ADHS-Medikamente nicht immer wirksam und gar nicht so harmlos

ADHS-Medikamente
ADHS hat sich zu einem „Boom“ entwickelt: Mittlerweile liegt der Bundesdurchschnitt bei knapp 12 Prozent.

Die hohe Anzahl an Diagnosestellungen „ADHS“ wird durchaus kritisch zur Kenntnis genommen. Aufgrund der großen regionalen Unterschiede liegt der Verdacht nahe, dass nicht die Erkrankungen zunehmen, sondern die Diagnosen. In der Region Würzburg wurde beispielsweise im Jahr 2011 bei fast 19 Prozent aller Jungen zwischen 10 und 12 Jahren die Diagnose ADHS festgestellt.

Auch immer mehr junge Erwachsene bekommen laut Angabe der Techniker Krankenkasse (TK) Medikamente gegen ADHS verschrieben. Von 2011 bis 2012 ist die Zahl der Verschreibungen bei den 17- bis 20-Jährigen um 12 Prozent gestiegen.

Es mehren sich allerdings auch die kritischen Stimmen gegen die hohe Zahl der Medikamenteneinnahme bei ADHS:

US-Forscher haben herausgefunden, dass eine Langzeiteinnahme von Ritalin den Hirnstoffwechsel verändern kann. In einer Studie, die mit Erwachsenen durchgeführt wurde, haben die Forscher festgestellt, dass das Medikament Ritalin im Belohnungszentrum ausgerechnet eine Zunahme des Eiweißes nach sich zieht, was durch das Medikament eigentlich gehemmt werden sollte. Daraus könnte man schließen, dass sich eine Toleranz gegen das Mittel einstellen würde, und das Absetzen des Medikaments könnte dann die Symptomatik verstärken.

Bei den meisten Vorschulkindern scheint eine medikamentöse Behandlung gar nicht zu greifen. Das haben Wissenschaftler in einer Langzeitstudie mit 186 Kindern mit der Diagnose ADHS herausgefunden. Etwa zwei Drittel der Kinder wurden medikamentös behandelt, ein Drittel der Kinder bekam keine Medikamente. Nach sechs Jahren – am Ende der Studie – hatten 90 Prozent der Kinder wie zu Beginn der Studie immer noch ADHS-Symptome. Bezüglich der Ausprägung der ADHS-Symptomatik konnte bei beiden Gruppen keine Unterschiede festgestellt werden.

Referenzen:

  • Focus.de, 17.05.2013: Ritalin kann zu Langzeitfolgen im Gehirn führen
  • süddeutsche.de, 29.01.2013: Krankenkasse warnt vor „Generation ADHS“
  • welt.de, 29.05.2013: ADHS-Medikamente bei Vorschülern fast wirkungslos


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2 Gedanken zu „ADHS-Medikamente nicht immer wirksam und gar nicht so harmlos

  1. ADS /ADHS ist doch eigentlich keine Krankheit, sondern eher ein Set an Persönlichkeitseigenschaften, eine Gabe mit Nebenwirkungen.
    Medikamente können etwas abpolstern aber nichts“kurieren“.
    Was jeder mit seinen Gaben anfängt, hängt von ihm selbst, einem guten Umfeld, Glück … ab.

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  2. ADHS würde ich gar nicht so unterschätzen, da sich ADHS unbehandelt und unerkannt später zu Depressionen entwickeln kann. Und diese Konzentrationsstörungen sind auch blöd. Ich sag mal, wenn man ADHS oder ADS behandelt, kann das gar nicht so ein großes Problem sein.Etwas Schlimm würde ich ADHS schon nennen, wobei Depressionen, Burnout, Borderline und Co weitaus schlimmer sind. Schlimm sind da meiner Meinung nach diese Konzentrationsstörungen
    Sagen wir so, ADHS ist eine sehr unangenehme und äußerst blöde Sache

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