85 ADHS-Patienten zwischen vier und achtzehn Jahren den Effekt von Vorstufen von Serotonin und Dopamin in Verbindung mit einem speziellen Auswertungsverfahren, bei dem die Urinkonzentrationen der Monoamine mit dem neuartigen organischen Kationentransportmodell interpretiert wurden.

67 Prozent der Studienteilnehmer erzielten durch Verabreichung einer Monoaminvorstufe signifikante Verbesserungen der klinischen Symptomatik. Bei den Patienten, die durch eine Aminosäure keine Verbesserung erreichten, wurde oben erwähntes Testverfahren angewendet. Bei diesem Testverfahren werden ein oder mehrere Urinbestimmungen vorgenommen, und die Supplementierung der Aminosäuren wird an die Messergebnisse angepasst.

Dadurch konnte bei 77 Prozent der Patienten eine signifikante Besserung erreicht werden. Dieses Therapieverfahren erwies sich als wirksamer als verschiedene ADHS-Medikamente und sollte aus diesem Grund weiter erforscht werden.
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Lernvermögen und Ernährung

In einer zwölfmonatigen Studie mit 780 Kindern in Australien und Indonesien wurde der Effekt einer Mikronährstoffmischung auf das Lernvermögen und die mentale Leistungsfähigkeit bei Kindern untersucht. Die Studie wurde an 396 gutgenährten Kindern in Australien und an 384 schlechternährten Kindern in Indonesien durchgeführt.

In jedem Land wurden die Kinder einer von vier Gruppen zugeordnet. Gruppe 1 erhielt eine Mischung von Mirkonährstoffen (Eisen, Zink, Folsäure und Vitamin A, B6, B12 und C); Gruppe 2 ein Fischölpräparat (DHA und EPA); Gruppe 3 Mikronährstoffe und Fischöl, Gruppe 4 Placebopräparate.

Nach 12 Monaten zeigten die Kinder in Australien erhöhte Blutspiegel der  supplementierten Mikronährstoffe, was zunächst mal bedeutet, dass die Nährstoffe vom Organismus aufgenommen wurden. Darüber hinaus erbrachten sie signifikant bessere Lern- und Gedächtnisleistungen im Vergleich zu den anderen Gruppen. Der gleiche Trend wurde in Indonesien beobachtet, aber nur bei den Mädchen. Die Zugabe von Fischöl bewirkte keinen zusätzlichen Nutzen hinsichtlich der kognitiven Leistungsfähigkeit. Weiterlesen


Eisen und Lernstörungen

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass weltweit etwa 25 % der Weltbevölkerung eine Anämie hat. Global liegt bei Kindern im Vorschulalter das Risiko, an einer Anämie zu leiden, bei 47,4 % und bei schulpflichtigen Kindern bei 25,4%. Eine wesentliche Ursache ist der Eisenmangel.

Eine ganze Reihe von Fall-Kontroll-Studien zeigt, dass Säuglinge mit Eisenmangel-Anämien im Gegensatz zu Säuglingen mit normalen Eisenwerten in der Bewertung der geistigen Entwicklung deutlich schlechter abschnitten. Eine Eisenmangelanämie wird mit unglücklicheren, vorsichtigeren und anhänglicheren Kindern in Verbindung gebracht.

Die Wichtigkeit eines guten Eisenstatus zeigte auch eine englischen Doppelblindstudie: Die 18 Monate alten Kinder, die während eines Zeitraumes von 2 Monaten Eisenpräparate erhielten, nahmen mehr an Gewicht zu und zeigten eine bessere psychomotorische Entwicklung als erwartet.

Die Studie in Flordia zeigt die langfristigen Folgen eines Eisenmangels im Säuglingsalter auf. Es bestand ein enger Zusammenhang zwischen leichten bis mäßigen Lernstörungen im Alter von 10 Jahren und einer Eisenmangelanämie im Säuglingsalter.

