Archive for the ‘Allgemeines’ Category

Kinder: Immer häufiger verhaltensauffällig

Samstag, April 16th, 2011

In Bayern zeigt jedes fünfte Kind im Kindergartenalter Verhaltensauffälligkeiten. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Ausgewertet wurden die Vorsorgeuntersuchungs-Daten vier- und fünfjähriger Kinder von 90 Betriebskrankenkassen Bayerns. Der BVKJ teilte mit, dass von 4318 untersuchten Kindern 942 Kinder verhaltensauffällig waren.

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ADHS-Gefahr durch Pestizide

Donnerstag, April 7th, 2011

Kinder, die vermehrt mit Pestiziden in Kontakt kommen, haben ein erhöhtes Risiko für eine ADHS-Symptomatik. Die österreichische Umweltorganisation GLOBAL 2000 macht auf eine Studie aufmerksam, die den Zusammenhang aufzeigt.

Die Studie wurde mit 1139 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen acht und fünfzehn Jahren durchgeführt. Dabei wurden die Pestizidrückstände im Urin bestimmt und hinsichtlich des Auftretens von ADHS untersucht. Die Wissenschaftler konnten hierbei einen signifkanten Zusammenhang zwischen einer ADHS-Erkrankung und dem nachgewiesenen Pestizidgehalte im Urin feststellen.

Viele verwendete Pestizide enthalten Organophosphate, die eine Störung des Neurotransmitterstoffwechsels hervorrufen können. Daniela Hoffmann, Pestizidexpertin von GLOBAL 2000 warnt: „Auch viele der in Österreich verwendeten Pestizide basieren auf diesen Wirkstoffen, die das menschliche Nervensystem massiv schädigen können.“ – „Lebensmittel sind häufig damit kontaminiert, denn Wirkstoffe auf Organophosphatbasis, wie zum Beispiel das Pestizid Chlorpyrifos, werden in der konventionellen Landwirtschaft in großen Mengen verwendet. Zudem ist der Wirkstoff extrem persistent, d.h. er wird in der Umwelt nur sehr langsam abgebaut.“ (more…)

Schlafstörungen bei Kindern

Donnerstag, März 31st, 2011

Einer neuen Studie zufolge haben 20 Prozent der Kinder Schlafstörungen. Der daraus entstehende Schlafmangel kann zu zahlreichen gesundheitlichen Problemen führen wie z.B. Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit und Reizbarkeit. Langfristiger Schlafmangel kann sogar zu Angststörungen und Depressionen führen.

Der Leiter des Kinderschlaflabors am Rostocker Südstadtklinikum, Frank Kirchhoff sagt, dass der Schlaf enorm wichtig für die Gedächtnisleistung ist. Schulkinder hätten einen Mindestschlafbedarf von acht bis zehn Stunden täglich. Die Ursachen für Schlafstörungen seien sehr unterschiedlich, so können z. B. Übergewicht, nächtliche Krampfanfälle und Schnarchen wegen zu großer Polypen oder Mandeln der Auslöser einer Schlafstörung sein. Aber auch ein Mangel an bestimmten Mikronährstoffen kann zu Schlafstörungen führen: Ein Kind, das abends nie einschlafen konnte und sich nachts häufig selbst durch heftige Beinbewegungen im Tiefschlaf störte, hatte einen Eisenmangel. Wegen des Schlafmangels war es am Tag stets müde und unkonzentriert. (more…)

Besser Lernen durch Bewegung

Mittwoch, Dezember 8th, 2010

 

Lernprozesse im Gehirn können durch Bewegung gefördert werden. Dies sind Resultate aus der Neurowissenschaft und der Entwicklungspsychologie. Durch Bewegung bekommt das Gehirn vermehrt Sauerstoff und kann somit auch bessere Leistungen erzielen. Außerdem vermindert Bewegung den durch Stress hervorgerufenen Abbau von Serotonin und Adrenalin. Serotonin ist ja bekanntlich ein „Glücklichmacher“ und Adrenalin ein „Motivator“. Ein Mangel an Serotonin wird neuerdings auch als Ursache für eine ADHS-Symptomatik diskutiert.

Leider bewegen sich Kinder heutzutage viel zu wenig. Wer läuft denn noch zur Schule oder fährt mit dem Fahrrad? Wir fahren unsere Kinder wohin sie wollen, bequem mit dem Auto. Nach der Schule kommt dann der beliebte Computer, Fernseher oder Nintendo zum Einsatz. Das ist natürlich für eine gesunde Hirnentwicklung nicht von Vorteil.

