Mikronährstoffe und Hirnleistungsfähigkeit bei Schulkindern

Hirnleistung und Ernährung

Australische Wissenschaftler publizierten einen Übersichtsartikel über den Effekt einer Mikronährstoffsupplementierung auf die Hirnleistungsfähigkeit bei Schulkindern. In die Auswertung wurden 19 Studien einbezogen. Es wurde einheitlich über eine Verbesserung der fluiden Intelligenz bei Kindern mit Mikronährstoffdefiziten durch eine Supplemntierung berichtet.

Referenz:
Lam LF et al.: Feeding the brain – The effects of micronutrient interventions on cognitive performance among school-aged children: A systematic review of randomized controlled trials. Clin Nutr. 2017 Aug;36(4):1007-1014.

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Vitaminspiegel bei Erwachsenen mit ADHS

Wissenschaftler aus Norwegen untersuchten bei Erwachsenen mit der Diagnose ADHS die Serum-Konzentrationen von acht Vitaminen und verglichen sie mit den Konzentrationen einer Kontrollgruppe. Sie konnten nachweisen, dass niedrigere Spiegel der Vitamine B2, B6 und Folsäure mit der Diagnose ADHS assoziiert waren. Die Konzentrationen von Vitamin B2 und Vitamin B6 korrelierten auch mit dem Schweregrad der Symptomatik. Raucher hatten niedrigere Werte von Vitamin B2 und Folsäure.

Referenz:
Elisabeth Toverud Landaas et al.: Vitamin levels in adults with ADHD. BJPsych Open. 2016 Nov; 2(6): 377–384.

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ADHS und Eisenstatus – eine Metaanalyse

ADHS und Eisen

Chinesische Wissenschaftler veröffentlichten im Januar 2017 eine Metaanalyse und einen systematischen Übersichtsartikel zum Thema Eisenstoffwechsel und ADHS. Insgesamt wurden elf Studien, die vor Juli 2016 publiziert worden waren, in die Metaanalyse einbezogen.

Die Auswertung der Daten ergab Folgendes:
Niedrige Ferritinkonzentrationen waren mit ADHS bei Kindern assoziiert. Die Eisenkonzentrationen korrelierten nicht mit ADHS.

Die Autoren befassten sich in dem Fachartikel mit den möglichen Zusammenhängen zwischen einem Eisenmangel und der ADHS-Symptomatik: Eisen ist z.B. ein Haupt-Cofaktor der Tyrosinhydroxylase, die für die Dopaminsynthese benötigt wird. Ein Eisenmangel ist auch mit einer verminderten Dopamintransporterdichte und -aktivität verbunden, was zu erhöhten extrazellulären Dopaminkonzentrationen und einer reduzierten Dopaminrezeptordichte im Striatum führt.

Ein Eisenmangel könnte auch eine Dysfunktion der Basalganglien bewirken. Außerdem spielt für die Entstehung der ADHS-Symptomatik das Gleichgewicht zwischen inhibitorischen und exzitatorischen Nervenbotenstoffen eine wichtige Rolle. GABA ist der wichtigste inhibitorische Neurotransmitter, der auch die Eisenkonzentrationen im Blut beeinflusst. Die GABA-Konzentrationen sind bei ADHS-Patienten niedriger als bei gesunden Kontrollpersonen, was dann auch mit niedrigeren Eisenkonzentrationen in den Basalganglien einhergeht.

Bei ADHS-Kindern wurden mittels Kernspintomographie auch niedrigere Eisenspiegel im Thalamus nachgewiesen.

Referenzen:
•    wang Y, Huang L et al.: Iron Status in Attention-Deficit/Hyperactivity
Disorder: A Systematic Review and Meta-Analysis; PLoS One 2017 Published:
January 3, 2017,

•    http://dx.doi.org/10.1371/journal.pone.0169145

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Vitamin D bei ADHS

Sonnenlicht und Vitamin D

Forscher aus dem Iran untersuchten bei 62 Kindern im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren mit der Diagnose ADHS, inwieweit Vitamin D als adjuvante Therapie die Symptomatik der Erkrankung beeinflusste. Die Kinder erhielten zusätzlich zu Methylphenidat entweder 2000 I.U. Vitamin D oder ein Placebopräparat über einen Zeitraum von acht Wochen. Es zeigte sich, dass durch die Vitamin-D-Supplementierung vor allen Dingen die abendlichen ADHS-Symptome beeinflusst wurden. Die Autoren der Studie empfehlen Studien zur Klärung der Vitamin-D-Effekte als Monotherapie bei ADHS.

Referenz:
Mohammadpour N et al.: Effect of vitamin D supplementation as adjunctive therapy to methylphenidate on ADHD symptoms: A randomized, double blind, placebo-controlled trial. Nutr Neurosci. 2016 Dec 7:1-8.