Referenz:
The influence of dietary status on the cognitive performance of children, David Benton, Department of Psychology, University of Swansea, Wales, UK, Mol. Nutr. Food Res 2010

 


Besser Lernen durch Bewegung

Lernprozesse im Gehirn können durch Bewegung gefördert werden. Dies sind Resultate aus der Neurowissenschaft und der Entwicklungspsychologie. Durch Bewegung bekommt das Gehirn vermehrt Sauerstoff und kann somit auch bessere Leistungen erzielen. Außerdem vermindert Bewegung den durch Stress hervorgerufenen Abbau von Serotonin und Adrenalin. Serotonin ist ja bekanntlich ein „Glücklichmacher“ und Adrenalin ein „Motivator“. Ein Mangel an Serotonin wird neuerdings auch als Ursache für eine ADHS-Symptomatik diskutiert.

Leider bewegen sich Kinder heutzutage viel zu wenig. Wer läuft denn noch zur Schule oder fährt mit dem Fahrrad? Wir fahren unsere Kinder wohin sie wollen, bequem mit dem Auto. Nach der Schule kommt dann der beliebte Computer, Fernseher oder Nintendo zum Einsatz. Das ist natürlich für eine gesunde Hirnentwicklung nicht von Vorteil.

Dabei ist es gar nicht so schwer, seine Kinder zu mehr Bewegung zu begeistern. Es gibt vielseitige Hobbys wie Turnen, Tanzen, Radfahren, Schwimmen, Volleyball, Fußball und vieles mehr. Im Sport knüpft man Freundschaften; es macht Spaß, seine Kräfte gemeinsam zu messen, man kann seine überschüssige Energie auspowern und ist danach glücklich und ausgeglichen. Das Lernen fällt dann auch viel leichter und man kann sich besser konzentrieren.

Aber auch im Alltag können Kinder mithelfen, wie z.B. den Müll rausbringen, kleine Einkäufe erledigen, den Tisch decken oder abräumen und vieles mehr. Auch die Eltern sollten natürlich mit gutem Vorbild vorangehen und sportlich aktiv sein. Also geht mit euren Kindern an die frische Luft, macht Ballspiele, klettert mit euren Kindern auf dem Spielplatz und im Wald herum. Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Denn: Glückliche Kinder lernen leichter.

Referenzen:
Optimale Gehirnernährung für Kinder, Patrick Holford, Deborah Colson, VAK-Verlags-GmbH 2008
Schlaue Kinder essen richtig, Dr. Astrid Laimighofer, TRIAS Verlag 2010


Umweltmedizin und ADHS

Kürzlich ist die dritte Auflage des Fachbuches „Multiple Chemikalien-Sensitivität (MCS)“ erschienen. Dieses Buch, verfasst von drei renommierten Autoren, bietet einen umfassenden Blick auf den aktuellen Forschungsstand der chronischen Multisystem-Erkrankungen.

In diesem Zusammenhang gehen die Autoren auch auf ADHS ein, die man zunächst nicht den Umweltmedizinischen Erkrankungen zuordnen würde. Verschiedene Fakten zeigen jedoch, dass Umweltfaktoren bei ADHS doch eine größere Rolle spielen könnten.

Eine Wirkungskette sieht so aus, dass Schadstoffe, insbesondere Pestizide, bestimmte Rezeptoren im zentralen Nervensystem aktivieren. Dies wiederum führt zur Aktivierung der so genannten NMDA-Rezeptoren, deren Aktivierung eine vermehrte Bildung von Stickoxid und Peroxinitrit bewirkt. Daraus resultiert eine Entzündung mit oxidativem und/ oder nitrosativem Stress. Diese Radikalverbindungen hemmen eisenhaltige Enzyme, die zur Bildung des Häms, eines Bestandteils des roten Blutfarbstoffes, benötigt werden. Die Folge davon ist, dass Zwischenprodukte der Hämsynthese in den Urin ausgeschieden werden. Über diesen Mechanismus besteht also ein enger Zusammenhang zwischen ADHS und Kryptopyrrolurie.

Das Dopaminsystem hat die wichtige Funktion, vor einer Entscheidung die im Gehirn gespeicherten emotionalen Informationen zu steuern und die Entscheidung von einer Belohnungserwartung abhängig zu machen. Von großer Bedeutung ist auch, dass Lerninhalte mit positiven Gefühlen verknüpft werden, denn nur so ist Lernen überhaupt möglich.

