Eisenspiegel im Blut und ADHS

IQ und kognitive Funktionen und Eisen
Wissenschaftler aus Korea untersuchten bei 50 ADHS-Kindern und 45 Kontrollpersonen die Eisenkonzentrationen im Blut und führten verschiedene neuropsychologische Testverfahren durch. Die Bluteisenspiegel waren bei den ADHS-Patienten signifikant niedriger als bei den Kontrollpersonen. Niedrigere Eisenkonzentrationen hatten auch einen Einfluss auf den IQ und auf neurokognitive Funktionen. Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass bei ADHS-Patienten zur Einschätzung des Schweregrades der Symptome und der neurokognitiven Funktionen die Eisenspiegel bestimmt werden sollten.

Referenz:
Song Ii Ahn, MD et al.: The Relation of Blood Iron Level with Frontal Function in Children with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder; J Korean Neuropsychiatr Assoc 2016;55(1):51-59


Eisen – für Kinder essentiell

Eisenmangel

Ein Eisenmangel ist der häufigste Mikronährstoffmangel weltweit

Kinder und Jugendliche benötigen sehr viel Eisen. So ist zum Beispiel der Eisenbedarf eines zwölfjährigen Jungen um 25 Prozent höher als bei seinem Vater. Über die Ernährung lässt sich dieser Mehrbedarf oftmals nicht decken, deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass gerade Kinder und Jugendliche häufig an einem Eisenmangel leiden. In Europa und Nordamerika ist jedes vierte Kind bzw. jeder vierte Jugendlicher von einem Eisendefizit betroffen. Lustlosigkeit, Müdigkeit und erhöhte Infektanfälligkeit können die Folge sein. Meist sind Kinder mit einem Eisenmangel auch reizbarer und unaufmerksamer als Kinder ohne Eisenmangel. Sie lassen sich schnell ablenken und sind nicht so leistungsfähig. Ein Eisendefizit wirkt sich negativ auf die Lernfähigkeit und motorische sowie geistige Entwicklung aus.

Anmerkung:
Eisen hat sehr vielfältige Funktionen im Körper und ist für ein gesundes Wachstum und eine gesunde Entwicklung des Kindes erforderlich. Eisen ist auch für die Hirnentwicklung von großer Bedeutung und spielt auch eine wichtige Rolle für die Bildung von Nervenbotenstoffen wie Dopamin und Serotonin. Ein Eisenmangel in der frühen Kindheit kann  zu verschiedenen Störungen der Hirnfunktion, unter anderem auch zu Lern- und Verhaltensstörungen führen, die nur bedingt rückbildungsfähig sind. Deswegen sollte bei Kindern und Jugendlichen besonders auf einen guten Eisenstatus geachtet werden und ein Eisenmangel im Vorfeld vermieden werden.

Referenz:
Dr. Lothar Burgerstein et al.: Burgersteins Handbuch Nährstoffe. 12 Auflage, 2012 TRIAS Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG, Calbe (Saale)