Mikronährstoffbedarf bei Jugendlichen

Mikronährstoffbedarf bei Jugendlichen
Leider ist immer noch weitläufig die Meinung verbreitet, dass es in Deutschland bei „normaler“ Ernährung keine Mikronährstoffmängel gibt. Aber: Diese Annahme ist, schlicht und einfach, falsch. Denn: Mikronährstoffmängel sind in Deutschland relativ weit verbreitet, wie auch das Ergebnis der Nationalen Verzehrstudie II (NVS II) eindeutig aufzeigt.

Bei der Nationalen Verzehrstudie handelt es sich um eine bundesweite Befragung zur Ernährung von Jugendlichen und Erwachsenen. Es wurden umfassende Daten erhoben und mit der Zufuhrempfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung verglichen, mit den so genannten D-A-CH-Referenzwerten. Bei den D-A-CH-Referenzwerten handelt es sich um Empfehlungen, die eine ausreichende Mikronährstoffzufuhr bei gesunden Personen sicherstellen sollen. Bei kranken Menschen kann der Bedarf an Mikronährstoffen weitaus höher liegen, weswegen man diese Referenzwerte als absolute Mindestwerte ansehen sollte.

Über 90 Prozent der deutschen Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren erreichen nicht die empfohlene Tageszufuhr für Vitamin D. Bei Folsäure sieht es ähnlich aus: 65,9 Prozent der männlichen Jugendlichen und 77,8 Prozent der weiblichen Jugendlichen sind mit Folsäure unterversorgt. Außerdem zeigen sich Defizite bei der Zufuhr von Calcium (männlich: bei 50,6 %, weiblich:  bei 73,8 %) und Magnesium (m: 41,5 %, w: 56,4%). Die vollständigen Daten sind auf der Homepage des Max Rubner Instituts veröffentlicht. Gerade bei Jugendlichen ist aber eine optimale Versorgung an Mikronährstoffen von großer Bedeutung: Für das Wachstum, die kognitive und körperliche Entwicklung und allgemein für die Gesundheit.

Aufgrund der Nationalen Verzehrstudie haben wir den DCMS-Mangel-Check zusammengestellt, der die Mikronährstoffe beinhaltet, die in der NVZ II als kritisch zu bewerten sind:

Calcium
In der Wachstumsphase braucht der Organismus sehr viel Calcium für das Skelettsystem, um eine optimale Knochendichte zu gewährleisten. Auch für die Zähne wird Calcium benötigt. Außerdem spielt Calcium eine wichtige Rolle bei der Nervenreizübertragung und im Energiestoffwechsel.

Magnesium
Magnesium hat eine entspannende Wirkung und ist wichtig im Muskel- und Knochenstoffwechsel. Eine gute Magnesiumversorgung erhöht auch die Reaktionsschwelle für allergische Reize und kann bei Allergien hilfreich sein. Bei niedrigen Magnesiumkonzentrationen können sich vielfältige Symptome zeigen, wie z.B. Innere Unruhe, Schlafstörungen, Muskelkrämpfe, ADHS-Symptome und vieles mehr.

Zink
Zink ist wichtig für die Funktionsfähigkeit von Neurotransmittersystemen wie z.B. GABA, Glutamat, Dopamin, Glycin. Deswegen verbessert ein guter Zinkstatus die Hirnleistung und ist für die psychische Befindlichkeit von Bedeutung.  Ein Zinkmangel kann zu Wachstumsstörungen, Infektanfälligkeit, Hyperaktivität, Wundheilungsstörungen u.v.m. führen.

Selen
Selen spielt eine zentrale Rolle im Immunsystem, so sind z.B. Killerzellen selenabhängig.