Wenn die Funktion des Dopaminsystems gestört ist, wird der Betroffene praktisch entscheidungs- und lernunfähig. Verschiedene Chemikalien wie z.B. PCB können die Funktion des Dopaminsystems stark beeinträchtigen. Das Ausmaß der Aufmerksamkeitsstörungen der Kinder korreliert mit der PCB-Dosis, mit der die Mutter vorgeburtlich belastet war.

Weitere Schadstoffe im Zusammenhang mit der Auslösung von ADHS sind: Pestizide wie Hexachlorbenzol, Nahrungsmittelzusatzstoffe wie Farb- und Konservierungsstoffe sowie Quecksilber aus Zahnamalgam. Alle diese Stoffe haben neurotoxische Wirkungen, sodass es nicht unplausibel ist, ADHS als Folge neurotoxischer Wirkungen von Umweltchemikalien aufzufassen.

Referenz:
Multiple Chemikalien-Sensitivität (MCS); Hans-Ulrich Hill et al., Shaker Verlag 2010
Autor: Dr. med. Hans-Günter Kugler ©


Schreibabys und spätere Hyperaktivität

Säuglinge, die schlecht essen, nicht gut schlafen und vor allem sehr oft schreien, sind besonders anfällig, in späteren Jahren hyperaktive oder aggressive Schulkinder zu werden.

Besonders gefährdet sind Babys, die ständig mehr als 3 Stunden schreien. Bei Schreibabys liegt das Risiko für Verhaltensauffälligkeiten wie ADHS 40 mal höher als bei ruhigen Babys. Dies gab die Psychotherapeutenkammer Nordrhein-Westfalen am 22. Oktober 2010 laut einer Übersichtsanalyse von 22 internationalen Studien bekannt.

Prof. Silvia Schneider von der Ruhr-Universität Bochum sagte Folgendes: „Wie Eltern in den ersten Monaten auf schwierige Säuglinge reagieren, hat nachweislich langfristige Auswirkungen auf ihre psychische Entwicklung.“

Allein das exzessive Schreien hat wohl keine nachteiligen Auswirkungen auf das Kind. Jedoch sind Eltern mit einem Schreibaby oft überfordert und reagieren hilflos. Deswegen könne übermäßiges Schreien zu erheblichen Belastungen und Störungen der frühen Eltern-Kind-Beziehung führen, was sich dann später in psychischen Erkrankungen zeigt.

Referenzen:
topnews.de, 25.10.2010
onmeda.de, 27.10.2010


News: Ritalin

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) gibt bekannt, dass Ritalin und Medikamente mit dem Wirkstoff Methylphenidat in Zukunft nur noch von Spezialisten verschrieben werden sollen. Künftig muss vor der Verabreichung des Medikaments eine umfassende Diagnose von Fachärzten gestellt werden, das Vorhandensein eines oder mehrerer Symptome allein reicht nicht mehr aus. Auch müssen therapiefreie Intervalle erfolgen.

Damit soll verhindert werden, dass das nebenwirkungsreiche Medikament Ritalin zu schnell und unkontrolliert verschrieben wird. Langzeitschäden sind zu wenig erforscht.

Referenzen:
Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses über eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie: Anlage III Nummer 44, Stimulantien, 16.09.2010
ADHS: Ritalin soll zukünftig nur noch von Spezialisten verschrieben werden, shortnews.de, 21.09.2010


Studie: Pestizide in der Schwangerschaft können ADHS-Risiko bei Kindern massiv erhöhen

Studie: Pestizide in der Schwangerschaft können ADHS-Risiko bei Kindern massiv erhöhen

In einer US-amerikanischen Studie untersuchten Forscher der Universität Berkeley den Urin von mehr als 300 Schwangeren. Es wurde die Höhe der Konzentrationen von Pestizidabbauprodukten bestimmt. Vor allem ging es den Forschern um die Organophosphat-Pestizide, welche für die Bekämpfung von Insekten eingesetzt werden. Diese Pestizide greifen das Nervensystem der Insekten an.

