ADHS und Eisenstatus – eine Metaanalyse

ADHS und Eisen

Chinesische Wissenschaftler veröffentlichten im Januar 2017 eine Metaanalyse und einen systematischen Übersichtsartikel zum Thema Eisenstoffwechsel und ADHS. Insgesamt wurden elf Studien, die vor Juli 2016 publiziert worden waren, in die Metaanalyse einbezogen.

Die Auswertung der Daten ergab Folgendes:
Niedrige Ferritinkonzentrationen waren mit ADHS bei Kindern assoziiert. Die Eisenkonzentrationen korrelierten nicht mit ADHS.

Die Autoren befassten sich in dem Fachartikel mit den möglichen Zusammenhängen zwischen einem Eisenmangel und der ADHS-Symptomatik: Eisen ist z.B. ein Haupt-Cofaktor der Tyrosinhydroxylase, die für die Dopaminsynthese benötigt wird. Ein Eisenmangel ist auch mit einer verminderten Dopamintransporterdichte und -aktivität verbunden, was zu erhöhten extrazellulären Dopaminkonzentrationen und einer reduzierten Dopaminrezeptordichte im Striatum führt.

Ein Eisenmangel könnte auch eine Dysfunktion der Basalganglien bewirken. Außerdem spielt für die Entstehung der ADHS-Symptomatik das Gleichgewicht zwischen inhibitorischen und exzitatorischen Nervenbotenstoffen eine wichtige Rolle. GABA ist der wichtigste inhibitorische Neurotransmitter, der auch die Eisenkonzentrationen im Blut beeinflusst. Die GABA-Konzentrationen sind bei ADHS-Patienten niedriger als bei gesunden Kontrollpersonen, was dann auch mit niedrigeren Eisenkonzentrationen in den Basalganglien einhergeht.

Bei ADHS-Kindern wurden mittels Kernspintomographie auch niedrigere Eisenspiegel im Thalamus nachgewiesen.

Referenzen:
•    wang Y, Huang L et al.: Iron Status in Attention-Deficit/Hyperactivity
Disorder: A Systematic Review and Meta-Analysis; PLoS One 2017 Published:
January 3, 2017,

•    http://dx.doi.org/10.1371/journal.pone.0169145

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