Vitamin D
Vitamin D ist wichtig für den Knochenaufbau, außerdem bedeutend für das Immunsystem und für die Hirnentwicklung bei Kindern. Ein guter Vitamin-D-Status übt eine Schutzfunktion gegen Autoimmunkrankheiten, Infektionskrankheiten, Typ-1-Diabetes, Muskelschwäche, unzureichende Knochendichte, Hirnleistungsstörungen und noch vieles mehr aus.

Vitamin C
Vitamin C ist wichtig für die Immunabwehr, es ist ein wasserlösliches Antioxidans.

Vitamin B12
Ein Mangel an Vitamin B12 kann zu Anämie, Hirnleistungsstörungen und psychischen Befindlichkeitsstörungen führen.

Folsäure
Folsäure wird für den Nervenbotenstoffwechsel benötigt und ist wichtig für die DNA-Synthese und –Reparatur und für das Immunsystem. Ein Mangel an Folsäure kann zu einer Anämie führen.

Der DCMS-Mangel-Check ist ein Basischeck, der einen Einblick in die Mikronährstoffversorgung gibt. Mängel können dadurch gezielt behoben werden. Der DCMS-Mangel-Check eignet sich gut als Prävention wie auch bei schon bestehenden Beschwerden.

Referenzen:
Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz/ Max Rubner Institut: Nationale Verzehrstudie II
diagnostisches-centrum.de: DCMS-Mangel-Check
diagnostisches-centrum.de: Unzureichende Mikronährstoffversorgung

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Es werden zu viele ADHS-Medikamente verschrieben

ADHS-Medikamente
Kinder mit Verdacht auf ADHS erhalten zu häufig Psychopharmaka verschrieben. Zu diesem Konsens kommen Experten, die sich zum Jahreskongress der Gesellschaft der Kinder- und Jugendpsychiater Anfang März 2013 in Rostock getroffen haben.

Es wird bemängelt, dass etwa die Hälft der Rezepte für Psychopharmaka von Kindern- und Hausärzten ausgestellt werden, dabei sei eine gesicherte Diagnose nicht immer garantiert. Die Psychiater verlangen von allen Ärzten eine konsequentere Einhaltung der Leitlinien in Hinblick auf die Verschreibung von Psychopharmaka. Mit den Kindern müsse sorgsamer umgegangen werden.

Referenz:
Welt.de, 10.03.2013: ADHS-Kinder erhalten zu häufig Psychopharmaka

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Transfette können aggressives Verhalten auslösen

Forscher der University of California in San Diego haben herausgefunden, dass eine Ernährungsweise mit viel Tansfetten aggressiv macht. Die Wissenschaftler nahmen die Essgewohnheiten von 1000 Menschen unter die Lupe. Die Personen, die Kekse, frittierte Speisen und Margarine bevorzugten, waren aggressiver im Vergleich zu den Personen, die sich gesünder ernährten und Transfette eher mieden. Die Autoren der Studie kommen sogar zu dem Schluss, dass Transfette ein stärkeres Aggressionsverhalten auslösen als Alkohol. Weiterlesen

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Neurotransmitter

Neurotransmitter

Neurotransmitter sind von zentraler Bedeutung für die Übertragung von Nervenimpulsen. Störungen des Neurotransmittermetabolismus sind deshalb meist mit Störungen der Hirnleistungsfähigkeit, der psychischen Befindlichkeit, des Verhaltens etc. assoziiert. Einige Neurotransmitter sind Aminosäuren wie z.B. Glycin, Glutamat und Aspartat, andere werden aus Aminosäuren gebildet wie z.B. Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin, Serotonin und Histamin. Für die Bildung und den Abbau der Neurotransmitter wiederum sind verschiedene Vitamine und Spurenelemente erforderlich, z.B. Folsäure, Vitamin C, Eisen, Kupfer, Vitamin B2, Vitamin B6 etc.
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Komplementäre Medizin bei ADHS