Die Kinder der Probandinnen wurden in einem Alter von dreieinhalb und fünf Jahren auf Konzentrationsstörungen und Hyperaktivität untersucht. Das Ergebnis: Eine zehnfach erhöhte Konzentration der Pestizide im Urin der Mutter verstärkte drastisch, nämlich 5-fach, das Risiko für ADHS bei den Kindern.

Referenzen:
Los Angeles Times, 19. August 2010

Kommentar:

Das beweist, wie wichtig die Ernährung der Mutter in der Schwangerschaft und auch die Ernährung unserer Kinder ist. Obst und Gemüse sollten vor dem Verzehr gründlich gewaschen werden. Noch besser ist es, auf gespritzte Nahrungsmittel ganz zu verzichten. Das Angebot an Bioprodukten ist sehr groß und eben auch gesünder.

 

Bild: Hannes Eichinger, fotalia.de, Autor:admin-Michi ©


Fehldiagnose: ADHS

In Amerika werden möglicherweise Millionen Kinder aufgrund von ADHS mit Psychopharmaka behandelt, obwohl die Diagnose nicht stimmt. Viele der Kinder mit der Fehldiagnose ADHS seien einfach langsamer in der Entwicklung. Das haben jetzt Wissenschaftler der US-Universität Michigan bekannt gegeben.

Diese Fehldiagnose trifft die jüngsten Kinder in Kindergarten oder Schule der jeweiligen Jahrgangsstufe besonders stark. Den jüngsten Kindergartenkindern einer Jahrgangsstufe wird besonders gern ein ADHS zugesprochen, wenn Sie nicht so parieren. Bei ihnen wird im Schnitt 60 mal häufiger ein ADHS diagnostiziert als unter den Gruppenältesten. Bei den jüngsten Schulkindern eines Jahrganges sei der Anteil sogar doppelt so groß.

Referenz:
focus.de, 18.08.2010
zeit.de, 18.08.2010


Studie: Westlicher Ernährungsweise fördert ADHS bei Kindern und Jugendlichen

Eine australische Studie des „Perth`s Telethon Institute for Child Health Research“ bestätigte den Zusammenhang bezüglich der Ernährung und dem Auftreten einer ADHS-Symptomatik. Ausgewertet wurden die Daten einer Langzeitstudie von 1800 Kindern und Jugendlichen.

Dabei schnitten die Kinder und Jugendlichen, die einen westlichen Ernährungsstil bevorzugten, also Fastfood, Gebäck, Gebratenes, Fleisch und Fleischprodukte, Süssigkeiten etc., wesentlich schlechter ab als diejenigen, die viel frisches Obst und Gemüse aßen. Wendy Oddy, der Leiter dieser Studie erklärte: „Wir fanden heraus, dass die westliche Ernährungsweise mit einem mehr als doppelt so hohen Risiko verbunden war, ADHS zu entwickeln, als der Speiseplan der auf diese Lebensmittel verzichtete und auf gesunde Kost setzt.“ Die Wissenschaftler schlussfolgern, dass bei einer vorwiegenden Ernährung im westlichen Ernährungsstil wichtige Mikronährstoffe fehlen, die u.a. für die Gehirnfunktion eine von grundlegender Bedeutung sind.

Nicht geklärt sei allerdings, ob es auch noch einen umgekehrten Zusammenhang zwischen schlechten Ernährungsgewohnheiten und ADHS gibt. Es könnte auch sein, dass ein Kind aufgrund seiner ADHS-Erkrankung schneller zu Süßigkeiten, Fingerfood etc. greift, weil es geregelte Mahlzeiten bei aufkommendem Hunger nicht abwarten mag. Auch wenn Letzteres der Fall ist: Fakt ist, dass bei einer ungesunden Ernährungsweise keine ausreichende Zufuhr an lebensnotwendigen Mikronährstoffen gewährleistet ist. Außerdem werden durch Fastfood und Fertigprodukte unnötige künstliche Farb- und Aromastoffe, künstliche Stabilisatoren etc. aufgenommen, die den Organismus zusätzlich belasten und/ oder ebenfalls mit der ADHS-Symptomatik im Zusammenhang stehen können.

