Die Bedeutung von Blei für Kinder

In einem Fachartikel, der in einer australischen Fachzeitung für Hausärzte publiziert wurde, ging es um die Bedeutung von Blei bei Kindern und Erwachsenen. Kinder sind gegenüber einer möglichen Bleivergiftung sehr viel empfänglicher als Erwachsene. Das ist teilweise dadurch zu erklären, dass sie Blei viermal besser absorbieren als Erwachsene und sie auch vermehrt bleihaltigem Staub ausgesetzt sind. Typischerweise erreichen die Bleispiegel bei Kindern nach 1,5 bis 2 Jahren eine Spitzenkonzentration. Blei und Eisen werden über denselben Transporter durch die Darmwand geleitet. Bei einem Eisenmangel transportiert der Metalltransporter vermehrt Blei. Weiterlesen

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Blei beeinträchtigt Entwicklung von Kindern

Das Gehirn von Kindern ist besonders empfindlich gegenüber den toxischen Effekten von Schwermetallen. Schon Bleibelastungen unterhalb der gängigen Richtwerte beeinträchtigen die Konzentration und die emotionale Entwicklung von Kindern. Forscher der Universität Bristol bestimmten bei rund 500 Kindern im Alter von 30 Monaten die Bleikonzentrationen im Blut. Im Alter von sieben bis acht Jahren prüften die Wissenschaftler dann ihr Lese- und Schreibvermögen. Die Studienteilnehmer mit Bleikonzentrationen zwischen 50 und 100 µg/ l schnitten im Lesen und Schreiben nur halb so gut ab wie die kaum belasteten Kinder. Blei wirkt auf Kleinkinder deshalb so schädlich, weil sie im Vergleich zu Erwachsenen wesentlich größere Mengen des Schwermetalls aufnehmen und ins Gewebe einlagern können. Weiterlesen

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Blei beeinträchtigt Psyche und Gedächtnis

In der Fachzeitung Current Neurobiology erschien 2011 ein Artikel über die Neurotoxizität von Blei. Von den amerikanischen Centers of Diseases Control wird eine Bleikonzentration unterhalb von 100 µg/ l als unbedenklich angesehen. Verschiedene Studien haben aber gezeigt, dass auch Bleikonzentrationen unterhalb von 100 µg/ l zu reduzierten kognitiven Funktionen, verminderter Aufmerksamkeit, erhöhter Aggressivität und zu Hyperaktivität führen können. Weiterlesen

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Hyperaktivität und Lernstörungen steigen mit Bleibelastung

Blei
Die heutige Bleibelastung der Umwelt dürfte für Kinder immer noch gefährlich sein, obwohl es bereits viele Maßnahmen zur Verminderung dieser Belastung gibt. Zu diesem Ergebnis kamen Experten der Universität von Bristol. Sie konnten nachweisen, dass Störungen der intellektuellen und emotionalen Entwicklung von Kindern häufig mit erhöhten Bleiwerten im Blut einhergehen. Es wurden die Blutproben von knapp 600 zweieinhalbjährigen Kindern untersucht. Bei 27 Prozent fand man mehr als 50 µg Blei pro Liter Blut. Bei einer Untersuchung der Kinder im Alter von 7 bis 8 Jahren stellten sich enge Zusammenhänge zur früher erhobenen Bleibelastung heraus. Die Kinder mit 50 – 100 µg Blei im Blut erreichten bei Lese- und Schreibtests nur halb so viele Punkte wie Kinder mit geringeren Bleiwerten. Ab 100 µg pro Liter waren zudem asoziales Verhalten und z.B. Hyperaktivität dreimal so häufig. Blei hat im Körper keine physiologische Bedeutung. Es gibt deshalb auch keinen unschädlichen minimalen Grenzwert. Seit der Abschaffung des bleihaltigen Benzins ist die Bleibelastung zwar insgesamt gesunken, es gibt aber immer noch zahlreiche alte Wasserrohre aus Blei, besonders in Altbauwohnungen, sowie Armaturen, die Bleispuren enthalten können. Weiterlesen

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Bei ADHS: Mikronährstoffmängel beheben und Störfelder erkennen

Bei ADHS: Mikronährstoffmängel beheben und Störfelder erkennen

In Deutschland sind mehr als 5 Prozent der unter 17-Jährigen von einem ADHS-Syndrom betroffen, so ein Bericht von Spiegel online vom 05.09.2011. Sie sind zappelig, unkonzentriert, unaufmerksam, vorlaut oder verträumt, und aufgrund ihres Chaos im Kopf können sie dem Unterricht nicht folgen. Darunter leiden Erzieher, Lehrer und Mitschüler, doch am meisten natürlich die betroffenen Kinder und Jugendlichen selbst.