In der Fachzeitung Alternative Medicine Review, einem renommierten Periodikum mit dem Schwerpunkt Komplementärmedizinische Verfahren, erschien 2011 ein großer Übersichtsartikel zum Thema ADHS. Unter dem Stichwort „komplementäre und alternative Therapieformen“ werden u.a. aufgeführt: eine Therapie mit Vitamin B6 und Magnesium, Eisen und Zink, Calcium und Magnesium, Acetyl-Carnitin, Glycin, Tyrosin, Taurin u.v.m. Weiterlesen

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Eisenversorgung und ADHS

Chinesische Wissenschaftler prüften, ob eine mögliche Korrelation zwischen einer ADHS-Symptomatik und der Eisenversorgung besteht. Anhand des Eisenspeicherproteins Ferritin wurde der Eisenstatus bestimmt. In die Metaanalyse wurden fünf kontrollierte Studien mit 258 ADHS-Patienten und 138 Kontrollpersonen einbezogen.

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Bei ADHS: Mikronährstoffmängel beheben und Störfelder erkennen

Bei ADHS: Mikronährstoffmängel beheben und Störfelder erkennen

In Deutschland sind mehr als 5 Prozent der unter 17-Jährigen von einem ADHS-Syndrom betroffen, so ein Bericht von Spiegel online vom 05.09.2011. Sie sind zappelig, unkonzentriert, unaufmerksam, vorlaut oder verträumt, und aufgrund ihres Chaos im Kopf können sie dem Unterricht nicht folgen. Darunter leiden Erzieher, Lehrer und Mitschüler, doch am meisten natürlich die betroffenen Kinder und Jugendlichen selbst.

Bei ADS/ ADHS gehen die Wissenschaftler von einer Veränderung des Botenstoffwechsels, insbesondere von Dopamin, Noradrenalin und Serotonin, aus. Botenstoffe sind Signalmoleküle, die z.B. die Stimmung, die Aufmerksamkeit, die Kreativität oder die Lernfähigkeit stark beeinflussen. Die Veranlagung für ein ADS-/ ADHS-Syndrom können genetisch bedingt sein; zwischenzeitlich werden immer mehr Faktoren bekannt, die ebenfalls mit einem ADHS-Syndrom in Zusammenhang gebracht werden, wie z.B. Lebensmittelunverträglichkeiten, Umweltgifte und Mikronährstoffmängel.

Nach Ulf Sauerbrey von der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik und Theorie der Sozialpädagogik) verursachen einige Umweltgifte ähnliche Symptome wie ADHS. Eine Belastung mit Umweltgiften kann demnach zu neurobiologischen Auffälligkeiten und zu Verhaltensproblemen führen. Zu den Umweltgiften zählen u.a. Tabakrauch, Pestizide, polychlorierte Biphenyle (PCB) und Schwermetalle. Weiterlesen

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Radiosendung zum Thema Ernährung und Lernfähigkeit

Hirnleistung
Im ORF/ Radio Burgenland wurde am 13.09.2011 eine Sendung zum Thema „Ernährung und Lernfähigkeit“ ausgestrahlt.

Mit Beginn des neuen Schuljahres ist es besonders wichtig, dass das Gehirn effizient arbeiten kann. Dazu bedarf es entsprechender Nährstoffe. Makro- und Mikronährstoffe haben einen unmittelbaren Einfluss auf die Gehirnzellen, da sie auch für die Bildung von Neurotransmittern unentbehrlich sind. Neurotransmitter sind chemische Botenstoffe, die Signale von Zelle zu Zelle weiterleiten. Im Gehirn dirigieren die Neurotransmitter auch Gedächtnis, Sprache, Aufnahmefähigkeit und logisches Denken. Kein anderes Organ ist gegenüber groben Ernährungsfehlern sensibler als das Gehirn. Die grauen Zellen können Nährstoffe leider nicht speichern und brauchen ständigen Nachschub. Eine Hauptenergiequelle für die Gehirnzellen sind die Kohlenhydrate, wobei es nicht entscheidend ist, in welcher Menge die Kohlenhydrate aufgenommen werden, sondern in welcher “Verpackung”. Optimale Energie liefern komplexe Kohlenhydrate, z.B. Getreide, Kartoffeln, Nudel- oder Gemüsegerichte. Auch die Eiweißversorgung spielt eine wichtige Rolle, da einige Eiweißbausteine, bestimmte Aminosäuren, für den Aufbau von Neurotransmittern benötigt werden.