Dabei ist es gar nicht so schwer, seine Kinder zu mehr Bewegung zu begeistern. Es gibt vielseitige Hobbys wie Turnen, Tanzen, Radfahren, Schwimmen, Volleyball, Fußball und vieles mehr.
Im Sport knüpft man Freundschaften; es macht Spaß, seine Kräfte gemeinsam zu messen, man kann seine überschüssige Energie auspowern und ist danach glücklich und ausgeglichen. Das Lernen fällt dann auch viel leichter und man kann sich besser konzentrieren.

Aber auch im Alltag können Kinder mithelfen, wie z.B. den Müll rausbringen, kleine Einkäufe erledigen, den Tisch decken oder abräumen und vieles mehr. Auch die Eltern sollten natürlich mit gutem Vorbild vorangehen und sportlich aktiv sein. Also geht mit euren Kindern an die frische Luft, macht Ballspiele, klettert mit euren Kindern auf dem Spielplatz und im Wald herum. Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Denn: Glückliche Kinder lernen leichter.

Referenzen:
Optimale Gehirnernährung für Kinder, Patrick Holford, Deborah Colson, VAK-Verlags-GmbH 2008
Schlaue Kinder essen richtig, Dr. Astrid Laimighofer, TRIAS Verlag 2010

Bild: Hanspeter Bolliger, pixelio.de; Autor:admin-Michi ©




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Umweltmedizin und AD(H)S

Dienstag, November 23rd, 2010

Kürzlich ist die dritte Auflage des Fachbuches „Multiple Chemikalien-Sensitivität (MCS)“ erschienen. Dieses Buch, verfasst von drei renommierten Autoren, bietet einen umfassenden Blick auf den aktuellen Forschungsstand der chronischen Multisystem-Erkrankungen.

In diesem Zusammenhang gehen die Autoren auch auf ADHS ein, die man zunächst nicht den Umweltmedizinischen Erkrankungen zuordnen würde. Verschiedene Fakten zeigen jedoch, dass Umweltfaktoren bei ADHS doch eine größere Rolle spielen könnten. Eine Wirkungskette sieht so aus, dass Schadstoffe, insbesondere Pestizide, bestimmte Rezeptoren im zentralen Nervensystem aktivieren. Dies wiederum führt zur Aktivierung der so genannten NMDA-Rezeptoren, deren Aktivierung eine vermehrte Bildung von Stickoxid und Peroxinitrit bewirkt. Daraus resultiert eine Entzündung mit oxidativem und/ oder nitrosativem Stress. Diese Radikalverbindungen hemmen eisenhaltige Enzyme, die zur Bildung des Häms, eines Bestandteils des roten Blutfarbstoffes, benötigt werden. Die Folge davon ist, dass Zwischenprodukte der Hämsynthese in den Urin ausgeschieden werden. Über diesen Mechanismus besteht also ein enger Zusammenhang zwischen ADHS und Kryptopyrrolurie.

Das Dopaminsystem hat die wichtige Funktion, vor einer Entscheidung die im Gehirn gespeicherten emotionalen Informationen zu steuern und die Entscheidung von einer Belohnungserwartung abhängig zu machen. Von großer Bedeutung ist auch, dass Lerninhalte mit positiven Gefühlen verknüpft werden, denn nur so ist Lernen überhaupt möglich. Wenn die Funktion des Dopaminsystems gestört ist, wird der Betroffene praktisch entscheidungs- und lernunfähig. Verschiedene Chemikalien wie z.B. PCB können die Funktion des Dopaminsystems stark beeinträchtigen. Das Ausmaß der Aufmerksamkeitsstörungen der Kinder korreliert mit der PCB-Dosis, mit der die Mutter vorgeburtlich belastet war. Weitere Schadstoffe im Zusammenhang mit der Auslösung von ADHS sind: Pestizide wie Hexachlorbenzol, Nahrungsmittelzusatzstoffe wie Farb- und Konservierungsstoffe sowie Quecksilber aus Zahnamalgam. Alle diese Stoffe haben neurotoxische Wirkungen, sodass es nicht unplausibel ist, ADHS als Folge neurotoxischer Wirkungen von Umweltchemikalien aufzufassen.

Referenzen:
Multiple Chemikalien-Sensitivität (MCS); Hans-Ulrich Hill et al., Shaker Verlag 2010

Bild: Claudia Hautumm, pixelio.de; Autor: Dr. med. Hans-Günter Kugler ©




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