Bei ADS/ ADHS gehen die Wissenschaftler von einer Veränderung des Botenstoffwechsels, insbesondere von Dopamin, Noradrenalin und Serotonin, aus. Botenstoffe sind Signalmoleküle, die z.B. die Stimmung, die Aufmerksamkeit, die Kreativität oder die Lernfähigkeit stark beeinflussen. Die Veranlagung für ein ADS-/ ADHS-Syndrom können genetisch bedingt sein; zwischenzeitlich werden immer mehr Faktoren bekannt, die ebenfalls mit einem ADHS-Syndrom in Zusammenhang gebracht werden, wie z.B. Lebensmittelunverträglichkeiten, Umweltgifte und Mikronährstoffmängel.

Nach Ulf Sauerbrey von der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik und Theorie der Sozialpädagogik) verursachen einige Umweltgifte ähnliche Symptome wie ADHS. Eine Belastung mit Umweltgiften kann demnach zu neurobiologischen Auffälligkeiten und zu Verhaltensproblemen führen. Zu den Umweltgiften zählen u.a. Tabakrauch, Pestizide, polychlorierte Biphenyle (PCB) und Schwermetalle. Weiterlesen

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Hirnveränderung durch Bleibelastung

Es ist bekannt, dass eine Bleibelastung in der Kindheit die Hirnentwicklung nachteilig beeinflusst. US-amerikanische und kanadische Wissenschaftler untersuchten jetzt mittels Kernspintomographie, ob eine Bleibelastung in der Kindheit zu nachweisbaren Hirnveränderungen führt. An der Studie nahmen 159 Erwachsene der Cincinnati Lead Study teil, bei denen in der Kindheit die Bleispiegel bestimmt worden waren. In Abhängigkeit vom Bleispiegel in der Kindheit konnte bei den Erwachsenen eine Verminderung der grauen Hirnmasse nachgewiesen werden. Außerdem wurden verschiedene biochemische Veränderungen betreffend Cholin, Myo-Inositol, Glutamat, Glutamin etc. nachgewiesen. Eine Bleibelastung im Kindesalter führt also zu irreversiblen neuronalen Schäden. Außerdem kommt es zu Veränderungen der Myelin-Architektur.

Referenz:
Kim M. Cecil et al.: Proton Magnetic Resonance Spectroscopy in adults with childhood lead exposure; Environmental Health Perspectives, Volume 119/Number 3/März 2011
Autor: Dr. med. Hans-Günter Kugler ©

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Bleibelastung und intellektuelle Funktionen

US-Wissenschafter untersuchten bei 43 Erwachsenen den Einfluss einer Bleibelastung in der Kindheit auf die intellektuellen Funktionen. Bei den Studienteilnehmern waren die Bleispiegel bereits in der Kindheit mehrfach gemessen worden. Bei der Beurteilung der Intelligenz zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang der Bleibelastungen im Alter von 6 Monaten, 4 Jahren und 10 Jahren. Die Studienresultate lassen auch vermuten, dass das Gehirn während der Schulzeit besonders empfindlich auf Bleibelastungen reagiert.

Referenz:
Maitreyi Mazumdar et al.: Low-level environmental lead exposure in childhood and adult intellectual function: a follow-up study; Environmental Health 2011; ehjournal.net/content/10/1/24

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Blei verursacht ADHS


Amerikanische Wissenschaftler untersuchten den Zusammenhang zwischen der Bleikonzentration im Vollblut und einer ADS-Symptomatik. An der Studie nahmen 236 Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis siebzehn Jahren teil. Die Bleikonzentrationen lagen im Durchschnitt bei 7,3 µg/ l, die maximalen Werte bei 22 µg/l. Diese Bleikonzentrationen sind außerordentlich niedrig, sie sind geringer als die üblichen  Durchschnittswerte in Europa und den USA.

Aus der Studie ging hervor, dass sogar schon sehr niedrige Bleikonzentrationen mit der ADS-Symptomatik assoziiert sind. Es wurden die bisher niedrigsten Bleikonzentrationen in Relation zur ADS-Symptomatik gemessen.

Dass eine Bleibelastung für die Entstehung von ADHS mitverantwortlich sein kann, ist auch aus neurobiologischer Sicht erklärbar, denn Blei stört den Kreislauf von Dopamin und anderen Neurotransmittern im Gehirn. Das Ergebnis der Studie ist von großer Bedeutung, da eine niedrige Bleibelastung weit verbreitet ist.

Eine weitere Studie über Blei weist nach, wie wichtig das Essen am Morgen ist: Eine Bleibelastung kann durch regelmäßiges Frühstücken vermindert werden, dies zeigen die Daten der China Jintan Cild Cohort Study. Es wurde der Zusammenhang zwischen Ernährungsgewohnheiten und der Bleikonzentration im Vollblut bei Kindern untersucht. Das Ergebnis zeigt folgendes: Kinder, die regelmäßig frühstückten, wiesen eine um 15 Prozent niedrigere Bleikonzentration im Blut auf als Kinder ohne Frühstück.