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Vitamin C, Eisen und ADHS-Symptomatik

In einer koreanischen Studie wurde untersucht, inwieweit die Entstehung von ADHS mit den Ernährungsgewohnheiten und der Qualität der Nahrung zusammenhängt. Insgesamt nahmen 112 Fünftklässler, 58 Jungen und 54 Mädchen, daran teil. Anhand von zwei verschiedenen Fragebögen wurden Daten erhoben: Die Lehrer, die einen der Bögen ausfüllten beurteilten den Grad der Hyperaktivität, Impulsivität und das Verhalten der Schüler. Im zweiten, sehr umfangreichen Bogen gaben die Schüler Auskunft über Essverhalten, Ernährungsgewohnheiten, Vorliebe für Süßes, Häufigkeit und Regelmäßigkeit der Mahlzeiten etc.

Die Auswertung der Studie ergab Folgendes:
Bei der täglichen Energie- und Proteinzufuhr gab es keine nennenswerte Differenzen zwischen der „normalen Gruppe“ und der ADHS-Risiko-Gruppe.

Es waren jedoch Unterschiede in der täglichen Mineral- und Vitaminaufnahme zu erkennen. Die Vitamin-C-Zufuhr lag in der Risiko-Gruppe signifikant niedriger. Die Schüler ohne ADHS nahmen täglich im Durchschnitt 100,7 mg Vitamin C zu sich, die der Risiko-Gruppe nur 45,9 mg. In beiden Gruppen lag die Zufuhr von B1 und B6 in der Höhe der empfohlenen Mindestaufnahmemenge, während sich die Aufnahme von Calcium und Vitamin A als ungenügend darstellte. Speziell die Risikogruppe zeigte eine zu geringe Zufuhr an Calcium, Eisen und Vitamin C, und der Vitamin-C- und Eisenmangel am ausgeprägtesten waren.

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Eisenmangel im Gehirn

Eisenmangel
In verschiedenen Studien wurde bereits ein Zusammenhang zwischen dem Eisenstatus und einer ADHS-Symptomatik festgestellt. Gemessen wurde dazu stets das Eisenspeicherprotein Ferritin, welches sehr gut die periphere Eisenspeicherversorgung widerspiegelt.

In einer neuen Studie sollte nun der Eisengehalt im Gehirn festgestellt und geklärt werden, inwieweit ein Eisenmangel im Gehirn und die Ferritinkonzentration korrelieren. Es wurden insgesamt 36 Kinder untersucht, 18 mit und 18 ohne ADHS. Bei den Teilnehmern wurde der Ferritinspiegel im Blut bestimmt und der Eisengehalt im Gehirn mittels MRT festgestellt.

Das Ergebnis war Folgendes:
ADHS-Kinder wiesen deutlich niedrigere Eisenkonzentrationen im Gehirn und niedrigere Ferritinkonzentrationen auf als die gesunden Kinder. Die Studie zeigt auf, dass niedrige Eisenspiegel im Gehirn mit ADHS-Symptomen in Verbindung gebracht werden können.

Fazit:
Für einen gut funktionierenden Hirnstoffwechsel ist ein guter Eisenstatus unabdingbar. Eine Ferritinmessung im Blut gibt Hinweise, ob ein Eisenmangel besteht und Eisen supplementiert werden sollte.

Referenz:
Cotese S et al.: Brain iron levels in attention-deficit/ hyperactivity disorder; Word J. Biol Psychiatry, 17.05.2011
Autor: Michi ©

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