Referenz:
www.ratschlag24.com, 30.07.2010
www.artikelkontor.de, 30.07.2010
www.fleisch-macht-krank, 07.08.2010

Autor: admin-Karin ©

 


“ADHS-Gefahr” durch Blei und Quecksilber

Der Einfluss von Blei und Quecksilber auf die ADHS-Symptomatik

ADHS ist die am häufigsten auftretende psychiatrische Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen. Die Wirkung von Umweltgiften hinsichtlich der Entstehung von ADHS wurde bislang kaum berücksichtigt. Das bemängelte jetzt der Wissenschaftler Ulf Sauerbrey von der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik und Theorie der Sozialpädagogik).

Sauerbrey hat mehr als 50 Studien aus den Jahren 1979 bis 2009 über den Einfluss von Umweltgiften bei Kindern ausgewertet und kommt zu dem Schluss, dass Umweltgifte die Entwicklung von ADHS in hohem Maße fördern. Zu den Umweltgiften gehören neben polychlorierten Biphenylen und Pestiziden insbesondere auch Schwermetalle wie Blei und Quecksilber.

Quecksilber ist das giftigste nicht radioaktive Element, das Nerven und Nieren schädigt. Als anorganisches oder als metallisches Quecksilber wurde es früher häufig für Amalgamfüllungen kariöser Zähne verwendet. Kleine stetig vom Organismus aufgenommene Mengen lagern sich bevorzugt im Nervensystem ab. Werdende Mütter mit Amalgamfüllungen können Quecksilber über die Plazenta an das werdende Kind abgeben. Eine weitere Quelle ist quecksilberhaltiger Fisch, der in den heutigen Weltmeeren sehr verbreitet ist. Im Fisch mit seinen fetthaltigen Strukturen speichert sich das so genannte Methylquecksilber sehr gut. Methylquecksilber ist hoch giftig – bereits niedrige Konzentrationen wurden von Wissenschaftlern mit Aufmerksamkeitsstörungen und Störungen des Wortgedächtnisses und der Feinmotorik in Zusammenhang gebracht. Chinesische Forscher verglichen die Quecksilberwerte von 52 Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren, die an einer ADHS-Symptomatik litten, mit 59 gesunden Kindern und Jugendlichen. Die ADHS-Gruppe zeigte mit Werten von 15 µg/ l signifikant höhere Quecksilberwerte als die Kontrollgruppe.

Blei ist ebenfalls ein schweres Nervengift. Es schädigt u.a. die Blutbildung und die Nieren. Blei kann insbesondere bei Kindern zu psychomotorischen Störungen und zu einer Verminderung des Intelligenzquotienten und der Gedächtnisleistung führen.

Heute ist die Umweltbelastung mit Blei im Vergleich zu der Zeit, in der dieser Stoff noch dem Treibstoff zugesetzt wurde, zwar wesentlich geringer, dennoch ist die Gefahr, die von diesem Schwermetall ausgeht, keinesfalls gebannt. Nach Aussage von Sauerbrey bestanden 2005 noch 30 Prozent der Berliner Wasserleitungen aus Blei, und er betont, dass Kinder, die in Industriestandorten wie z.B. dem Ruhrgebiet aufwachsen, Bleiexpositionen ausgesetzt sind, die durchaus gesundheitsschädlich sein können.
Stetig kleine Bleimengen können z.B. auch über kunststoffhaltiges Spielzeug aufgenommen werden; größere Mengen auch, wenn Kinder bleihaltige Erde oder bleihaltigen Sand verschlucken.

Leider ist bislang auch unter den Ärzten die Tatsache noch wenig bekannt, dass bereits geringe Mengen Blei schädlich sind:
Ein Amerikanisches Forscherteam unter der Leitung von Joel T. Nigg untersuchten bei 236 Kindern und Jugendlichen den Zusammenhang zwischen der Bleivollblutkonzentration und der ADS-Symptomatik. Die durchschnittlichen Konzentrationen lagen bei 7,3 µg/ l, die Maximalwerte bei 22 µg/ l. Es handelte sich also um außerordentlich niedrige Bleikonzentrationen, die geringer waren als die in den USA und Europa üblichen Durchschnittswerte. Der Blei-Grenzwert nach der Kommission „Human-Biomonitoring“ liegt bei Kindern zwischen 6 und 12 Jahren bei 50 µg/ l.