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Kinder mit Lernstörungen haben niedrigen Eisenstatus

Lernstörungen und Eisenmangel

Brasilianische Wissenschaftler führten bei Schulkindern im Alter von acht Jahren eine Fallkontrollstudie durch. Es bestanden zwei Subgruppen, nämlich Kindern mit Leseschwäche und eine Kontrollgruppe mit Kindern ohne Leseschwäche. Die Hämoglobin- und die Serum-Ferritin-Spiegel waren bei Kindern mit Leseschwäche statistisch niedriger als bei Kindern der Kontrollgruppe. Die Leseschwäche war statistisch mit einem erhöhten Anämierisiko assoziiert.

Referenz:
Arcanjo FP et al.: Schoolchildren with Learning Difficulties Have Low Iron Status and High Anemia Prevalence. J Nutr Metab. 2016;2016:7357136.

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Glycin und Glutamat bei ADHS

Glycin, Glutamat, ADHS
Wissenschaftler aus den USA untersuchten bei 23 Kindern mit ADHS und bei 22 Kontrollpersonen die Nährstoffaufnahme. Sie konnten nachweisen, dass eine höhere Aufnahme von Glycin mit einer größeren Wahrscheinlichkeit für ADHS assoziiert war, während eine höhere Aufnahme der Aminosäure Glutamat das ADHS-Risiko verminderte. Bei ADHS-Patienten war auch die Aspartataufnahme signifikant höher als bei den Kontrollpersonen.

Referenz:
Kathleen F Holton et al.: The Association of Dietary Glycine and Glutamate with ADHD; The FASEB Journal vol. 30 no. 1 Supplement 679.8, April 2016

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Eisenspiegel im Blut und ADHS

IQ und kognitive Funktionen und Eisen
Wissenschaftler aus Korea untersuchten bei 50 ADHS-Kindern und 45 Kontrollpersonen die Eisenkonzentrationen im Blut und führten verschiedene neuropsychologische Testverfahren durch. Die Bluteisenspiegel waren bei den ADHS-Patienten signifikant niedriger als bei den Kontrollpersonen. Niedrigere Eisenkonzentrationen hatten auch einen Einfluss auf den IQ und auf neurokognitive Funktionen. Die Autoren der Studie kamen zu dem Schluss, dass bei ADHS-Patienten zur Einschätzung des Schweregrades der Symptome und der neurokognitiven Funktionen die Eisenspiegel bestimmt werden sollten.

Referenz:
Song Ii Ahn, MD et al.: The Relation of Blood Iron Level with Frontal Function in Children with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder; J Korean Neuropsychiatr Assoc 2016;55(1):51-59

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ADHS, Blutdruck und Vitamin D

Vitamin D, Blutdruck, ADHS

Anhand der Daten der deutschen KiGGS-Studie wurde nachgewiesen, dass ein niedriger Blutdruck bei Jugendlichen mit einer ADHS-Symptomatik assoziiert war. Eine wichtige Rolle spielte in diesem Zusammenhang auch die Vitamin-D-Konzentration, die den systolischen Blutdruck bei ADHS-Patienten beeinflusste.

Referenz:
Thomas Meyer et al.: Attention deficit-hyperactivity disorder is associated with reduced blood pressure and serum vitamin D levels: results from the nationwide German Health Interview and Examination Survey for Children and Adolescents (KiGGS); European Child & Adolescent Psychiatry, 19.05.2016

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ADHS und Mikronährstoffmedizin

NEWS - ADHS und Mikronährstoffe

Es wäre sicherlich übertrieben, ADHS als reine Mikronährstoffmangelerkrankung einzustufen. Dennoch hat ein Mangel an bestimmten Mikronährstoffen beträchtliche Konsequenzen für die psychische Befindlichkeit und für das Verhalten. Ein Ausgleich von Mikronährstoffdefiziten ist, unabhängig von anderen erforderlichen Therapien, immer eine notwendige und sinnvolle Maßnahme und sollte in jedem Fall in Betracht gezogen werden.

Lesen Sie dazu unseren NEWS mit aktuellen Fakten zum Thema ADHS und Mikronährstoffe.

 

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Pränataler Eisenmangel beeinträchtigt Hirnentwicklung

pränateler Eisenmangel und Hirnentwicklung
Wissenschaftler aus China untersuchten bei 115 gesunden chinesischen Kindern, bei denen Blutparameter der Mutter und des Nabelschnurbluts bekannt waren, elektrophysiologische Signale der Entwicklung des auditorischen Systems. Sie konnten nachweisen, dass ein Eisenmangel vor der Geburt die Entwicklung des zentralen Nervensystems und des auditorischen Systems nachteilig beeinflusste – erkennbar am verzögerten Auftreten bestimmter elektrophysiologischer Signale des Gehirns.

Referenz:
Lou J, Mai X et al.: Prenatal Iron Deficiency and Auditory Brainstem Responses at 3 and 10 Months: A Pilot Study; Hong Kong J Paediatr. 2016;20(2):71-79.

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