Referenzen:
Regular breakfast helps reduce lead poisoning in children. Medical News Today, 31.03.2011
Joel T. Nigg, Ph. D., et al.: Confirmation and extension of association of blood lead with attention-deficit/ hyperactivity disorder (ADHD) and ADHD symptom domains at population-typical exposure levels; J Child Psychol Psychiatry. 2010 January; 51(1): 58-65
Bild: Archiv; Autor: Michi ©

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Aluminium in Schokolinsen – damit sie mehr leuchten

Aluminium ist ein weit verbreiteter Nahrungsbestandteil, vor allem in bunten Süßigkeiten für Kinder. Viele Lebensmittelfarben enthalten Aluminium, damit sie knalliger leuchten; insbesondere bunte Schokolinsen werden mit Aluminiumfarblacken gefärbt. Die Aluminiumkonzentrationen in Schokolinsen sind teilweise erschreckend hoch. Amtliche Messungen baden-württembergischer Behörden haben Spitzenwerte bis zu 320 mg/ kg Schokolinsen ergeben.

Am 15. Juli 2008 erfolgte eine Pressemitteilung der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA, in der vor überhöhter Aluminiumaufnahme in Lebensmitteln gewarnt wurde. Nach Schätzungen von Experten wird bei einem erheblichen Teil der europäischen Bevölkerung die tolerierbare wöchentliche Aufnahme von einem Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht überschritten. Wenn man sich auch über die gesundheitlichen Risiken des Aluminiums noch nicht ganz einig ist, so gilt Aluminium doch als Risikofaktor für Erkrankungen des Gehirns und des Nervensystems.

Neuerdings gibt es auch vermehrte Hinweise, dass Aluminium bisher unbekannte hormonelle Wirkungen hat im Sinne eines Metallöstrogens. Aufgrund der EFSA-Empfehlungen sollte ein kleines Kind von aluhaltigen Schokolinsen höchstens vier Stück am Tag essen, darüber hinaus beginnt bereits das Risiko.

Referenzen:
Die Ernährungsfalle, Hans-Ulrich Grimm, Wilhelm Heyne Verlag 2010
Autor: Dr. med. Hans-Günter Kugler
©

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Umweltmedizin und ADHS

Kürzlich ist die dritte Auflage des Fachbuches „Multiple Chemikalien-Sensitivität (MCS)“ erschienen. Dieses Buch, verfasst von drei renommierten Autoren, bietet einen umfassenden Blick auf den aktuellen Forschungsstand der chronischen Multisystem-Erkrankungen.

In diesem Zusammenhang gehen die Autoren auch auf ADHS ein, die man zunächst nicht den Umweltmedizinischen Erkrankungen zuordnen würde. Verschiedene Fakten zeigen jedoch, dass Umweltfaktoren bei ADHS doch eine größere Rolle spielen könnten.

Eine Wirkungskette sieht so aus, dass Schadstoffe, insbesondere Pestizide, bestimmte Rezeptoren im zentralen Nervensystem aktivieren. Dies wiederum führt zur Aktivierung der so genannten NMDA-Rezeptoren, deren Aktivierung eine vermehrte Bildung von Stickoxid und Peroxinitrit bewirkt. Daraus resultiert eine Entzündung mit oxidativem und/ oder nitrosativem Stress. Diese Radikalverbindungen hemmen eisenhaltige Enzyme, die zur Bildung des Häms, eines Bestandteils des roten Blutfarbstoffes, benötigt werden. Die Folge davon ist, dass Zwischenprodukte der Hämsynthese in den Urin ausgeschieden werden. Über diesen Mechanismus besteht also ein enger Zusammenhang zwischen ADHS und Kryptopyrrolurie.

Das Dopaminsystem hat die wichtige Funktion, vor einer Entscheidung die im Gehirn gespeicherten emotionalen Informationen zu steuern und die Entscheidung von einer Belohnungserwartung abhängig zu machen. Von großer Bedeutung ist auch, dass Lerninhalte mit positiven Gefühlen verknüpft werden, denn nur so ist Lernen überhaupt möglich.

Wenn die Funktion des Dopaminsystems gestört ist, wird der Betroffene praktisch entscheidungs- und lernunfähig. Verschiedene Chemikalien wie z.B. PCB können die Funktion des Dopaminsystems stark beeinträchtigen. Das Ausmaß der Aufmerksamkeitsstörungen der Kinder korreliert mit der PCB-Dosis, mit der die Mutter vorgeburtlich belastet war.

Weitere Schadstoffe im Zusammenhang mit der Auslösung von ADHS sind: Pestizide wie Hexachlorbenzol, Nahrungsmittelzusatzstoffe wie Farb- und Konservierungsstoffe sowie Quecksilber aus Zahnamalgam. Alle diese Stoffe haben neurotoxische Wirkungen, sodass es nicht unplausibel ist, ADHS als Folge neurotoxischer Wirkungen von Umweltchemikalien aufzufassen.

Referenz:
Multiple Chemikalien-Sensitivität (MCS); Hans-Ulrich Hill et al., Shaker Verlag 2010
Autor: Dr. med. Hans-Günter Kugler ©

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