Die Bleikonzentrationen im Blut der untersuchten Kinder und Jugendlichen waren mit der ADHS-Symptomatik vom „Mischtypus“ assoziiert, nicht aber mit dem „vorwiegend unaufmerksamen Typ“. Eltern- und Lehrerreports bestätigten den Zusammenhang zwischen der Bleikonzentration und den ADHS-Symptomen. Die Studie zeigt, dass sogar sehr niedrige Bleikonzentrationen mit der ADS-Symptomatik assoziiert sind. In dieser Studie wurden die bisher niedrigsten Bleikonzentrationen in Relation zur ADS-Symptomatik gemessen. Das Ergebnis könnte natürlich eine erhebliche Relevanz haben, da eine niedrige Bleibelastung weit verbreitet ist. Eine Bleibelastung ist auch ein plausibler neurobiologischer Erklärungsfaktor für die Entstehung von ADHS, weil Blei den Kreislauf von Dopamin und anderen Neurotransmittern im Gehirn stört.
In einem ganzheitlichen Diagnose- und Therapieansatz sollte bei ADS/ ADHS neben einem Mikronährstoffmangel auch eine Belastung mit Schwermetallen in Betracht gezogen werden. Der erste Schritt hierzu wäre eine genaue Blutuntersuchung, um dann ggf. die Schwermetalle zur Ausleitung zu bringen.

Referenz:

  • Dpa, 21.06.2010
  • Joel T. Nigg, Ph. D., et al: Confirmation and extension of association of blood lead with attention-deficit/ hyperactivity disorder (ADHD) and ADHD symptom domains at population-typical exposure levels; J Cild Psychol Psychiatry. 2010 January; 51(1): 58-65
  • Ulf Sauerbrey: ADHS durch Umweltgifte? Edition Paideia, 2010

Autor: admin-Karin ©


Bunte Süßigkeiten können ADHS fördern

Kennzeichnungspflich für Farbstoffe in Gummibärchen & Co – Beeinträchtigung der Aktivität und Aufmerksamkeit

Viele Eltern sind immer schon bestrebt, die allzu bunten Süßigkeiten von Ihren Sprösslingen fernzuhalten, weil sie instinktiv ahnen, dass künstliche Farb- und Aromastoffe nicht wirklich gesundheitsförderlich sind, oder weil Sie die kritischen Hinweise einiger Ernährungswissenschaftler ernst nehmen.

Künstliche Aromen und Farbstoffe stehen seit Jahren im Verdacht, das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom zu fördern. Bereits 2007 wiesen Wissenschaftler in einer britischen Studie darauf hin, dass es einen Zusammenhang zwischen E-Nummern in Süßigkeiten und Konzentrationsschwierigkeiten bei Kindern gibt.

Das Europäische Parlament hat jetzt endlich darauf reagiert. Seit 20. Juli 2010 müssen Lebensmittel, die bestimmte Farbstoffe enthalten, mit folgendem Hinweis gekennzeichnet werden: „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen.“ Die EU-Verordnung gilt für sechs künstliche Farbstoffe: Tatrazin (E 102), Gelborange S (E 110), Azorubin (E 122), Cochenillerot (E 124a), Allurarot (E 129) und Chinolingelb (E 104). Diese Farbstoffe stehen im übrigen auch schon längere Zeit im Kreuzfeuer der Kritik, weil sie allergische Reaktionen wie Nesselsucht, Asthma oder Hautödeme hervorrufen können.

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass ein Verbot dieser Farbstoffe besser gewesen wäre, da Kinder bekanntlicherweise nicht das Kleingedruckte lesen. Sie empfiehlt auf Bio-Lebensmittel zurückzugreifen, da nach der EU-Öko- Verordnung diese Lebensmittel keine künstlichen Farbstoffe enthalten dürfen.

Referenz:
Berliner Kurier, 22.07.2010
VZ-RLP 13.07.10
Autor: admin-Karin ©

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