ADHS-Risiko durch erhöhte Blei- und Quecksilberwerte bei Inuit-Kindern

Blei, Quecksilber, ADHS
Eine Schwermetallbelastung in der frühen Kindheit führt zu einem höheren ADHS-Risiko. Das wurde in einer jüngst durchgeführten kanadischen Studie mit fast 300 Inuit-Kindern aus Nord-Quebec bestätigt.
Eine der wichtigsten Nahrungsquellen der Inuit ist Beluga-Walfleisch, das sehr stark mit Quecksilber kontaminiert sein kann. Außerdem sind die Kinder einer erhöhten Bleibelastung über die Nahrung ausgesetzt, da die für die Nahrungsaufnahme getöteten Gänse und Enten mit Bleikugeln erlegt werden.

Blei und Quecksilber sind potentielle Toxine, die die Entwicklung der Gehirne von Kleinkindern gefährden. Es ist aus Studien bekannt, dass Quecksilber-Vergiftung bei Kindern zu Schwierigkeiten in der Sprachentwicklung, in der Aufmerksamkeit, in der Koordination und zu anderen Problemen führen kann. Das Schwermetall Blei beeinträchtigt das Lernvermögen und generell die Gedächtnisleistung.

Die Forscher führten bei den Inuit-Kindern eine Testreihe durch, indem sie bei der Geburt das Nabelschnurblut hinsichtlich Umweltschadstoffen und Nährstoffen untersuchten. Jahre später, als die Kinder im Alter zwischen 8 und 14 Jahren waren, wurden die Lehrer der Schüler gebeten, einen Fragebogen über das Verhalten der Kinder auszufüllen.

Dabei kam heraus, dass etwa 14 Prozent der Kinder ADHS-Symptome zeigten, und ein ähnlicher Prozentsatz der Kinder legte ein hyperaktives-impulsives Verhaltensmuster an den Tag.

Die Forscher stellten fest, dass die Kinder, bei denen die höchsten Konzentrationen von Quecksilber im Nabelschnurblut gemessen worden waren, wesentlich größere Schwierigkeiten bezüglich Aufmerksamkeit hatten als die Kinder mit niedrigeren Quecksilber-Werten. Diese Kinder wurden von den Lehrern auch dreimal häufiger als ADHS-Kinder bewertet. Die im Nabelschnurblut gemessenen Quecksilberspiegel waren extrem hoch, etwa dreimal höher als die der meisten gebährfähigen Frauen in den USA.

In Bezug auf Blei resultierte, dass sich bei Inuit-Kindern mit niedrigen oder moderaten Blei-Spiegeln – in der gleichen Größenordnung wie bei einigen US-Kindern – eine viermal häufigere Wahrscheinlichkeit zeigte, Hyperaktivitätssymptome zu entwickeln, als bei Kindern mit niedrigeren Bleispiegeln.


Referenz:
Webmd.com, 21.09.2012: Kids exposed to mercury, lead at risk for ADHS

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